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Mein erstes Mal!

100 km Biel –„ Die Nacht der Nächte !“ - 11./12.6.2010

Ein Bericht von Gabi Lipfert

Bereits 2004 als ich mit dem Laufen angefangen und meinen ersten Marathon bestritten hatte, wusste ich, nachdem ich immer wieder das Leuchten in den Augen meiner Lauffreunde sah, wenn sie von Biel berichteten, dass ich da unbedingt auch mal hin muss.

Als dann meine Lauffreunde Hartmut und Ulli Ende März erzählten, dass sie dieses Jahr nach Biel fahren, fasste ich den Entschluss „jetzt oder nie!“

Über die Biel-Internetseite www.99km.ch holte ich mir in nachfolgenden Wochen Informationen, Anregungen, Motivationen, las alle Laufberichte und druckte mir von dort auch einen Trainingsplan aus (den für 13h +…). Eigentlich hätte das Training danach ja bereits im November beginnen sollen. Aber ich bin ja immer gelaufen und da mussten, nun 10 Wochen Intensivtraining mit 4 Tage -Trainingseinheiten und 35 -70 Wochenkilometern ausreichen. Außerdem achtete ich in diesen Wochen etwas auf meine Ernährung und schaffte es mein Gewicht um etwa 5 kg zu reduzieren.

So fühlte ich mich gut gerüstet als wir am 10.Juni, dem Vortag des Laufes, mit dem Flugzeug nach Basel und weiter mit der Bahn nach Biel aufbrachen. Wir, das waren Hartmut, von meiner Laufgruppe Borussia-Friedrichsfelde , Uwe von den Hönower Schildkröten und ich. Ulli war noch kurzfristig ausgefallen. Auch Hartmut würde wegen einer Erkrankung nicht laufen können, mich aber dafür als Coach auf dem Fahrrad begleiten. Gegen Mittag bezogen wir in Biel das Best Western Hotel in der Nähe des Bahnhofes. Wir hatten Glück, konnten die beiden gebuchten Doppelzimmer noch in ein 3-Bett-Zimmer umbuchen.

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Am Nachmittag erkundeten wir dann die Stadt, fuhren mit der Standseilbahn auf die Höhe Magglingen , genossen von dort  den herrlichen Blick auf Biel und Umgebung und wanderten weiter zur Bergwirtschaft Hohmatt. Das Wetter war schön sonnig und warm. Die große Frage war jedoch : „ wie wird das Wetter morgen?“ Uwe war ständig damit beschäftigt, irgendwoher die neusten Wetterprognosen zu erhalten. Denn die Voraussage, ob es regnet oder nicht, konnte bisher noch nicht getroffen werden. Bisher sprach alles eher für Regen.

Am Abend fuhren wir dann zum Eisstadion (Start/Ziel) die Startunterlagen abholen und um die Fahrradvignette für Hartmut als Begleiter zu erwerben. Anschließend aßen wir in einem Restaurant ganz lecker Abendbrot. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir uns gleich wieder für Sonnabendabend angekündigt haben.

Dann war er da der 11. Juni, der Tag des Starts! Wir standen gegen 08.00 Uhr auf gingen Frühstücken, holten für Hartmut das über Internet bestellte Leihfahrrad ab und machten einen Spaziergang zum Bieler See. Anschließend verbrachten wir 1h damit zu, unsere Sachen für den Lauf zur richten, zu packen und alles bereit zu legen. Um 13 Uhr gingen wir dann Pizza essen. Ich hatte im Internet gelesen, dass Pizza die beste Mahlzeit vor einem Marathon ist, da sie alle wichtigen Elemente ( Kohlenhydrate, Chrom …) enthält. Nach dem Essen war Mittagsschlaf angesagt. Ich habe jedoch höchstens nur 1h schlafen können, da der Verkehrslärm durch die Kreuzung unmittelbar vor unserem Hotel so laut war. Gegen 19.00 Uhr fuhren wir dann zum Start, wo es dann nur noch warten, warten hieß bzw. zwischendurch immer mal wieder Toilette.

Um 21.15 Uhr machte sich dann Hartmut fertig um unter „Polizeischutz“ mit dem Fahrradkonvoi nach Lyss vorzufahren. Denn erst ab dort, also nach 20 km, war die Fahrradbegleitung erlaubt.

 

Um 22.00 Uhr ging es dann endlich los! Ich habe schon Respekt vor den 100 km. Mental habe ich die Strecke zwar bereits gewonnen aber spielen da auch die Beine, die Muskeln mit? Würde es mir auch wie Steffi, Holger … ergehen, die laut ihrer Laufberichte irgendwann zum Gehen gezwungen waren? Ich bin noch nie mehr als 73km gelaufen. Vor zwei Jahren den langen Rennsteig mit 73 km und dieses Jahr im März einmal 65 km. Mein Ziel für den Lauf war ankommen und das möglichst laufend.

So hielt ich mich an den Ratschlag, nicht zu schnell zu laufen, begann mit etwa 7.30 min/km. Aber ich verfolgte dass nicht weiter, lief einfach nach Gefühl im Wohlfühltempo.

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Durch das Stadtzentrum hindurch aus Biel hinaus war euphorisch. Rechts und links standen dicht gedrängt die Zuschauer, jubelten lautstark und winkten mit Leuchtstäben. Kleine Kinder rannten streckenweise mit bzw. hielten ihre Hände zum Abklatschen entgegen. Bei etwa der 8km dann der erste Anstieg. Viele hatten mir dringend geraten, die Anstiege zu gehen um Kraft zu sparen. So tat ich es, obwohl ich lieber gelaufen wäre.

Dann ging es aus der Stadt hinaus und nach 10 km in die Dunkelheit. Jetzt kam meine Stirnlampe zum Einsatz. Ich war froh sie mitgenommen zu haben, denn es war streckenweise richtig dunkel. Ohne Lampe hätte ich mich sonst an einen „beleuchteten Läufer“ hängen müssen und hätte nicht mein eigenes Tempo laufen können. Der Wettergott hatte es auch gut mit uns gemeint, das Regengebiet hat uns verschont. Allerdings war es recht schwül-warm. Bei etwa 12 km ging es über einen Feldweg. Das Korn duftete angenehm. Jetzt wurden wir auch von den ersten Halbmarathonläufern und kurz danach von den Marathonläufern überholt, die 30 min nach uns gestartet waren.

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Der erste Höhepunkt war Aarberg, das Ziel des Halbmarathons. Hier herrschte Volksfeststimmung. Es ging über eine überdachte historische Holzbrücke, die noch von applaudierenden Zuschauern gesäumt war. Im Nachhinein ärgere ich mich, mir nicht die Zeit zum Anhalten genommen zu haben, um Fotos zu machen.

 Dann kam Lyss bei 20 km, wo Hartmut mit dem Fahrrad auf mich wartete und mich von dort an begleitete. Er kümmerte sich rührend um mich und versorgte mich zwischen den Verpflegungsstellen mit Getränken und Energiespendern. Vor allem in der zweiten Hälfte war das sehr hilfreich und wichtig.

Mir ging es richtig gut, konnte gar nicht verstehen, dass einige schon gehen mussten. Zwischendurch kam ich mit einer Läuferin ins Gespräch, die das 2. Mal dabei war und auch bereits den langen Rennsteig in einer Zeit absolviert hatte, die meiner vor zwei Jahren entsprach.

Ich befragte sie deshalb zu Ihren Erfahrungen zur Lauftaktik beim 100ér, vor allem was das „Gehen“ betrifft. Sie meinte, dass man irgendwann eh gehen muss und da kann man auch bereits alle Anstiege gehen. Zunächst nahm ich diese Empfehlung noch an und marschierte die Anstiege hinauf. 

 ... also was das Streckenprofil betrifft, hat man mir immer gesagt, Biel wäre eine Flachstrecke. Das kann ich nun gar nicht bestätigen. Viel anders als beim Rennsteiglauf - Marathon ist das auch nicht, nur dass da noch 60 km Flachstrecke dazukommen.

 Gegen 3.00 Uhr erreichten wir nach 4:57:03 h Kilometer 38,5- die erste Zeitnahme. Mir ging es prima, ich hatte keinerlei Beschwerden. So erklärte ich Hartmut „fürs Protokoll“ dass ich weiterlaufen werde. Von etwa da ab lief ich auch wieder (bis auf den Berg nach Bibern) fast alle Anstiege. Gehen bringt mir bei den meisten Steigungen keine Erleichterung. Eher im Gegenteil, das Wiederanlaufen ist mir  unangenehm. Ich habe so eine Technik beim Laufen am Anstieg, dass ich überhaupt nicht aus der Puste komme und keine Anstrengung spüre.

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Weitere „magische Grenzen“ waren dann Kilometer 45 (Marathon ist geschafft!) und Kilometer  50. Die Hälfte ist geschafft! Hier musste natürlich ein Foto gemacht werden. Auch verkündete ich  lauthals einem Mitläufer, dass man nun weiterlaufen muss, da es ja zurück jetzt viel weiter als bis ins Ziel ist. Vor allem, mir ging es immer noch gut. Ja, so langsam merkte ich natürlich auch meine Beine, sie waren zeitweilig auch schwer aber das verging wieder. Es gab dann wieder Abschnitte, wo ich wieder total locker war. Ich denke es hing mit der Ernährung mit der Energiezufuhr zusammen. Auch dazu habe ich mich vorher ausführlich belesen. So habe ich an jedem Verpflegungspunkt immer zu mir genommen: ½ Becher Wasser, ½ Becher Brühe, 1 Beutel „Sponsor-Koffein-Gel“ + ½ Becher Wasser und ½ Becher Cola. Zwischen den Verpflegungspunkten, wenn mein Magen leicht knurrte bzw. meine Beine schwerer wurden, habe ich Ultra-Gel-Chips und Müsliriegel gegessen, die mir Hartmut beim Laufen reichte.

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Um 05:20 Uhr trafen wir dann in Kirchberg nach 07:20:15 h ein. Hier war die zweite Zeitnahme und Ausstiegsmöglichkeit. Außerdem mussten die Fahrradbegleiter für 10 km die Strecke verlassen , durften erst wieder ab Kilometer 65 begleiten. Eigentlich hatte ich vor dem Rennen mir überlegt, hier mal eine längere Pause zu machen, ggf. Massage …Aber ich hatte nicht das Bedürfnis und es war nicht notwendig. Mir gings gut, also weiter. Ich deckte mich noch mit 3 Ultra- Gel-Chips in der Hosentasche ein, da ich ja nun die nächsten 10 km nicht auf Hartmut als „Wasserträger“ zurückgreifen konnte und stürmte weiter. Jetzt ging es auf den berühmten  Ho-Chi- Minh- Pfad. Auf den hatte ich mich eigentlich gefreut. Aber die Konzentration darauf, auf dem teilweise unebenen, schmalen und verwurzelten Untergrund nicht zu Stürzen, war so groß, dass ich die romantische Umgebung gar nicht genießen konnte. Erst die letzten Kilometer waren wieder ein schöner Weg. Nach einem kurzen Stopp in den Büschen um meinen Darm, nach der „Holperstrecke“ zu entleeren, hatte ich plötzlich einen „Lauf“. Ich spürte richtig einen Energieschub und „raste“ an einigen langsam gehenden Läufern vorbei. Bei Kilometer 65 wartete dann Hartmut auf mich, dem ich nur zurief, dass ich nicht anhalten will, da es gerade gut läuft.

Hartmut erzählte mir dann, dass „Schildkröte“ Uwe etwa 30 min vor mir wäre und es ihm gut ginge.

Gegen 08.00 Uhr erreichten wir dann Bibern. Schon von weiten sah ich den Berg wo es dann  recht steil und lang hinaufging. Ich geriet jedoch bei dem Anblick nicht in Panik, sondern betrachtete es als Laufpause, die ich mir ja nach 76 km nun doch mal erlauben konnte. Vorher war jedoch noch bei Kilometer 76,6 die 3. Zeitnahme, die ich nach 10:10:31h durchlief. Mit einem Becher in der Hand nahm ich dann den Berg vergnügt in Angriff. Hartmut hatte mit seinem Fahrrad mehr zu kämpfen, dass er hochschieben musste, da es so steil war. Das schöne an Bergen ist jedoch, dass es meistens auch wieder runter geht und hier ging es runter, aber gewaltig! Runter ist ja sowieso  meine Stärke und so ließ ich mich wie gewohnt „rollen“. Ach, tat das meinen Muskeln gut, diese andere Belastung und vor allem das Hinunter „meterte“. So war bald Arch bei Kilometer 80 erreicht. Von nun an stand auf den Kilometerschildern zusätzlich die Angabe der noch zu laufenden Kilometer. Also noch 20 Kilometer, nur eine Sonntagstrainingseinheit! Ich wusste, dass hier nichts mehr anbrennt, ich in jedem Fall irgendwie ins Ziel kommen würde. Damit stellte sich aber auch eine leichte Laufmüdigkeit bei mir ein und zwar eher mental. Zum Glück kam jetzt ein sehr schönes Laufstück am Ufer der Aare entlang.

An der Verpflegung in Büren kurz vor Kilometer 90 war ich dann etwas müde und lustlos. Hinsetzen und ausruhen kam für mich nicht in Frage, die Angst nicht mehr hochzukommen war zu groß, außerdem sehnte mich danach schnell anzukommen um endlich den Triumph über das Geleistete erleben zu können. Es war wie eine Vorfreude auf Weihnachten in Kindheitstagen.

