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Ein Läufer auf Abwegen
Bericht von Ingo Zimmermann zum 4. 1000- Seen- Marathon , Diemitz
Die Idee entstand im vergangenen Jahr. Ein guter Bekannter fragte mich, ob ich mit ihm an einem Kanumarathon teilnehmen würde. Er - ein sehr guter Kanadierfahrer mit dem Willen zu gewinnen. Ich - ein ausdauererprobter Läufer, der noch nie Kanusport betrieb. Aber der Gedanke, etwas Neues anzugehen, reizte mich. So sagte ich zu und wir planten einen Start beim 1000 -Seen- Marathon im Zweier- Kanadier über die Halbmarathon- Strecke.
Mein Plan: Das Lauftraining reduzieren und etwas Oberkörpertraining schadet gewiss nicht. Ab Februar begann ich also im Fitnessstudio meine erste Vorbereitung. Zweimal die Woche eine Stunde intensives Training sollte genügen. Im Mai ging es dann erstmals aufs Wasser. Eine 14 km Strecke in Berlin- Grünau. Die erste Fahrt verlief vielversprechend und mit der Zeit von 1:40 Std. konnten wir auch zufrieden sein. Fortan trafen wir uns ein- bis zweimal die Woche. Im Training erlebte ich so ziemlich alles was man sich vorstellen kann: starker Wind, hohe Wellen oder einfach nur die Hitze, die einem zu schaffen machte. Kurzum, Kanu fahren kann ganz schön harte Arbeit sein. Nach und nach stellte sich dann aber doch ein Trainingseffekt ein und es begann Spaß zu machen.
Die letzte Woche vor dem Wettkampf verbrachten wir zusammen mit unseren Frauen in Mirow. Zeit um den Stress des Alltags loszuwerden und Kraft für den Wettkampf zu tanken. Etwas einpaddeln und an der Technik feilen war auch auf unserer Tagesordnung.
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Ideales Wetter begrüßte uns am Morgen des Wettkampfs: blauer Himmel, leichte Kühle und nur ein mäßiger Wind. 80 Boote in 4 Klassen haben sich am Start des Halbmarathons versammelt. Am Start gut wegzukommen ist sehr wichtig. Also gleich alles geben. Nach zwei Kilometer kam eine Umtragestelle. Raus aus dem Boot, über die Strasse tragen und weiter geht’s. Schon war es passiert. Ein anderer Kanadier direkt neben uns. Wieder alles geben und der sonst so schöne Kanal fand kaum Beachtung. Über den nächsten See fanden wir zu einem sehr guten Schlag. Zeit um die landschaftlich sehr reizvolle Strecke zu genießen. Die Abwechslung zwischen Seen und Verbindungskanälen machen den 1000-Seen-Marathon zu einem Naturgenuss. Am Ende des nächsten Sees wurde ein Wendepunkt passiert. Nun blies uns doch ein Gegenwind entgegen. Um den entgegenzuwirken erhöhten wir die Schlagzahl enorm. Jetzt machte sich meine gute Kondition vom Lauftraining bezahlt. Inzwischen konnten wir unseren Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Auf den letzten der vier Seen waren wir dem Ziel zu gewinnen sehr nahe. Ein langer durchzugsstarker Schlag sollte uns sicher durch den Zielkanal bringen. Im Ziel waren wir überglücklich als erster Zweier-Kanadier in 2:04:47 Std. angekommen.
Ein Wettkampf, der mich ein halbes Jahr lang beschäftigte, war erfolgreich beendet und wird auch sicher eine Fortsetzung finden. Der Virus Kanadier fahren hat mich gefangen.
Ingo Zimmermann
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