So dachte ich mir, vielleicht doch mal ein Stück zu gehen, dabei so munter zu werden, dass ich dann viel schneller laufen kann als vorher und alles noch schneller geht. Ich bin aber keine 100 Meter gegangen, da fragte Hartmut mich ob ich Probleme im Bein habe, da ich es irgendwie nachziehe und auch ein wenig schwanke. Nee…, ich hatte keine wirklichen Probleme, nur etwas müde und warum gehe ich eigentlich? Gehen ist doch viel anstrengender als Laufen! Außerdem ich kann ja auch noch laufen, habe keine Schmerzen. So war nach 100m das Thema „Gehen“ für mich endgültig erledigt. Ich lief weiter und wurde auch schnell wieder locker.

Die letzten 10 Kilometer überholte ich noch viele „Gehende“. Auch einen längeren Anstieg meisterte ich problemlos laufend. Dankbar war ich auch auf den letzten Kilometern dafür, dass Hartmut da war und mich laufend mit Getränken versorgte. Denn obwohl es nicht heiß war, das Wetter hatte es sehr gut mit uns gemeint, hatte ich schon wieder nach wenigen Kilometern einen trockenen Mund und war froh über die Getränkemöglichkeit außerhalb der Verpflegungspunkte.

Bei Kilometer 95 wechselte ich mein T-Shirt um in den Vereinsfarben der Laufgruppe zu finishen. Von hier ab wurde jetzt jeder Kilometer ausgewiesen der noch zu laufen war. Schon von Beginn des Laufes an, freute ich mich auf den Kilometer 99. In allen Laufberichten die ich gelesen hatte, wurde er erwähnt. So fieberte ich auch darauf hin. Ich wollte mich dort mit meinem Handy fotografieren lassen und das Foto gleich per MMS an meinen Mann nach Berlin schicken.

Dann sah ich das 99-Kilometerschild von weiten und schickte Hartmut vor um den Fotoapparat klar zu machen. Bei mir kullerten dann vor Freude die Tränen und ich ließ lauthals meine Emotionen raus. Zum Glück war gerade keiner in der Nähe. Dann das Foto mit Fotoapparat und Handy und der Versuch die MMS abzuschicken. Das klappte leider aus dem Schweizer Netz nicht. Hartmut ermahnte mich, nicht weiter so rumzutrödeln, ich könnte doch auch noch in 10 Minuten das Foto versenden. Ja, so bereitete ich mich auf den Zieleinlauf vor. Die letzten Meter machten richtig Spaß zu laufen, durch ein Spalier von Zuschauern und Sportlern, die bereits angekommen waren. Auch Uwe winkte mir kurz vor dem Ziel zu.

 Nach 13:37:44 h überquerte ich mit einem Schlussspurt die Ziellinie. Ich hatte es geschafft und meinen ersten 100-Kilometer-Lauf erfolgreich beendet.

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Durchgangszeiten und Zwischenergebnisse:

Kilometer

Zeit

Gesamtplatz - Frauen von 201

Platz Altersklasse W45 von 49

38,5

04:57:03

137

35

56,1

07:20:15

111

30

76,6

10:10:31

95

26

100

13:37:44

95

26

Gesamtplatz (Männer + Frauen ) von 1260 Klassierten nach 100 km : Platz 795

 

 

 

 

 

 

7. Sächsischer  Mt. Everest Treppenmarathon 16./17.4. 2011

 Prolog:

 Seit 2004 laufe ich Marathon. Ich liebe das Event aber ich bin nicht laufsüchtig. Mit meinen Laufzeiten kann ich nirgendwo einen „Blumentopf“ gewinnen … ach doch wenn ich diese Zeiten halte, reicht es in 25 Jahren in der AK 75 beim Rennsteiglauf zum 3. Platz. So brauchte ich neue Herausforderungen. Solche, wo nur das „Ankommen“ schon ein Sieg ist. Dazu zählten für mich 2008 der Supermarathon beim Rennsteiglauf und letztes Jahr Biel. In Vorbereitung auf Biel studierte ich sämtliche Laufberichte dazu im Internet. Dabei stieß ich auf die Webseite von Heiko aus Hamburg www.schlussläufer.de  Seine Berichte sind nicht nur erfrischend, humorvoll und spannend, sondern für mich auch sehr motivierend. Was helfen mir Trainingspläne und Berichte von Topläufern. Nein, da ist einer, der vor allem durch Willensstärke und Ausdauer durchkommt. Das kann ich auch!

Durch Heiko erfuhr ich vom Radebeuler Treppenmarathon. Ich war sofort von der Idee dieses Laufes, den Mt. Everest zu erklimmen, fasziniert, auch wenn es „nur“ Höhenkilometer sind (allerdings vom Meeresspiegel aus). Da die Teilnehmerzahl bei diesem Lauf auf 60 begrenzt ist, meldete ich mich sofort zu Meldebeginn an. Nun kam ich aus dieser „Nummer“ nicht mehr raus und es nahm seinen Lauf …

Training:

 Dieser Lauf ist schon was Besonderes. In 24h eine Treppe 100x hoch und runter zu laufen. Wie trainiert man dafür richtig, dass es am Ende passt? Wochentrainingspläne gibt es dazu nicht im Internet. Natürlich, Treppen laufen so oft und so lange es geht… Das ist aber nicht mein Ding. Schließlich gibt es ja noch die Familie, den Beruf, die Laufgruppe… Also, Treppentraining nur so viel wie nötig! So schrieb ich einige der erfolgreichen Treppenläufer 2010 an. Rainer Kauczor antwortete und gab mir ausführliche Tipps zu Training und zum Wettkampf, die mich immer wieder zu konsequenten Treppentraining animierten. Dafür noch mal herzlichen Dank! Am 15. November fing ich mit dem Training an. Im Hochhaus nebenan mit 16 Etagen, 256 Stufen, trainierte ich zunächst 1x die Woche ca. 1h. Dazu kam dann noch das „normale“ Training mit der Laufgruppe von 10km und 20km in der Woche. Training in einem einsamen, kahlen Treppenhaus ist wirklich öde. Zum Glück gibt es Mp3-Player und spannende Krimi- Hörbücher. Ich bin da jetzt ein richtiger Fan geworden. Oft habe ich noch 1-2 Runden mehr gedreht, da es gerade so spannend war. Ich freute mich sogar auf das Training um weiter hören zu können. Treppe laufen ist wirklich was ganz anderes. Was sind 20km joggen gegen 1h Treppe. Treppe laufen geht ganz schön auf die Puste. Ab Januar habe ich die Treppeneinheiten in Anzahl und Dauer erhöht, trainierte 3x die Woche bis 2h. Nach meinem Verständnis muss mein Körper und die Muskeln diese Art der Belastung einfach nur kennen lernen, damit er dann am Tag der Entscheidung weiß, das ist nichts Ungewohntes, alles ist normal. Die Länge der Belastung muss dann nur noch über den Kopf gehen. Ob das so stimmt? Ich schaffte es einfach zeitlich nicht längere Trainingseinheiten hinzulegen. Meine längsten Einheiten waren März / April 2x 4h auf einer „Freilandtreppe“ mit 219 Stufen, bei uns am Müggelturm. „ Ups“ bemerkte ich da, Treppe ist ja nicht gleich Treppe. Die hier ist ja viel anstrengender als im Treppenhaus (wohl steiler). „Oh, was habe ich mir da eingebrockt?! Leichte Bedenken kamen auf, als ich nach 4 Stunden recht schwere Beine hatte und mir vorstellte das 24h lang machen zu wollen, also 6x so lange.

Der Lauf:

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Endlich ist er da der Tag, an dem ich in Radebeul den Mt. Everest besteigen werde. Bereits am Freitag bin ich in Begleitung meines Mannes Andreas angereist um auch ausgeruht zu sein. Im Zelt treffe ich zum ersten Mal Heiko, der ja „schuld“ an meinem hier sein ist und die anderen Mitläufer. Man fühlt sich sofort als Gemeinschaft und verbunden. Einige der Läufer nehmen aufgrund der phantastischen Atmosphäre schon zum wiederholten Male an diesem Lauf teil, auch in dem Wissen, es nicht unbedingt bis zum Ende zu schaffen. Das ist jedoch nicht mein Bestreben. Ich will auf den Gipfel!!!! Dafür habe ich 24h Stunden Zeit. Genau das ist die Frage, würde ich das zeitlich hinbekommen, bin ich schnell genug? Mentale Ausdauer habe ich, kann kämpfen wenn es ums Durchhalten geht. Rein rechnerisch muss man durchgängig über 24h eine Runde in 14 Minuten absolvieren um es zu schaffen und hat dabei 40min Zeit für Pause (Kleiderwechsel, Pipi, Essen, ggf. Massage…)zur Verfügung.

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Auf so eine „ enge Kiste“ wollte ich mich erst gar nicht einlassen. Mein Plan war vorzulegen, solange ich noch frisch bin. Denn mir ist klar, hinten raus werde ich bei dieser Distanz müder und langsamer, egal ob ich nun schnell oder langsam beginne. Ich nahm mir also vor in 10 Stunden, d.h. bis 2.00 Uhr nachts 50 Runden zu absolviert, also die Hälfte. Das bedeutete 5 Runden pro Stunde in jeweils 12 Minuten. Dabei hoffte ich auf meine Bergab-, bzw. Treppabstärke. Nach der ersten Stunde merkte ich, dass das Tempo stimmt. Runter ist eh nicht kräftezehrend und hoch stieg ich bewusst entspannt ohne zusätzlichen Kräfteeinsatz. So hatte ich Rundenzeiten unter 12 Minuten, am Anfang wohl sogar unter 11 Minuten. Das sagte man mir aber erst später. Ich hatte zunächst erst mal meine Probleme mit der oberen Wende. Ich musste mich konzentrieren, mit dem Transponder die Rundenzählung auszulösen, zu trinken und zu essen und dann noch auf den Bildschirm zu schauen um meine Rundenanzahl und –zeit zu finden. Das letztere gelang mir dann regelmäßig erst nach 1 Stunde. Dafür vergaß ich dann aber oft mir ein Koffein-Energie-Gel aus meiner Selbstversorgung einzustecken, um es dann an der unteren Wende beim Hinaufgehen in aller Ruhe mit Wasser „verspeisen“ zu können. Seit Biel schwöre ich auf diese Dinger von Sponsor. Das einzige Problem dabei ist, irgendwann will mein Magen auch mal was Festes dazu. Leider gab es keinen Schleim und die Bananen waren oft gerade alle. Das soll keine Kritik an der Verpflegung sein, denn im Zelt gab es leckere Nudeln, Schnittchen … , aber fürs Nudeln essen hätte ich pausieren müssen und Schnittchen habe ich Treppab beim Laufen nicht runter bekommen. 

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Ich genoss den Lauf, lebte für den Moment. Bloß nicht an die Zeit denken, die noch vor einem liegt. Immer wieder war ich beeindruckt, wenn  hochzu Marco oder Antje an mir mit einer Leichtigkeit vorbeistürmten, oft auch noch mit ein paar netten Worten. Auch mit anderen Mitläufern kann man ins Gespräch, vor allem wenn man hintereinander die Treppe wie in einer Seilschaft hochstieg.
 Gerührt war ich auch von der Anteilnahme von Heike, sie machte sich am Anfang Sorgen um mich, dass ich viel zu schnell bin und nicht durchhalten könnte. Schließlich hatte ich ja kaum Erfahrungen mit Ultraläufen. Aber ich wusste was ich tat und lief gefühlsmäßig kräftesparend.
 Dann waren da noch die Zuschauer! An erster Stelle natürlich mein Mann, der mich anfeuerte aber es auch in kurzer Zeit geschafft hatte, mir einen „Fanclub“ aufzubauen, aus mir bisher unbekannten Leuten, die mich dann Runde für Runde lauthals und namentlich anfeuerten. Im Laufe des Nachmittags und Abends tauchten an der Strecke dann noch meine Tochter mit ihren Freundinnen auf, meine Tante Reni aus Dresden und meine Freunde aus der Laufgruppe Birgit und Klaus. Alle feuerten mich an und motivierten mich durchzuhalten.

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Dann kam die Nacht und es wurde am Streckenrand ruhiger aber nicht unbedingt härter, wie mir einige vorher versichert hatten. Durch die am späten Abend gestarteten Staffeln war ständig „Stimmung“ auf der Strecke. In halsbrecherischer Weise stürmten die teils jugendlichen Läufer die Treppe hinunter. Mehrmals schrie ich vor Schreck auf, weil ein Sturz nur knapp vermieden wurde.

 Herrlich war der Blick auf das nächtliche und beleuchtete Dresden. Es war zum Glück auch nicht richtig kalt geworden. Irgendwann entschloss ich mich dann auch mal dazu, mir etwas Trockenes und Langärmliges anzuziehen. Ich nahm mir vor, immer nach 10 Runden „ Pause“ zu machen, dass heißt, auf die Toilette zu gehen, mich umzuziehen oder mal richtig im Zelt zu speisen. Kündigte das auch mehrmals an, aber es wurden immer nur kurze Unterbrechungen von weniger als 5 Minuten um die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Für längere Pausen hatte ich nicht die richtige Ruhe aber auch nicht unbedingt das Bedürfnis. Zu groß ist auch meine Angst, dass nach einer Pause der „Motor“ in mir abgeschaltet hat, weil er denkt es ist Schluss und nicht wieder anspringen will

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Mehrmals hatte ich Sorge ob meine korrekte Runde gezählt wurde. Beim ersten Mal hatte ich plötzlich Angst, es könnte 2x gezählt worden sein, was dann wohlmöglich erst nach der Auswertung bemerkt werden würde… Da beruhigte mich aber Christian bei meiner Nachfrage und erklärte, dass das technisch nicht passieren könnte. Die anderen Male hatte ich vergessen ob ich die Rundenzählung überhaupt ausgelöst hatte oder nicht. Deshalb ließ ich nach Runde 50 prüfen ob ich in den letzten 10 Runden mal die doppelte Zeit brauchte. Natürlich war alles in Ordnung.

Wie erhofft hatte ich gegen 2.00 Uhr mit 50 Runden die Hälfte des Gipfels erklommen. Den Gedanken daran, das Gleiche noch mal absolvieren zu müssen (wollen), verdrängte ich sofort. Ich werde das schaffen! Außerdem haben sich für Sonntag erneut meine Familie und Freunde zum anfeuern angekündigt, da muss ich ja noch auf der „Piste“ sein. Auch war ich ja so leichtsinnig Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen von meinem Vorhaben hier zu unterrichten und ich habe keine Lust erklären zu müssen, warum es ggf. nicht geklappt hat. Allerdings war mir klar, dass ich für die 2. Hälfte deutlich mehr Zeit benötigen würde, war auch schon langsamer geworden. Aber ich hatte ja 2h Reserve „angesammelt“

Schön war dann, als der Morgen anbrach. Plötzlich fingen die Vögel an zu zwitschern und es wurde langsam hell. Gegen 06.30 Uhr war dann meine Schwester aus Chemnitz zum Anfeuern da.
 Ich hatte etwa 70 Runden zurückgelegt und hatte mit einem mal Probleme im rechten Bein in Höhe Knie beim treppab. Eine Sehne, Muskel oder was auch immer schmerzte. So musste ich leider Tempo rausnehmen. Ausgerechnet hier, wo ich ja Zeit machen konnte! Bergab auf der unteren Wende schmerze es jedoch nicht und auch nicht die Treppe hoch. Ich schwächelte also.
 Zum Glück war dann Uta da. Uta die jedes Jahr den Treppenlauf bis zum Ende ohne Pause  durchzieht und die 100 Runden nur um 3 Runden verfehlt. Was für eine mentale Stärke und Energie! Mit Uta absolvierte ich nun einige Runden gemeinsam. Sie machte mir Mut, in dem sie meinte, dass sie in all den Jahren immer diese Rundenzeiten hatte und da ich ja an die 6 Runden Vorsprung hätte, ich die 100 Runden noch schaffen müsste wenn wir mit diesem Tempo weiter laufen würden. Bei einer meiner nächsten „Pausen“ salbte ich die schmerzende Stelle mit einem Gel ein, es war nichts geschwollen oder verfärbt. Ja und irgendwann hatte ich dann keine Probleme mehr. Glück gehabt!

Nach Marko, der bereits vor 7.00 Uhr den Gipfel als Erster erreichte, beenden nun immer wieder Läufer ihre 100 Runden. Mit jedem fühlt man mit und freut sich. Jeder der auf der letzten Runde ist, erhält von Clara, einem etwa 10jährigen Mädchen, das bis in die späte Nacht an der unteren Treppe saß und anfeuerte, einen Blütenzweig. So weiß jeder, dass dieser Läufer in der letzten Runde ist. Das ist total emotional. Ich bin davon jedoch noch weit entfernt.

Am Vormittag tauchte dann an der unteren Treppe mein treuer Lauffreund Hartmut auf, der extra wegen mir einen Besuch bei Verwandten auf dieses Wochenende legte, um mich anzufeuern. Im Schlepptau nahm ich ihn mit die Treppe hinauf, die Helfer drückten ein Auge zu.

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Gegen Mittag war auch wieder meine Tochter mit ihren Freundinnen da, die für Stimmung sorgten und mich motivierten. Ich hatte 90 Runden absolviert und war neben der normalen Müdigkeit vor allem mental müde. Was sind 10 Runden? Eigentlich der Endspurt. Jedoch, wenn ich daran denke, dass ich dafür noch über 2h brauche…

Irgendwie kommt mir dieses Gefühl bekannt vor. Das hatte ich auch letztes Jahr in Biel bei Kilometer 85- eine Lustlosigkeit aufgrund der Vorfreude auf das greifbare Ziel, so nach dem Motto „ ich will es jetzt gleich und nicht länger warten“ Also keine körperliche Schwäche sondern nur mental.

Mein Familie und mein spontaner Fanclub motivierte mich jedoch, vor allem als mein Mann mir mitteilte, dass ich jede Runde in 20 Minuten zurücklegen konnte um das Ziel zu erreichen, war ich wieder voll da. Ich hatte nämlich den Überblick verloren und keine Muße mehr zum Rechnen.

 Dann war sie da die letzte Runde! Mit Tränen in den Augen stürmte ich die Treppe herunter, erhielt von Clara den Blütenzweig um mit ihm an den Zuschauern vorbei die letzte Wende zu laufen. Alle jubelten und klatschten.

Clara machte noch ein Foto, dann ging es hinauf auf den Gipfel, den ich nach 23:00:47 h erreichte.

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Ich habe es geschafft und den Mt. Everest mit einer Höhe von 8848m hier in Radebeul bezwungen. Das war mein Ziel! Dass ich nebenbei auch noch den 2 Platz bei den Frauen belegte ist eine tolle Zugabe, denn wann stand ich schon mal auf dem Treppchen ???

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Nachbetrachtung:

 Alles was bisher über diesen Lauf geschrieben wurde stimmt. Er hat aufgrund seiner Idee, den Mt. Everest in der Höhe zu besteigen, einen unbeschreiblichen Reiz. Dazu die tolle Atmosphäre, Organisation und Verbundenheit aller Beteiligten. Für mich war es ein nachhaltiges Erlebnis, dass mich stolz macht, etwas Besonders geschafft zu haben, dass eigentlich total verrückt ist und auch noch nicht so viele geschafft haben.

Der Lauf war anstrengend, aber eher aufgrund seiner Dauer und dem Ziel 100 Runden schaffen zu wollen. Entgegen vorherigen Warnungen hatte ich während des Laufes nicht einmal daran gedacht aufzuhören.

Dass man nebenbei einen Doppelmarathon läuft, habe ich gar nicht so empfunden.

Jetzt 2 Tage nach dem Lauf bin ich nahezu beschwerdefrei. Der Muskelkater ist fast weg, die aufgeriebenen Schupperstellen am Körper verheilen und die zwei Fußnägel, die abfallen werden, werden auch wieder nachwachsen.

Ob ich noch mal wieder kommen werde? Ich denke eher nicht. Ich werde mit Wehmut jedes Jahr daran denken, aber ich habe mein Ziel erreicht. Für eine erfolgreiche Wiederholung fehlt mir die nötige Motivation, auch für das Training dazu.

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Swissalpine K78 am 30.07.2011 in Davos (Schweiz)

Ein Bericht von Gabi Lipfert

 Bereits seit 2004, als ich mit dem Training für meinen ersten Marathon begann, träumte ich davon, einmal den Swissalpine über die „Königsdisziplin“ zu laufen. In einem Marathonvorbereitungsbuch hatte ich einen Laufbericht darüber gelesen.

Dieses Jahr war es nun so weit. Mit dem Supermarathon beim Rennsteiglauf  2008 und den 100 km von Biel im letzten Jahr  hatte ich bereits ein wenig Erfahrung mit Ultraläufen gesammelt. Außerdem absolvierte ich ja im April diesen Jahres erfolgreich den Radebeuler Mt. Everest-Treppen-Marathon über 8848 Höhenmetern. Da hielt ich es für eine gute Idee, das Training dafür gleich auszunutzen und den Swissalpine im Anschluss noch „mitzunehmen“.

 Nach 12 Tagen Fahrrad-Urlaub in der Bretagne in Frankreich reiste ich mit meinem Mann Andreas bereits am Donnerstagabend in Davos an. So hatte ich am Freitag die Möglichkeit, mit einer Gondelfahrt auf  das Jakobshorn, mich schon mal an die Höhe zu gewöhnen. Ich fühlte mich sehr  gut und war recht gelassen. Durch den Fahrradurlaub hatte ich noch vorher nicht geplantes „Bergtraining“ absolviert, da es dort unerwartet hüglig war und wir die Räder sehr oft Berge hinaufschieben mussten.

 Der Swissalpine 2011 war dieses Jahr eine Besonderheit. Er führte dieses Jahr als  „Test für eine Schlechtwettervariante“ ab Keschhütte über einen anderen Pass (Sertigpass) und anders Tal zurück nach Davos. Damit war er dieses Jahr länger (79,1 km) und es mussten auch mehr Höhenmeter zurückgelegt werden, als in den letzten Jahren.  Ich war jedoch zuversichtlich und davon überzeugt den K78 des Swissalpine erfolgreich zu meistern, als ich am Sonnabend früh um 07.00 Uhr am Start stand. Kurz vor dem Start traf ich noch die mir bekannten Ultraläufer Andrea Möhr aus Berlin und Dieter Geyer aus Hannover.

 Das Wetter war mit Temperaturen um die 15°C und klarer Sicht gut. Der Swissalpine K78 ist aufgrund seines Profils nicht mit anderen Marathons zu vergleichen. Man läuft im Prinzip erst einen Marathon ( Bergün 40,3 km) um dann einen Gipfelanstieg zur Keschhütte mit 1350 Höhenmetern auf einer Länge von 13,9 km zu absolvieren (im Durchschnitt sind das fast 10% Steigung) , anschließend die Passüberquerung mit noch mal 342 Höhenmetern und der Abstieg mit einer Länge von ca. 20 km nach Davos mit noch einigen kleineren „Höhenschikanen“. Meine einzige Sorge war, dass ich die Zielschlusszeiten für bestimmte Streckenpunkte schaffe, um nicht vorzeitig aus dem Rennen genommen zu werden. Meine erste Richtzeit war deshalb in Filisur nach 31,1 km. Dorthin ist auch Andreas mit der Bahn gefahren um mich anzufeuern.  Die Strecke nach Filisur ist herrlich.

Wiese mit Berge

Man läuft über grüne Wiesen mit Blick auf die Berge , steigt über schmale Waldwege und sieht in die Täler, durchquert Schluchten mit Tunnels neben reißenden Bächen. In den Dörfern und an den Verpflegungspunkten wird man lauthals mit Kuhglockengebimmel und Klatschen angefeuert.

Brücke Klamm

Ich komme gut voran. Wie gewohnt sprinte ich die abschüssigen Wege hinunter, kurze Anstiege laufe ich und die steileren, längeren Passagen gehe ich, wie alle anderen neben mir auch. Wenn es bergauf geht und ich sowieso anhalten muss, nehme ich mir auch noch Zeit zum fotografieren.

Erstes Highlight ist bei Kilometer 25 in Wiesen. Zum einen werde ich an der Verpflegungsstelle  am Bahnhof namentlich begrüßt zum anderen überqueren wir hier auf  einem schmalen Pfad  der Eisenbahnbrücke eine tiefe Schlucht. Neben uns fährt gerade der Regionalzug, so dass wir den Passagieren zuwinken. Am Ende der Schlucht geben drei Alphornbläser ihr Ständchen. Leider kreist über uns gerade der Hubschrauber mit dem Fernsehen, so dass wir das Konzert nicht wirklich hören.

Brücke Wiesen

Filisur bei Kilometer 31,1 erreiche ich wie geplant nach knapp 3 ½  h und somit eine Stunde Vorsprung vor Streckenschluss. Andreas ist wie verabredet da und macht Fotos.

Filisur

Nach einem kurzen Stopp an der Verpflegung geht’s weiter Richtung Bergün. An den Verpflegungspunkten beschränke ich mich zunächst auf Wasser und „verspeise“ eins meiner bewerten Gels von Sponsor. Später, nachdem mein Magen knurrte und was Festes wollte, nahm ich mir Müsliriegel mit, die ich beim Bergaufgehen knabberte. Bis Bergün ging es schon, bis auf wenige Abschnitte, stetig bergauf. In Bergün (Kilometer 40,3) war Kleiderwechsel angesagt. Es wurde uns vorher geraten, aufgrund der  niedrigeren Temperaturen in der Höhe, langärmlige Kleidung , Mütze … anzuziehen. Diese Sachen konnte man vorher hierher nach Bergün transportieren lassen. Ich nutze das und wechselte mein verschwitztes und nasses
 T-Shirt, zog was langärmeliges unter und nahm noch eine leichte Jacke mit, die ich mir zunächst um den Bauch band. Außerdem steckte ich mir weitere Gels ein. Dann erst ging es über die Zeitnahmematte, die ich nach 05:19h überquerte und damit immer noch 1h Vorsprung vor dem Zielschluss hatte. Von nun an ging es nur noch bergauf . Die 7 km bis Chants  mit einer Steigung von ca. 5-6%, danach waren es zum Teil 10- 15%. Ich weiß nicht mehr genau ab wann nur noch gegangen wurde, aber mit Sicherheit ab Chants war „nur noch“ Bergwandern angesagt. Da ich das Gefühl hatte, dass ich in der Lendenwirbelgegend etwas fest wurde, ließ ich mir von den Helfern in Chants eine wärmende Salbe raufschmieren. Das hat gut geholfen. Ansonsten fühlte ich mich gut. Mit Bergwandern habe ich ja Erfahrungen. Aber es war anstrengend und ich ärgerte mich, dass ich nicht schneller konnte, mich andere hier überholten.

Kilometer 50

Dann fing es an zu regnen, es wurde windiger und kälter. Ich bedauerte nun, den Regenumhang in Bergünvergessen zu haben, da meine Jacke nur eine Windjacke ist und dem Regen nicht lange standhalten würde. Zum Glück hörte der leichte Regen schnell wieder auf.  Irgendwann war dann endlich die Keschhütte (2632 m) in Sicht, das nächste Etappenziel. Ein Mitstreiter bestätigte mir nochmal, dass wir gut im Zeitplan liegen, immer noch 1 Stunde vor Zielschluss. An der Keschhütte (Kilometer 52,9) traf ich dann nach 8:23h ein. Die Sicht war zum Glück gut, so dass ich noch ein paar schöne Fotos machen konnte.

Keschhütte

Dann stärkte ich mich mit Brühe, in die ich zusätzlich noch Schweizer Rosinenbrötchen eintunkte. Das füllte dann schnell den Magen mit was Festem, ähnlich wie Schleim. Mir ging es jetzt blendend.
 Die Anstrengung des Aufstiegs war wie weggeblasen, die Beine waren leicht und ich sprühte förmlich vor Energie. „ Was für ein geiler Lauf!“ Zunächst erfolgte ein teils technisch anspruchsvoller Abstieg in das Hochtal auf der anderen Seite der Keschhütte. Hier wären Stöcke und Knöchelstiefel jetzt gut. Trotzdem versuchte ich so schnell wie möglich von Stein zu Stein zu springen, immer unter der Vorsicht, nicht hängen zu bleiben und zu stürzen.

Abstieg Kesch

Plötzlich setzte wieder der Regen mit starkem Wind ein. Diesmal aber recht heftig. Zum Glück waren wir gerade an einem Verpflegungszelt und der Veranstalter hat Vorsorge getan. Wir wurden alle mit orangefarbenen Regenmänteln versorgt, die man uns anzog. Dafür großes Lob dem Veranstalter und den Helfern!

Verpflegung Hochtal

Man sagte mir außerdem, dass es hier nur Wasser zum Trinken gäbe, aber an der Verpflegung in 5 min (???) weiter , gäbe es Brühe. Entweder habe ich mich verhört und  man meinte 5 km , denn es waren nicht 5min sondern
 50 min bis zum nächsten Verpflegungspunkt oben auf dem Sertigpass. Das Wetter war jetzt wirklich ekelig. Sprühregen und Wind. Nur gut, dass wir den Regenmantel hatten. Dann der letzte große Anstieg auf den Sertigpass.

Aufstieg Pass

Hier gab es  die versprochene Brühe.

Sertigpass

Dann der Abstieg hinein in eine „Waschküche. Es klarte jedoch recht schnell auf und regnete auch nicht mehr. Jetzt konnte man weit in das Tal sehen und sah auch den nächsten Verpflegungspunkt unten auf einem breiteren Wanderweg. Das beflügelte und da es nun in Serpentinen bergab ging konnte ich auch recht zügig laufen. Die Beine fühlten sich weiter locker an und ich sagte mir „ jetzt nur noch 20km locker auslaufen!“.

Kilometer 60

In SertigDörfli wurde ich vom Sprecher erneut namentlich begrüßt. Da er wohl auf meinem
T-Shirt den Borussia - Adler sah, verkündete er: „Gabriela Lipfert – aus Deutschland  von Herta BSC“…

Am Verpflegungspunkt sagte man mir, dass es jetzt nur noch 13,5 km bis Davos sind und  ich es locker bis 21 Uhr schaffen würde. Erstaunt vernahm ich, dass es bereits 18.30 Uhr war. Das wäre eigentlich die Zeit für den Zielschluss hier gewesen. Wo habe ich nur die 1 h verloren? Allerdings, kann diese Zeit nicht stimmen, ist angesichts der Zielschlusszeit in Davos viel zu früh und es kommen auch noch so viele nach mir. Ist auch egal, ich habe es ja so oder so geschafft.

Ich sah das Ziel vor Augen und dachte mir, 13,5 km nur bergab, das müsste ich in ca. 2h schaffen. Andreas informierte ich so entsprechend auf die Mailbox seines Handys, damit er nicht zu früh schon angestrengt nach mir Ausschau hält.

 Es kam aber anders als ich dachte. Von wegen nur noch bergab! Es ging auf einem wunderschönen Wanderpfad durch den Wald von Clavadel. Ja, wunderschön zum wandern aber nicht zum laufen, wenn man schon 12 h unterwegs ist und 65 km in den Beinen hat. Es ging ständig auf und ab, die ersten Kilometer eher ständig bergauf. Anfangs versuchte ich noch zu laufen aber da diese Aufwärtstendenz über eine längere Strecke anhielt, gab ich entnervt auf und ging diese Passagen. Ich war jetzt müde und verärgert, dass ich nicht vorwärts kam. Dann ein langer steiler Abstieg nach Clavadel, den ich allerdings auch nicht mehr so hinunter sprinten konnte wie zum Beginn des Rennens, da die Muskeln doch schon etwas fest waren und der rechte Fußspann schmerzte, dann schon wieder ein längerer steiler Anstieg durch Clavadel und  nachfolgend in den Wald auf einen Weg, der oberhalb des Tals verlief. Unter uns im Tal war das Zentrum von Davos mit dem Stadion. Wir liefen förmlich daran vorbei. Endlich der ersehnte ab recht steile endgültige Abstieg ins Tal nach Davos. Dieses ständige Erschütterung , die fehlende feste Nahrung , taten meinem Magen anscheinend nicht gut, so dass mir kurz vor Schluss noch übel wurde und ich mich übergeben musste. Na gut, dass kenne ich nun schon, ist mir auf der „Treppe“ auch passiert. Danach war aber wieder alles ok und ich konnte problemlos weiter laufen.  Die letzten 2 Kilometer durch das Stadtzentrum von Davos waren schön zu laufen und ich hatte auch nicht das Gefühl „auf dem letzten Loch zu pfeifen“. Den Einlauf in das Stadion genoss ich. Ich wurde namentlich begrüßt und es wurde ein Rock´n Roll gespielt. Nach 13:18:13h, 79,1 km und über 2400 Höhenmetern überquerte ich glücklich die Ziellinie.

Zieleinlauf

Logo 24h Bernau0001

Ein Bericht von Gabi Lipfert

Die 24h Stunden von Bernau sind für unsere Laufgruppe Borussia - Friedrichsfelde bereits Tradition. Dieses Jahr war es das 4. Mal, dass wir mit einer Staffel an dieser wunderbaren Laufveranstaltung teilnahmen. Außerdem hatten wir dieses Jahr auch drei Einzelstarter. Ich wollte es dieses Jahr mal versuchen alleine die 24h zu meistern und Katrin Bromber und Udo Bauermeister gingen über die 6h an den Start.

Die 24h von Bernau finden im Stadtpark in Bernau von Sonnabend 14.00 Uhr bis Sonntag 14.00 Uhr statt. Bereits am Freitag reisen die ersten Mannschaften und Starter an, um entlang der Laufstrecke ihre Zelte aufzubauen. Um auch für unsere Mannschaft einen schönen Platz zu ergattern, fuhr ich am Freitagnachmittag nach Bernau und steckte mit Flatterband das gewünschte Stück Wiese ab und hisste unsere Vereinsfahne. Es war schon mächtig viel Betrieb hier und ich kam auch mit einigen Läufern ins Gespräch. Die Vorfreude auf das morgige Ereignis wurde in mir geweckt. Am liebsten wäre ich gleich da geblieben.

Am Sonnabend 10.00 Uhr war ich dann, zusammen mit meiner Tochter Katrin, die mit in unserer Staffel lief und Katrin Bromber wieder vor Ort. Jochen und Jürgen, hatten bereits unsere Pavillons aufgebaut. Nach und nach trafen dann die restlichen Läufer unserer Mannschaft ein. Schnell war unser Zeltlager komplett errichtet und im Pavillon stapelte sich die Verpflegung. Salate, Bouletten, Würstchen, leckerer Kuchen und weitere kulinarische Spezialitäten würden die 24 h zu einem „Genuss- Camping- Wochenende“ mit zwischenzeitlichen Laufen machen.

2011- 09  Verein Bernau 039

Zu unserer 10ér Mix-Staffel (5 Frauen + 5 Männer) gehörten: Birgit Mohr, Bärbel Fischer, Doreen Körber, Katrin Lipfert, Claudia Stephan, Jürgen Hornig, Bert Hofmann, Jan Meghari, Armin Ehrhardt und Ingo Zimmermann.

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Pünktlich um 14.00 Uhr fiel dann der Startschuss. Die Startläufer der Staffeln sprinteten sofort los, während die Einzelläufer eher gemütlich auf die 1,6 km lange Runde gingen.

Für mich war es mein erster 24h-Lauf als Einzelläufer. Ich hatte kein konkretes Ziel, wollte einfach nur die tolle Atmosphäre genießen und zu der Gemeinschaft der gestandenen Ultraläufer dazugehören. Meine eigentlichen Saisonhöhepunkte hatte ich ja bereits mit dem Radebeuler Treppenmarathon im April und dem Swiss alpine über die K78 im Juli. So hatte ich mich auch nicht speziell auf einen 24h-Lauf vorbereitet. Dachte mir aber, da ich im letzten Jahr in Biel 100 km gelaufen bin, so 120 km ++ laufen zu können. Somit war mein erstes Nahziel 100 km, die ich hoffte bis ca. 04.00 morgens zu schaffen.

Der 1,6 km lange Rundkurs ist wunderschön aber auch anspruchsvoll. Vorbei an der Stadtmauer, um einen Teich, rauf und entlang eines Burgwalls mit rechts und links Wasser und nicht zuletzt um das „Zeltlager“ der Teilnehmer herum, wo immer tolle Stimmung herrschte und man lauthals angefeuert und beklatscht wurde. So zog ich im Wohlfühltempo meine Runden, während die Staffelläufer an mir und den anderen Einzelläufern vorbeistürmten. Besonders schön war es, wenn meine Mannschaftskameraden aus der Vereinstaffel mich überholten. Ich freute mich darüber, dass sie viel Spaß an diesen Laufevent hatten. Klasse war auch der Moderator der Laufveranstaltung Ecki Broy. Bei jedem Durchlauf der Start/Ziellinie begrüßte er einen persönlich und gab Informationen zu jedem Läufer. Außerdem motivierte er einen immer wieder zum Weiterlaufen.

Wichtig bei so langen Läufen ist, dass man ständig ausreichend Energie IMG_1700zuführt. Ich regele das vor allem durch Koffeinenergiegels von Sponsor, auf die ich seit Biel schwöre. Die positive Wirkung kann ich bei mir richtig verfolgen. Das Problem bei diesen Dingern ist nur, dass sie mir im Laufe der Zeit zum Halse raus hängen und mir bei der Einnahme übel wird. So musste ich mich während des Laufes 2x übergeben. Natürlich wurde vom Veranstalter für die Einzelläufer auch Verpflegung gestellt. Diese war hervorragend. Es gab Obst, Trockenfrüchte, Schnittchen, Kuchen, Schokolade, Waffeln, Brühe…. Die Damen am Versorgungshäuschen waren auch sehr freundlich und ständig bemüht alle Wünsche zu erfüllen. Ein herzliches Dankeschön dafür !!  Mein Problem war jedoch, dass ich von der festen Nahrung nicht viel herunter bekam, so dass ich mich meistens nur auf ein kleines Schnittchen oder ein Stückchen Schokolade beschränkte.

Um 20.00 Uhr beenden die 6h-Läufer ihren Wettkampf. Katrin Bromber war in ihrem ersten 6h- Lauf knapp 58 km gelaufen und belegte damit Platz 2 in der Gesamtwertung der Frauen und Platz 1 in der Altersklasse. Bei Udo traten leider gesundheitliche Probleme auf, so dass er sich zurücknehmen musste. Er gab jedoch nicht vorzeitig auf.

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Während unsere Staffel Runde für Runde Platz 4 verteidigte, kämpfte ich in der Nacht immer mehr mit der Müdigkeit und Motivation. Ich hatte immer mehr den Wunsch mich hinzulegen und etwas zu schlafen. Jedoch die Angst davor, dann nicht wieder loslaufen zu können, war zu groß. Außerdem wollte ich erstmal
100 km im Kasten haben. Dann würde ich Pause machen, evtl. auch etwas ruhen…

Leider brauchte ich für die 100km viel länger als erwartet. Es war bereits 06.30 Uhr. Ja, und das Rennen würde noch 7 ½ h dauern und ich könnte nichts dagegen tun, es nicht beschleunigen…. Wie geplant gönnte ich mir erst mal eine Dusche, bepflasterte meine wundgelaufenen Innenschenkel und zog trockene Sachen an. Dann lief ich weiter aber die Lustlosigkeit ergriff mich immer mehr. Ich wollte, dass die Zeit vergeht. Der Gedanke, ein paar Stunden schlafen und dann zum Ende noch mal ein paar Runden zu laufen beschäftigte mich immer stärker. Als ich ihn jedoch umsetzen wollte, hielt ich es gerade mal eine halbe Stunde auf dem Schlafsessel aus. Das war irgendwie doch gegen meine Ehre und Vorstellung von einem 24h-Lauf. So lief ich weiter mit dem nächsten Ziel - „120 km.“ Wobei, gelaufen bin ich die letzten Runden nur für die „Galerie“, also durchs Zeltlager wo man mich sah und anfeuerte. Außerhalb, wo es einsam und verlassen war, bin ich entspannt gegangen, wie viele andere auch. In den letzten Stunden war es besonders schön, wenn man mit anderen Einzelläufern ins Gespräch kam, das lenkte davon ab, über die noch zu laufende Zeit nachzudenken. So versuchte Detlev Abel, den ich bereits von einigen anderen langen Läufen kenne, mich damit zu motivieren doch 126 km anzupeilen, das wäre ein Dreifach-Marathon und damit ein schönes Ziel. Diese Vorstellung beflügelte mich aber überhaupt nicht. Ob 120 km oder 126 km eigentlich egal! Ich stellte mir die Frage, ja was ist eigentlich mein Ziel, was wollte ich? Gerade das ist wohl mein Problem, ich hatte mir, außer dabei zu sein und die Atmosphäre zu genießen, kein abrechenbares Ziel gesetzt. Damit trieb mich nichts. So verfolgte ich eher den Gedanken, doch bis kurz vor Schluss einfach ein paar Runden auszusetzen. Als ich mich dann jedoch mal mit dem Runden-Zwischenstand beschäftigte und sah, dass ich nach wie vor auf Platz 4 lag und die nachfolgenden Frauen in der gleichen Runde wie ich waren, keimte in mir doch wieder der Ehrgeiz auf. Das wäre ja jetzt richtig blöd in den letzten Runden diesen Platz noch zu verlieren. Also lief ich, nun von der Angst getrieben noch überholt zu werden, weiter. Dann kam die letzte Runde. Es war 13.50 Uhr. Ich wusste, 1x herum würde ich es nicht mehr schaffen. Was sollte ich tun, nach der Ziellinie auf das Ende warten oder weiterlaufen? Umso weiter ich laufen würde, umso länger müsste ich dann auf die Auslesung der letzten Meter warten. Ja und was macht die hinter mir liegende Frau, wie weit ist sie weg? Letztendlich gab dann aber die Vorstellung 130 km voll zu machen den Ausschlag. Ich stürmte nun im wahrsten Sinne des Wortes weiter und nahm mir vor, möglichst eine schöne Stelle, wo vielleicht eine Bank ist auf der ich dann auf die Ausmessung warten könnte, zu erreichen. Dann stellte ich mal wieder fest, wie lang 2 Minuten sein können. Bestimmt 3x guckte ich auf die Uhr und es war immer noch 13.58 Uhr. Den eigentlichen „Abschuss“ hatte ich dann gar nicht gehört. Plötzlich läuteten die Kirchturmglocken und die vor mir liegenden Läufer standen. Geschafft! Ich lief ein paar Meter zurück und setzte mich auf einen Stein um auf die Ausmessung zu warten. Nach einiger Zeit kamen alle meine Mannschaftskameraden und mein Mann um mich zu beglückwünschen. Wir machten ein Gruppenfoto und erwarteten gemeinsam das Fahrrad mit dem Kampfrichter, der die letzten Meter ausmisst.

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Die 24 Stunden von Bernau sind geschafft. Es war wieder eine super durchorganisierte Laufveranstaltung mit toller Atmosphäre und Stimmung. Unsere 10ér Mix-Staffel hat wie im letzten Jahr den 4. Platz belegt aber mit noch einer besseren Leistung. Sie haben 291 km zurückgelegt. Das sind 10 km mehr als im letzten Jahr.

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Ich selber habe gute 130 km geschafft, eine Strecke die ich noch nie im Stück gelaufen bin. Ich freue mich darüber, bin aber nicht so euphorisch glücklich, etwas „Großes“ geschafft zu haben, wie ich es z.B. nach Biel, dem Radebeuler Treppenmarathon oder dem Swiss alpine war. Den 24h- Lauf habe ich mental verloren! Ich kann mir vorstellen, wieder mal 130 km oder sogar mehr zu laufen aber nur über eine klar definierte Strecke von A nach B. Da könnte ich mich mental ganz anders motivieren. Ein greifbares, anfassbares Ziel, dass es zu erlaufen gilt, zieht für mich ungemein. Ich bin davon überzeugt, wenn es ein 130 km-Lauf von A nach B gewesen wäre, hätte ich diese Distanz wohlmöglich in 20h geschafft.

Deshalb werde ich wahrscheinlich einen 24h –Lauf nur noch in der Staffel laufen.

In diesem Sinne: „Auf Wiedersehen zum 24 Stunden- Lauf von Bernau 2012!“

34. Harz-Gebirgslauf 2011 am 8.10.2011

Ein Bericht von Annette Kokoschko

 

Ich hatte schon viel gehört und gelesen vom Harzgebirgslauf, der auch unter dem Namen Brocken-Marathon bekannt ist. So las ich beispielsweise, dass dieser Lauf als härtester Crosslauf im Norden Deutschlands eingeschätzt wird.

Am Rennsteig bin ich nun schon wiederholt den Halbmarathon gelaufen und war somit neugierig auf den Lauf im Harz. Meine Trainingskollegin Gabi schwärmte beim gemeinsamen Lauftraining von der tollen Organisation und der herrlichen Landschaft.  Also meldete ich mich im August für den Halbmarathon an.

Schon die Ankunft in Wernigerode war für mich und meinen Mann ein Erlebnis. Im Alter von 13 Jahren war ich das letzte Mal in Wernigerode und hatte wenig Erinnerungen an diese Stadt. Ich kam aus dem Stauen nicht mehr heraus.

 

 

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Wernigerode wird nicht umsonst die Bunte Stadt im Harz genannt.  Im Rathaus wurden die Startunterlagen ausgeteilt und es gab eine kleine Marathonmesse. Vor dem Rathaus herrschte sportliche Vorfreude auf den bevorstehenden Lauf- und Wandertag.

 

Das Event begann am Samstag bereits kurz nach 8 Uhr mit dem Start der Wanderer. Andreas und Sylvia  machten sich auf die 25 km-Strecke.  Unsere Brockengipfelbezwinger Gabi und Armin starteten um 9 Uhr.  Achim hatte sich die 11 km-Distanz vorgenommen und startete als Nächster. Udo war schon mehrfach den Halbmarathon gelaufen und beschrieb mir während der verbleibenden Wartezeit vor dem Start die wesentlichsten Teilabschnitte der Strecke. Ich war sehr aufgeregt und war unsicher, ob ich mich für die richtige Laufkleidung entschieden hatte, schob aber meine Zweifel sofort weg.DSC00583

 

Dann ging es zum Start….und es begann zu regnen. „Na super“…dachte ich und zog mir meine Handschuhe an und versuchte mich im Pavillon der Brockenkinder mit unterzustellen. Aber es war nur ein kurzer Schauer und ich dachte an Gabi und Armin, die beide ganz sicher noch durch Schnee laufen würden. Denn am Start stand ein Schild mit dem aktuellen Wetterbericht, dass auf dem Brockengipfel 9 cm Neuschnee und Schneetreiben und gefühlte -17 Grad Celsius herrschen.

 

Als der Startschuss fiel,  wurde für die startenden Läufer ins Horn geblasen. Das hat mich dann doch sehr amüsiert. Die ersten 6 km waren schnell vorbei, ein moderates Auf und Ab, was mich an den Baaseelauf erinnerte. Doch ich wusste ja von Udo, dass es noch anders kommt und vor allem steil bergauf geht. Ich hatte mir vorgenommen solange zu laufen, wie es geht, und dann zu gehen, bis es wieder läuft. Bis Ilsenburg lief ich locker und entspannt und hatte ein gutes Gefühl. In Ilsenburg an der Verpflegungsstelle schnappte ich mir gleich zwei Schmalzstullen und warmen Tee und freute mich über die gute Laune der Helfer an der Strecke.

 

Kurz danach ging es rapide bergauf. Ich versuchte zwar noch anfänglich den Anstieg laufend zu schaffen, musste aber bald kapitulieren und walkte weiter und befand mich in guter Gesellschaft. Die Ausblicke waren beachtlich und so nutzte ich auch kurze Phasen des Verschnaufens für den einen oder anderen Schnappschuss.  Soviel Zeit muss einfach sein und schließlich wollte ich „Mein erstes Mal“  im Harz auch ein wenig genießen.

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Als die Bergab Passage begann, fühlte ich mich wie im freien Fall und genoss es richtig. Als dann 2 km vor dem Ziel noch Armin an mir vorbeischoss, die Arme hochriss und „Viva Borussia“ rief, da freute ich mich riesig.Dann kam die Wiese kurz vor dem Ziel und ich erinnerte mich an Gabi’s  Bericht vom letzten Jahr, als sie schrieb, dass es dort sehr rutschig war. Bergab und nass vom Regen – eine ganz schlechte Kombination. Ich wollte auf keinen Fall so kurz vor dem Ziel noch stürzen  und lief eher wie auf rohen Eiern. Umso mehr freute ich mich dann, als Udo mir beim Zieleinlauf  zurief: „Toll bist Du  gelaufen….“.

 

W:\Fotos und Videos\Harzgebirgslauf 2011\HG11LA046118[1].jpg An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Udo für die detaillierte Streckenbeschreibung und das Lob im Ziel. Und ein Dankeschön auch an Armin. Sein Schlachtruf „Viva Borussia“  hat bei mir nochmal die letzten Kräfte für den Endspurt mobilisiert.

W:\Fotos und Videos\Harzgebirgslauf 2011\08102011903.jpg  W:\Fotos und Videos\Harzgebirgslauf 2011\PA083672_1.JPG

 

Und hier sind alle Teilnehmer unserer Laufgruppe vereint. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

 

 Armin Erhardt      (Marathon)         03:55:07 h            

 

 Gabi Lipfert     (Marathon)         05:32:00 h            

 

 Udo Bauermeister (Halbmarathon      02:11:43 h

 

 Annette Kokoschko (Halbmarathon)    02:44:22 h

 

 Hans-Joachim Schemel   (11   km )    01:03:06 h

 

Andreas und Sylvia bewältigten ihre 25 km-Wanderung in 06:11:46 h. Toll !

 

 

 

 

Mein erster Marathon – Magdeburgmarathon am 23.10.2011

 Ein Bericht von Doreen Körber

Nachdem ich bei unserem Trainingslauf in Kienbaum Ende Februar diesen Jahres ohne Probleme meinen ersten 30er geschafft habe, beschloss ich, mich für einen Marathon zu melden... die Wahl fiel auf Magdeburg - hier hatte ich ein Zeitlimit von 6h, das würde ich schaffen. Nun hatte ich 7 Monate Zeit, um in Marathonform zu kommen. Ich hatte viele schöne lange Läufe mit meinen Lauffreunden, bei denen ich mich hier auch nochmal für die Unterstützung und die guten Tipps und Ratschläge bedanken möchte. (Ich bin ja schließlich das Küken unter euch!)

Die Zeit verging und der Tag rückte immer näher. Meine Form verbesserte sich. 2 Wochen bevor es endlich losging hatte ich panische Angst krank zu werden und begrüßte meine Freunde erstmal mit einem "Bist du krank, fühlst dich nicht gut?" Erst bei einer starken Verneinung (und nochmaligen Nachfragen meinerseits) wurden sie von mir mit einer Umarmung begrüßt. Am Tag X veränderte sich meine positive Stimmung und Vorfreude in ein wenig Angst und Panik... Ich war furchtbar aufgeregt und nervös. Kurz vor dem Start war ich sogar den Tränen nahe, da ich es unbedingt schaffen wollte, jetzt war der Tag da, auf den ich mich so lange gefreut und darauf hin gearbeitet hatte, ich wollte und musste dieses Ziel, was ich mir gesetzt habe, einfach schaffen.

Dann endlich: um 10:00 Uhr gings los. Ich habe mich ganz hinten eingereiht und hoffte so auf ein entspanntes Angehen. Leider waren in meinem Startbereich (ich habe 5:59 h als Zielzeit bei der Anmeldung angegeben) nur die Hobbyläufer unterwegs, sodass die ersten 13 km eine ziemliche Plagerei waren, weil ich nur auf der Überholspur unterwegs war. Als dann nur noch die Marathonis auf der Strecke unterwegs waren, das Läuferfeld übersichtlich wurde, begann ich endlich den Lauf zu genießen und meine innerliche Anspannung wich der Freude am Laufen und der tollen Landschaft. Ich genoss jeden Kilometer, die Landschaft war herrlich, abwechselnd Kühe, Pferde (und der entsprechende Landgeruch), die Elbe, Felder und Wiesen. Da kam richtig Urlaubsgefühl auf. Einfach traumhaft. Die Anstiege (hier gingen alle) steppte ich voller Elan hoch und habe mich gefreut, dass ich hier durch meine 6 Jahre in Österreich keine Probleme hatte. Bei km 26 ungefähr, hier war ich oben an dem Elbeauffangbecken, habe ich den tollen Ausblick genossen und mich gefreut, dass ich viele Läufer auf der anderen Seite wieder gesehen habe, die ich bereits überholt hatte und denen fröhlich gewunken.

 

Fröhlich weiter trällernd und rockend (mein MP 3 Player hatte ich mit einer guten Mischung zwischen Metallica, Linkin Park, Madonna, Michael Jackson und aus Spaß auch Helene Fischer bespielt) näherte ich mich langsam dem letzten Drittel und war gespannt, ob ich weiterhin so ganz ohne Probleme durchkomme. Ich genoss die letzten Kilometer sehr und dachte mir nur, dass hoffentlich Bert und Birgit schon da stehen, da ich doch etwas unter meiner angegeben Zeit ankomme, wenn alles bzw. ich so weiter läuft/laufe. Ab km 35 lief ich dann doch noch etwas mehr auf Tempo, ich hatte das Gefühl jetzt erst richtig eingelaufen zu sein. Ich wollte gar nicht, dass der Lauf zu Ende geht. Leider habe ich mich auf dem letzten Kilometer noch verlaufen und habe so gute 3 Minuten verschenkt, sonst hätte ich eine Zeit von unter 4:30 h locker geschafft. Im Ziel angekommen, in einer Zeit von
04:32: 55 h, war ich etwas verärgert, aber die Freude so gut durchgekommen zu sein, hat dann doch überwogen.

 

 

Ich habe es geschafft, mein 1. Marathon: 7 Monate habe ich mich auf diesen Tag gefreut und darauf hin gearbeitet. Ich hatte wirklich viel Spaß und Freude beim Laufen, habe jede Minute genossen. So viel Lebensfreude habe ich schon lange nicht mehr verspürt. Danke nochmal an meine Freunde von der Laufgruppe, ohne euch hätte ich sicherlich nicht dieses Ziel erreicht. Nächstes Jahr werde ich mich dann an meinen 1. Ultra ranwagen und freue mich jetzt schon auf die langen Trainingseinheiten mit euch.

 

 Ergebnisse aller Teilnehmer von Borussia Friedrichsfelde Berlin:

 

Katrin Bromber    (Marathon)    03:40:35 h  --> Platz 2 in der AK W45 !!!!!!
Doreen Körber    (Marathon)    04:32:55 h

Bert Hofmann  (Halbmarathon)   01:38:52 h
Birgit Mohr    (Halbmarathon)   02:01:35 h  

 

 

 

 

13.11.2011 - von Marathon nach Athen

ein Bericht von Birgit Mohr

 Das war mein 4. Marathon und ein richtig guter Abschluss dieses für mich schwierigen Jahres. 

 Es war auch meine erste Laufreise, mein erster Lauf nicht in Deutschland – und es lief von der Organisation bis zum Lauf richtig gut. Insgesamt waren „nur“ sechs Marathonläufer in der Gruppe, drei Frauen und drei Männer, alles gestandene Läufer – ich die Unerfahrene. Aber es war ein tolles Team, dazu ein 10-km-Läufer, der zurzeit als Schwimmer Erfolge feiert und eine „bekennende Nichtläuferin“. Diese eine Superfrau, sie passte hervorragend zu uns und war ein richtig guter Ausgleich zu den Laufköpfen. Wir verstanden uns auf Anhieb. Insge-samt also eine Gruppe hochinteressanter Menschen, eine Freude und Bereicherung für mich, sie kennen gelernt zu haben.

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Am Freitag flogen wir nach Athen, am Samstag hatten wir Zeit und sind – jeder wie er wollte – durch Athen gewuselt. Das Wetter war gar nicht Athenisch - kalt, windig, so richtig ungemütlich. Auf der Akropolis hat es mich zweimal fast umgewedelt. Die Stadt war sauber, eigentlich sauberer als Berlin, Unruhen nicht spürbar und die Menschen vor, während und nach dem Lauf sympathisch, lieb und fürsorglich. Herzlichen Dank nach Griechenland!

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Ich war total aufgeregt, denn ich konnte das ganze Jahr nicht optimal trainieren und die Bestzeiten der anderen Läufer/Innen bauten mich auch nicht gerade auf. Nur eine Frau war älter als ich und auch sie war schon schneller gelaufen. Aber Detlef aus Werder, selber Trainer bei seinem 54. Marathon, lächelte mich an uns sagte: „ Laufen aus Freude, kein Druck, egal wie lange Du brauchst, genieß es, Du schaffst das.“ Und so also ging es los. Eine gut organisierte Fahrt nach Marathon, die Busse warteten in Reihe, keine Hektik, saubere Einweisung pro Bus – super. Die Fahrt dauerte irgendwie ganz schön lange und jedes Mal, wenn wir hinaus schauten, ging es bergab. Uff, das mussten wir alles wieder hoch. Ich hatte mir das Profil bewusst nicht angesehen, erst einen Tag vor dem Lauf und es geht da reichlich hoch. So ungefähr 20 der 42 km. Und von km 20 bis km 31 ununterbrochen. Längst aber hatte ich mich in mein Schicksal ergeben – ich war ja selber schuld und eigentlich total gespannt und in Vorfreude auf den Lauf.

 

In Marathon war es noch ungemütlicher, sehr windig, kalt, kalt, kalt. Der Start war in Blocks aufgeteilt, gut organisiert mit leicht verzögerten Startzeiten – also kein fürchterliches Gedränge. Ich lief los und musste mich erst einmal aus dem gefrorenen Zustand auf Laufniveau bringen. Das dauerte eine Weile. Aber ich war da wohl besser organisiert als manch andere Läufer/Innen. Schon ab km 15 sah ich welche am Straßenrand an ihren Beinen herumzerren, um sich irgendwie wieder zu entkrampfen. Und das ging die ganze Zeit so. Aber die Strecke ist am Anfang auch nicht so wirklich gerade, es geht rauf und rauf und runter. Wer da bei gefühlten 5 bis 10 °C nicht aufgewärmt ist, zerrt dann eben an sich rum. Ich habe nicht gezerrt – nein, ich bin gelaufen. Ich fühlte mich total wohl und habe die km richtig genossen (siehe Detlef aus Werder). Es war ein Riesenspaß, hier und da auch ein paar begeisterte Zuschauer, an jeder Abzweigung bitterlich frierende Polizisten, die nicht mehr lächeln konnten, alle 2,5 km ein Verpflegungspunkt mit ausreichend Helfern ohne Gedränge und ohne Wartezeiten, und … auf der gesamten Strecke alle 1 bis 2 km jeweils zwei Saniposten mit Eisspray. Da wurde gesprüht was das Zeug hält. Ich habe noch nie so viele  Läufer/Innen gesehen, die Eisflocken auf ihre Beine wollten. Und weil ich das auch erleben wollte, habe ich mir sogar einmal das Knie und die Oberschenkenkel weiß machen lassen. Geholfen hat es glaube ich nicht.

 

 Aber es war wirklich alles sehr gut organisiert !!

So etwa bei km 28 wurde mir bewusst, dass ich eigentlich gar nicht schlecht in der Zeit liege und unter 4:30 h bleiben könnte, wenn ich einigermaßen sauber über den letzten Anstieg komme – der schlaucht nochmal. Ich kam! …. Und nun wollte ich nicht mehr nur genießen. Also bin ich gerannt so gut ich (noch) konnte. Der Schluss war dann schon etwas schmerzhaft. Aber es geht Richtung Athen nur noch runter, die Häuser werden dichter – damit die Zuschauer auch – Bravo-Rufe, Applaus, also alles das, was den abgekämpften Läufer zum Schluss (meistens jedenfalls) begeistert ins Ziel treibt. Und so trieb es mich auch ins Stadion – Zielzeit netto 4:24:?? h, also knapp unter 4:25 h. Beinahe kamen mir die Tränen vor Freude. Aber die wären wahrscheinlich festgefroren, so zog es dort. Also schnell durchs Ziel, kurz gefreut und gejubelt, Medaille liebevoll umgehängt, genauso liebevoll mit Alufolie umhüllt und ab zu den wartenden, gut positionierten Wagen mit den Kleiderbeuteln. 

Alle aus der Gruppe haben gefinisht in Zeiten von 3:13 h bis 4:32 h. Alle konnten sich herzlich füreinander und miteinander freuen. Von 98 Läuferinnen in meiner Altersklasse bin ich 34. geworden und damit total zufrieden. Für mich waren es ein Superlauf und eine Superreise!!

 

 Und nun sitze ich mit einer dicken Erkältung zu Hause und freue mich  schon auf den nächsten Lauf mit meinen lieben Lauffrauen und- männern vom SC Borussia, denen ich wieder einmal ein erstklassiges Erlebnis zu verdanken habe.

 

 

 

MARATONA di ROMA  am 18.März 2012

Ein Bericht von Gabi Lipfert

In Gesprächen mit Marathonläufern wurde mir immer wieder der Rom Marathon empfohlen. Als ich hörte, dass sich Jan und Hartmut dafür angemeldet hatten, fasste ich den Entschluss, 2012 auch dort zulaufen.

Am Sonnabend, einen Tag vor dem Lauf flog ich also mit easyJet nach Rom. Hartmut und Jan waren bereits am Freitag geflogen. Ich war das erste Mal in Rom. Da ich mich aber im Internet gut informiert hatte, fand ich mich gut zurecht und gelang schnell für 4€ mit einem Busshuttle zum „termini“ (Hauptbahnhof), wo sich mein Hotel befand.

Nach dem Einchecken zog ich aber sofort wieder los zum Palazzo die Congressi, um dort auf der Marathonmesse meine Startunterlagen abzuholen.

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Ich muss sagen, allein hier bekommt man schon etwas für sein Geld! Neben dem Marathon-Baumwoll-T-Shirt erhält jeder Läufer einen richtigen Sportrucksack mit Marathon-Logo drauf. Dieser dient dann zur Kleiderabgabe am Lauftag. Mit diesem Rucksack war dann auch in diesen Tagen jeglicher Zweifel ausgeräumt, wer hier auf den Straßen Roms Marathonläufer war oder nicht.

Es war jetzt 16.00 Uhr und ich musste mich entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten ich mir nun noch anschaue. An vielen sollte ich ja morgen vorbeilaufen. Wenn man Rom hört, denkt man zuerst an Kolosseum und Vatikan/Peterskirche. Da ich ja das Kolosseum beim Marathonstart und Zieleinlauf sehen würde, entschloss ich mich für den Vatikan. Schnell war ich mit der Metro da. Das Wetter war herrlich warm, mit Sonne und blauem Himmel. Da ich ja nun in kürzester Zeit viel von der Stadt sehen wollte, fuhr ich für 7€ mit dem Lift auf die Kuppel der Peterskirche. Der Ausblick auf ganz Rom war gigantisch!

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Per Handy verabredete ich mich dann mit Hartmut und Jan zum Abendbrotessen auf dem
 Piazza Navona, auch einer Sehenswürdigkeit von Rom, wo das Leben pulsiert.

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Am Lauftag war wieder herrlichstes Wetter. Die Sonne schien bei Temperaturen von 18-20°C, dazu immer mal wieder leichter Wind. Start war amKolosseum, also vor bester Kulisse. An die 12000 Läufer sollten an den Start gehen. Gemeinsam mit Jan begab ich mich in den entsprechenden Startblock. Hartmut war als Begleiter mit. Es war schon in Berlin klar, das er nicht laufen würde.

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Da dieser Rommarathon sehr zeitig, zu Beginn der Laufsaison liegt, fühlte ich mich noch nicht optimal vorbereitet. Sicher, ich würde ankommen aber an meiner Tempohärte zweifelte ich. Naja, eine Zeit zwischen 04:30h und unter 5 h sollte es schon sein. Ich hoffte einen Schnitt von 06:30 min/km laufen zu können. Hauptsächlich wollte ich aber den Lauf und dabei die Stadt genießen. Jan ging es ähnlich, allerdings auf etwas höherem Niveau. Er peilte eine Zeit um die 4h an.

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Wie bei jedem Stadtmarathon gab es auch hier Pacemakers, die je nach Zeit an entsprechend farblichen Luftballons zu erkennen waren. Ich ordnete mich im Startblock hinter denen für 04:30h ein. Jedoch schon gleich nach dem Start lief ich mein eigenes Tempo und auch etwas schneller, wie es mir angenehm war. Am Anfang war es recht eng und an manchen Stellen stockte es auch .Dafür gab es viel zu sehen. So den Piazza Venezia mit dem monumentalen Vittoriano, Trajansäule, Cirkus Maximus. An der Pyramide des Ciao vorbei verlassen wir nach ca. 3 km das Stadtzentrum und es geht weiter durch
Wohn- und Gewerbegebiete. Das ist dann recht unspektakulär und es gibt auch kaum Zuschauer. Erst ab Kilometer 14 wird es wieder spannender mit Blick auf Castel Sant´Angelo und in der Ferne die Peterskirche.  Auf dem Weg zum Petersplatz und Vatikan geht es dann auch wieder an vielen Zuschauern und viel Stimmung vorbei.

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Etwa bei Kilometer 15 wurde ich von dem Pacemaker für die 04:30 h überholt. Ich konnte das gar nicht glauben, denn ich war lt. meinem GPS bis dahin deutlich schneller als 06:26 min/km gelaufen. Vor allem ich konnte bzw. wollte zu diesem Zeitpunkt denen nicht folgen. Das demoralisierte mich leider etwas. Ich ärgerte mich über mich selber, dass ich mir hier plötzlich einen Druck aufgebaut hatte, den ich eigentlich nicht wollte. Bei Halbmarathon lag ich dann auch noch mit 02:13h voll auf Kurs.

Bis Kilometer 35 war es von der Strecke eher weniger spannend. Größenteils ging es am Tiber vorbei, wobei man mal ein paar schöne Blicke hatte. Ansonsten war die Streckenführung schon anspruchsvoll mit einigen „Hügeln“ und oftmals Kopfsteinpflaster. Die Versorgung an der Strecke war sehr gut. Alle 5 km erhielt man 0,5l Wasserflaschen, Apfelsinen, Äpfel, Bananen, Kekse und Isogetränk. Das mit den Wasserflaschen war toll. Nachdem man im Laufen in aller Ruhe getrunken hat, konnte man sich noch den Rest über den Körper gießen. Zwischen den Getränkepunkten erhielt man dann jeweils nach 2,5 km immer nasse Schwämme zum erfrischen.

Bei Kilometer 35 waren wir dann zurück im Stadtzentrum. Die Straßen waren nun gesäumt von Zuschauern und es ging von einer Sehenswürdigkeit zur anderen: Piazza Navona, Spanische Treppe, Trevi- Brunnen

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Ja, diese Ablenkung war auch nötig, denn ich fühlte mich jetzt müde und wollte nicht mehr. Ansonsten ging es mir aber gut, nichts schmerzte. Bei Kilometer 40 stand dann Hartmut. Er fotografierte und feuerte mich für die letzten 2 km an. Der letzte Kilometer hatte es dann aber noch in sich. Noch mal rauf auf einen kleinen Hügel am Kolosseum  und dann wieder runter mit „Schlussspurt“ ins Ziel, was ich in einer Zeit von 04:39:36 h erreichte. Das war im Bereich meiner Erwartungen und ich war damit zufrieden.

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Nachdem Umziehen traf ich Jan. Er hatte auch auf den letzten Kilometern zu kämpfen und erreichte das Ziel in guten 04:17:55 h.

Für mich war der Rom-Marathon wieder ein schönes Laufabenteuer, das ich unbedingt weiter empfehle. Nachdem ich nun auch noch am Nachmittag eine Münze in den Trevi - Brunnen geworfen habe, werde ich auch sicher noch mal wieder kommen. Dann allerdings nicht zum Laufen sondern ausschließlich zum Sightseeing.

 

 

 

Vom Jogger zum Läufer – Mein erster Marathon

15. Renta Oberelbe-Marathon 29.04.2012

Ein Bericht von Claudia Stephan

Seit knapp 2 Jahren gehöre ich nun zur Laufgruppe der Borussia Friedrichsfelde Berlin. Schon lange vorher war es in sportlicher Hinsicht mein größter Wunsch, einen Marathon zu laufen, denn auch mich hat dieser Mythos seit jeher in seinen Bann gezogen. Da ich den weit verbreiteten Trainingsplänen à la "Vom Laufmuffel zum Marathoni in 6 Monaten" nicht über den Weg traue, habe ich mir für die Realisierung meines Traums sehr lange Zeit gelassen. Durch die gemeinsame Zeit mit meinen Lauffreunden, in der sie von ihren vielen, tollen Marathonerlebnissen berichteten, reifte mein Traum langsam aber sicher zum festen Plan heran. Im vergangenen Jahr habe ich mich noch davor gedrückt, aber dieses Jahr sollte es nun soweit sein. Ich meldete mich also zur Jahreswende für den Oberelbe-Marathon am 29.04.2012 an. Die Entscheidung für diesen Lauf rührte zum einen aus der Tatsache, dass er landschaftlich sehr schön sein soll und nicht überlaufen ist und zum anderen aus dem Angebot Birgits, mich dorthin zu begleiten. Da ich im letzten Jahr schon einige Halbmarathons sicher bestritten hatte und unser sonntägliches Training eigentlich auch immer einem Halbmarathon, wenn auch einem langsamen, entsprach, hielt ich die Vorbereitungszeit für realistisch. Und so absolvierte ich Woche für Woche meine immer länger werdenden Läufe bis der Tag X schließlich bedrohlich nahe rückte.

Meine Lauffreunde machten mir bei jeder Gelegenheit Mut und gaben mir fortwährend Tipps rund um das Training und den eigentlichen Lauf. Ich gebe zu, mein Selbstbewusstsein ist dadurch nicht gerade gestiegen, aber der Beistand hat durchaus wohlgetan.

Am Samstag zuvor bei sommerlichen Temperaturen in Dresden angekommen, holten Birgit und ich auf der Marathonmesse im World Trade Center unsere Startunterlagen ab und trafen dort Gabi, Katrin und Annette.

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Noch ein letztes Mal checkten wir unser Stimmungsbarometer – es reichte von grenzenloser Vorfreude (Gabi) über leichte Aufregung und Angst vor potentiellen Schmerzen (Birgit) bis hin zu blanker Versagensangst (ich). Nach dem kurzen Plausch trennten sich unsere Wege und wir machten uns langsam auf nach Wilsdruff zu Birgits Schwester, die uns für das Wochenende Unterschlupf gewährte.

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Um 9:30 Uhr fiel dann endlich der Startschuss auf der Festwiese in Königstein, und unter lautem Jubel der 1200 Starter ging es los auf meine erste große Marathonreise, entlang des bekannten Elberadwegs hinein nach Dresden. Der Sonnenschein weckte sommerliche Gefühle, eine leichte Brise wehte angenehm im Rücken und der uns auf dem Wasser begleitende historische Raddampfer PD Wehlen ließ lautstark Dampf ab.

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Ich hängte mich zusammen mit den anderen erst einmal an die 4:30h-Zugläuferin, die wie ihre Kollegen ein T-Shirt mit entsprechend aufgedruckter Zielzeit

trug und mit einem farbigen Ballon ausgestattet war. Kurze Zeit später bin ich ein wenig vor gelaufen, weil ich aufgrund meiner Aufregung etwas Ruhe wollte um in meinen Fluss zu finden. Ich merkte, dass der Abstand zwischen mir und meinen Lauffreunden etwas größer wurde und dachte voller Optimismus, dass das doch ein wunderbares Zeichen sei, um, sollte es so weiter laufen, vielleicht sogar unter 4:30h ins Ziel zu kommen. Was für ein naiver Gedanke das war, sollte ich später noch deutlich zu spüren bekommen! Aber das wusste ich bis dato ja noch nicht und so lief ich und bestaunte die wunderschöne Natur mit ihren beeindruckenden Felsformationen entlang der gegenüberliegenden Elbseite.

Leider spürte ich seit Beginn einen kleinen Schmerz im Zwerchfell und hatte Angst, dass sich dieser zu einem bösen Seitenstechen entwickeln würde. Diese Erfahrung hatte ich schon einige Male zuvor machen dürfen, wenn ich aufgrund meiner Aufregung zu Beginn von Wettkämpfen falsch atmete. Und so wollte im weiteren Verlauf kein rechter Fluss in meinen Lauf kommen. Hinzu kam - und ich muss gestehen, ich hatte gerade erst um die 10 km hinter mich gebracht - dass ich meine Beine spürte! Das konnte doch nun wirklich nicht sein. Das durfte einfach nicht sein, mein Körper spielt mir einen Streich! Ich hatte schwere Beine – und nicht mal annähernd die Hälfte war geschafft. OK, dachte ich, lauf weiter, schau dir die Landschaft an und knabber’ ein bisschen an deinem Energieriegel. Beim Training griff ich gern zu diesen Dingern, weil sie mir persönlich deutlich besser schmecken als die klassischen Gels. Aber die zurückliegenden Trainingseinheiten fanden auch bei deutlich kühleren Temperaturen statt und so war mein Riegel bei diesem Wetter zu einer klebrigen Masse mutiert. Egal, Hauptsache süß.

Während dieser Anfangsphase hatte ich die Orte Rathen und Wehlen hinter mir gelassen und mich ein bisschen an den am Streckenrand jubelnden und klatschenden Zuschauern erfreut. Da kam mir Birgits Spruch aus dem Zug wieder in den Sinn: „Diese ganze Strecke müssen wir nachher wieder zurück!“ Pirna, dachte ich, Pirna liegt ca. bei km 18. Wann kommt denn endlich dieses Pirna??!!

 

Ah, da war es endlich. Noch auf dem Elberadweg erlitt ich jedoch sogleich den ersten richtigen Rückschlag. Die 4:30h-Zugläuferin, umringt von einer Traube Anhänger, überholte mich mit einem (gefühlten) Affenzahn, dass meine Knie weich wurden. Wie konnte das denn sein?! Und die schnatterten auch noch als ob sie sich auf nem 5 km Schnupperlauf befänden! Dranbleiben, dachte ich, und verabschiedete mich nach 20m wieder von diesem Gedanken. Egal, dann komme ich eben nicht in 4:30 h ins Ziel. Vom Radweg links abgebogen, rein in das idyllische Städtchen. Vorbei an hübschen Restaurants und Cafés ging es weiter ins historische Zentrum der Altstadt, in dem eine Gruppe fescher Cheerleader für uns Spalier stand und - ich hatte Glück, denn es befand sich kurzzeitig niemand unmittelbar vor oder hinter mir - nur für mich mit ihren rot-schwarzen Puscheln anfeuernd wedelte. Den Schwung nahm ich natürlich dankend mit und so ging es ein bisschen flotter wieder weiter in Richtung Elberadweg. Und dann ereilte mich plötzlich Schlag Nummer zwei. Meine Lauffreundin Birgit überholte mich in ihrem gewohnt kernigen Laufstil. In bester Laune, zumindest stellte es sich mir so dar, fragte sie im Vorbeiflug ob es mir gut ginge – JA! Gut, dass sie es nicht genauer wissen wollte.

 

Inzwischen müssen die Temperaturen bei 23-25 Grad gelegen haben und ich war dankbar für jede Verpflegungsstelle im Abstand von 5 km. Nicht nur zum Trinken war das Wasser bei konstant fehlendem Schatten nötig, auch nutze ich die bereit gestellten Schwämme, um mir immer wieder Gesicht, Brust, Rücken und Beine nass zu machen. Inzwischen in der Nähe des Örtchens Heidenau (km 25) angekommen, gesellte sich plötzlich Gabi zu mir. Zu Rückschlag Nummer drei kam es nicht. Ganz im Gegenteil: Ich spürte pure Dankbarkeit, endlich auf jemanden zu treffen, der mich „mitnehmen“ konnte. Ich fing sofort an zu jammern und beklagte die Hitze und meine schweren Beine. Wortlos hielt mir Gabi eine ihrer Wunderwaffen hin, ein Sponsor-Gel, und lief fröhlich weiter. Da ich noch ein bisschen in Gesellschaft bleiben wollte, blieb ich dran und wie liefen ein Weilchen zusammen.

 

Ich versuchte mir vorzustellen, wir wären in unserer heimatlichen Wuhlheide auf einer unserer entspannten Sonntagsrunden, aber so richtig wollte es sich dieser Gedanke nicht in meinem Kopf gemütlich machen. Der Drang, eine Gehpause einzulegen wurde mit jedem Kilometer größer. Dann tat ich es, obwohl Gabi mir geraten hatte, nicht zu gehen sondern eher Tempo raus zu nehmen. Aber das entsprach bei meiner momentanen Geschwindigkeit eh dem Gehen. Und so hangelte ich mich ab km 30 von Kilometerschild zu Kilometerschild im Wechsel mit den Verpflegungsständen, mal gehend, mal laufend. Da meine Mitstreiter dasselbe taten, befand ich mich das letzte Viertel weitestgehend in gewohnter Gesellschaft. Mal überholte ich, dann wurde ich wieder überholt.

 

Als Gabi noch einmal in Reichweite kam, reichte sie mir ein zweites Gel (anscheinend hatte sie mehr als genug), das ich dankbar in Empfang nahm. Auch ich hatte noch zwei in Reserve, die ich mit Sicherheit noch brauchen würde.

 

Langsam aber sicher wuchs mein Kilometerkonto, denn auch in kleinen Etappen erreicht man irgendwann das große Ziel. Meine Stimmung befand sich irgendwo zwischen maßlos erschöpft, von der Situation genervt und irgendwie gelangweilt. Und so genoss ich die nicht abreißenden Anfeuerungen der Zuschauer, die meinen permanenten Tunnelblick wieder weiteten. So rief ein Steppke mir entgegen „Komm Claudia, zieh noch mal an! Die Verpflegung kommt gleich.“ Pah, anziehen! Wenn der wüsste wie das ist, dachte ich, konnte mir aber ein Grinsen in seine Richtung nicht verkneifen. An der Verpflegung bei km 37 - die Stadtgrenze Dresdens lag bereits hinter mir - bot ein hübscher junger Helfer am Wasserstand Schwämme feil. Ich nahm einen und bekam den nächsten aufbauenden Hinweis gleich mit dazu „Es wird noch hart!“ Danke sehr. Km 40, ich hatte inzwischen meine Bewunderung für den Läufer mit Strohhut und Teva-Sandalen wieder im Griff, rief eine junge Frau „Claudia, du bist eine Heldin!“ Ja, ich weiß.

Die letzten Kilometer in Dresden verliefen also recht kurzweilig, auch wenn die Luft aufgrund der stehenden Hitze zum Schneiden dick war. Es war egal, es konnte nichts mehr passieren. Ich hatte diese Distanz allein, auf meinen zwei Beinen, bestritten. Noch mal den Blick schweifen lassen über die tolle Kulisse, vorbei an den vielen klatschenden Leuten am Streckenrand und runter vom Radweg in Richtung Heinz-Steyer-Stadion. Für einen Augenblick dachte ich „Huch, da ist ja schon das Ziel!“ Die Ehrenrunde und der Zieleinlauf rief zwar keine Gänsehaut hervor wie beim Einlauf ins Berliner Olympiastadion, aber ob ich dort mit einem „Claudia Stephan aus Berlin, Jawoll!“ empfangen worden wäre…?

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Liebe Borussen, lasst mich an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen euch herzlich zu danken für die tolle Zeit, die ich bisher mit euch verbringen durfte und im Besonderen für die Aufmunterung und Unterstützung im Vorfeld dieses Ereignisses. Die Euphorie nach meinem ersten Marathon hält sich zwar in Grenzen, aber der nächste kommt bald und hoffentlich wieder mit euch.

 

 

 

Ergebnisse:

 

Birgit Mohr         04:48:41
Gabi Lipfert        04:49:48
Claudia Stephan     04:54:07
Annette Kokoschko   05:29:12

Katrin Lipfert  (Halbmarathon)  02:13:24

 

 

 

BerlinTriathlon XL am 17.06.2012

 in Bericht von Doreen Körber

 Nachdem ich seit meiner offiziellen Triathlon-Premiere vor 2 Wochen offiziell "Triathletin" war, sollte am 17.06.2012 mit dem BerlintriathlonXL mein großes Jahreshighlite sein. Mit dem speziellen Triathlontraining begann ich bereits im Dezember 2012. Mein Trainingsplan umfasste zwischen 10 und 14 Stunden Training pro Woche (3 bis 4,5 km Schwimmen, mindestens 100km Rad und 35km Laufen mit Intervalleinheiten, plus Kraft-Ausdauertraing bestimmten mein Wochenalltag) Ich danke meinen Freunden, Familie und auch meiner Arbeit, dass hier Verständnis gehabt habt, wenn ich anstatt des "Sociallifes" wieder einmal in der Schwimmhalle oder auf einsamen Brandenburger Landstraßen mit dem Rad unterwegs war. Triathlontraining macht aufgrund der Abwechslung sehr viel Spaß, ist aber auch sehr zeitintensiv. Im Winter begann ich, das Kraulen zu erlernen, denn ich konnte bis auf Laufen, weder Rennradfahren, noch schwimmen. Die Monate vergingen und ich begann kontinuierlich meine Form und Zeiten zu verbessern. Ich fühlte mich den Umständen gut vorbereitet, um auf die Mitteldistanz (1,9km schwimmen, 94km Radfahren, 21,1 km laufen) zu gehen.

 Am Wettkampftag selbst herrschten gute Bedingungen: 18 Grad Wassertemperatur, kaum Wellen, 24 Grad und kein Regen, nur der später aufkommende Wind war etwas problematisch.

 Kurz vor 9 Uhr ging es ins Wasser oder anderen Worten ausgedrückt: in die kniehohen Algen des Müggelsees. Meine Erwartungshaltung war, dass ich einfach nur durchhalte. Noch nie bin ich eine so lange Strecke von 1,9km am Stück im offenen Gewässer geschwommen. Nachdem meine Orientierung den Umständen entsprechend schlecht war (wie gut, dass mir dieser Teil des Wettkampf bereits bekannt war), schwamm ich neben einem männlichen Brustschwimmer (Kopf beim Schwimmen oben = gute Orientierung).

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Beim Triathlon gibt es einen Spruch: Beim Schwimmen hat noch niemand einen Wettkampf gewonnen, verloren aber schon. So schwamm ich mehr oder weniger die Ideallinie zu ersten Boje, dann zur zweiten Boje, dann zurück zum Steg. Zwischendurch war der Müggelsee etwas welliger, aber im Großen und Ganzen war das Schwimmen der perfekte Start in dem Wettkampf. An Land angekommen, wurde mir von Norbert (der Ehemann meiner Trainingspartnerin und Freundin Andrea) meine Schwimmzeit zugerufen: 40 Minuten. Ich war begeistert. Dass ich meine Bestzeit um 12 Minuten verbessere, war eine echte Freude. Auf dem Weg in die Wechselzone begrüßten mich Freunde, Katrin Lipfert (danke, dass du schon morgens vor Ort warst, trotz der Partyreste an deinem Gesicht) und mein Papa. 

 In der Wechselzone trank ich meinen mitgebrachten Milchkaffee und aß leckere Schokobrötchen. Beim Neoauziehen hatte ich ein paar kurze Krämpfe, die allerdings schnell wieder vergangen. Nun galt es, die 94km Rad gut zu überstehen. Ich wusste, dass ich aufgrund der doch kurzen Trainingsvorbereitungszeit nicht die Zeit in das Rennradtraining investiert hatte, die ich hätte absolvieren müssen. Da ich die Strecke bereits einmal abgefahren bin, wusste ich, was mich erwartete. Eine 27km lange Fahrt nach Spreenhagen, 2 Runden á 20 km Richtung Storkow und die Fahrt zurück nach Berlin. Ich trat in die Pedalen und die Kilometer vergingen. 3 kleine Pausen habe ich während der Strecke gemacht, da ich leider meine Gels doch zu fest an den Rahmen geklebt habe. Oft nahm ich auch gleich 2 Gels auf einmal zu mir. Als Mittagessen habe ich mir meine gekochten Salzkartoffeln mitgenommen. Nach der ersten wurde ich jedoch zum Kauen zu faul, so dass die restlichen in der Botanik landeten (die Wildtiere in Brandenburg essen die bestimmt). Süß war eben doch besser. An den Verpflegungspunkten nahm ich dankend eine neue Wasserflasche entgegen. Zwischendurch rasten die andren Lang- und Mitteldistanzler mit Zeitfahrhelmen und Scheibenlaufrädern an mir vorbei. Leider wurde es immer windiger, so dass man viel mehr Kraft aufwenden musste, um die Geschwindigkeit zu halten. Kurz vor dem Ende der Radstrecke konnte ich aber sogar noch einen männlichen Mitstreiter überholen.

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Ich beendete die Radstrecke mit 3:31 Stunden. Mittlerweile hatten sich meine lieben Freunde aus der Laufgruppe (ein Riesendanke an Gerhard, Annette, Gabi und Katrin, die immer noch ausgeharrt hatte) eingefunden - ich war ganz überwältigt, euch alle dort zu sehen!

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Zwischendurch sind auch Katrin und Birgit von ihrem Wettkampf eingetroffen (vielen lieben Dank, dass ihr beide noch extra zum Winken gekommen seid!). Ich hatte das Gefühl, nie allein auf der Strecke gewesen zu sein. Gabi und Annette sind sogar ein kleines Stückchen mit mir gelaufen, um mich von den mittlerweile doch schweren Beinen abzulenken. Die 3. Runde war dann wirklich hart. Hier haben mir meine Freunde von der Laufgruppe so geholfen, ohne euch wäre ich nicht so gut durchgekommen. Am Ende jeder Runde gab es von den Veranstaltern ein buntes Haarbändchen. Eine wirklich tolle Idee: Man muss keine Runden zählen und weiß Bescheid, auf der wievielten Runde man sich befindet. Ich beendete den Halbmarathon mit einer Zeit von ca. 2:18 h. Es war nicht der schnellste, aber nach dem, was ich an diesem Tag hinter mir hatte, bin ich mit der Leistung mehr als zufrieden.

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Insgesamt war dieser Triathlon eine sehr schöne Erfahrung. Das Training hat sich ausgezahlt, die Schmerzen hielten sich in Grenzen. Mit meiner Gesamtzeit (unter 7 Stunden) bin ich auch zufrieden. Ich werde dem Triathlon definitiv treu bleiben und meine Lauftrainings weiterhin mit meinen lieben Freunden aus der Laufgruppe absolvieren. Die nächste Saison kommt und vielleicht kommen ja noch ein paar von euch zum Triathlon.

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Panoramatour Sächsische Schweiz vom 10.08.-12.08.2012

-       Ein Bericht über ein schweißtreibendes Bergauf-, Bergab -Wochenende, bei vollem Genuss mit beeindruckender Landschaft von Katrin Lipfert

 Auf der Suche nach einem neuen läuferischen Abenteuer landete ich auf der Homepage der Panoramatour Sächsische Schweiz. Von der Idee eines Etappenlaufes war ich spätestens seit dem Film ,,I want to run‘‘ fasziniert. Jedoch sollten meine ersten Erfahrungen dahingehend, doch in einem etwas kleineren Rahmen gemacht werden. So empfand ich die 3-tägige Tour, bestehend aus einem
7,8km-, 30km und 15km-Lauf, passend auf meine Möglichkeiten zugeschnitten. Ganz der Flachländer, habe ich mir über das Höhenprofil erst einmal nicht sonderlich viele Gedanken gemacht.

Denn zunächst musste ohnehin geklärt werden, wen ich für meine Unternehmung begeistern kann. Nachdem meine Mutter (Gabi) mir mitteilte, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits im Urlaub ist, brach meine einzige Kandidatin für eine mögliche Teilnahme weg und ich legte mein Vorhaben zunächst ad acta. Bis zu einem Mittwoch-Training, als Birgit uns erzählte, dass sie sich für die besagte Tour angemeldet hätte. Sofort war meine Begeisterung wieder entfacht und ich hatte das Gefühl, dass ich Doreen zumindest teilweise von der Tour überzeugen konnte. Jedoch verfolgt sie als neue, leidenschaftliche Triathletin traniningstechnisch natürlich andere Ziele als ich. So stand ihre Teilnahme unter einer Bedingung. Statt dem 15km-Lauf am dritten Tag, machen wir eine 110km- Radtour, die ebenfalls von den Veranstaltern angeboten wurde. Oh Watte – 110km Radfahren? Bei dem Höhenprofi? Nach den 30km am Vortag und 7.8km am Vorvortag? Gebongt!

 

Dann ging alles ganz schnell. Doreen hat sich um eine preiswerte, aber urige Pension in Bad Schandau gekümmert, mit den Arbeitgebern wurde ein frühzeitiger Feierabend abgesprochen und schon saßen wir im Auto Richtung Sächsische Schweiz, beladen mit 2 Rennrädern, Rad- und Laufklamotten, sowie Energieriegel und –gels für wahrscheinlich doppelt soviele Läufe.

 

Bereits auf der Hinfahrt wurde uns die Naivität unseres Vorhabens vor Augen geführt. Denn statt einer hügeligen Landschaft, erwuchs ein bergiges Panorama vor unseren Augen. Also dort, wo bereits der Motor des Autos aufheult, sollen wir am dritten Tag mit den Rädern hoch?! Nagut, wir beschlossen sofort, die ersten beiden Lauftage entspannt anzugehen – durchkommen und genießen war unser Ziel, so dass wir am dritten Tag noch genug Körner haben, um uns auf den Rädern zu halten.

 

Sofort nach dem Beziehen unserer Unterkunft schmissen wir uns in unsere Laufklamotten und machten uns auf in Richtung Königstein, zum Start der ersten Laufetappe.

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1.     Tag – Festungslauf in Königstein

Da nicht von Anfang an klar war, ob wir es bis zum Start rechtzeitig schaffen, hatten wir uns die Teilnahme offen gehalten und dementsprechend auch nicht umfassend über den Lauf informiert.  So dachte ich, dass der Lauf, wie der Name schon sagt, ein wenig um, aber vorallem auf der Festung Königstein stattfindet. Doch wurden wir noch vor dem Start durch Birgitt eines besseren belehrt. So heißt es auf der Homepage ,, Die Läufer erwartet ein anspruchsvolles, bergiges Profil auf der 7,8 km langen Strecke. Bis nach oben müssen 255 Höhenmeter überwunden werden. die letzten 1,8 km werden auf dem Plateau der Festung Königstein gelaufen.‘‘ Hoppala, auf so kurzer Distanz, doch soviele Höhenmeter?!

Nun gut, wir riefen uns ein weiteres Mal unser Ziel vor Augen – Entspannt angehen, denn mit Blick auf die nächsten Tage liegt in der Ruhe die Kraft.

So sollte es sein. Wir ließen uns sofort nach dem Startschuss nach hinten durchreichen und versammelten uns unter den letzten 10 Läufern des Teilnehmerfeldes. Eine völlig neue Erfahrung, da zumindest bislang immer mein Ziel war im Mittelfeld mitzuschwimmen und für mich gute Zeiten zu erzielen. Der erste Kilometer führte in einer Schleife unterhalb des Berges entlang und ließ von den Höhenmetern nicht viel spüren.

 

Dann jedoch ging es über eine Rampe ziemlich steil den Berg hinauf. Zumindest was die Läufer um uns herum betraf, lief hier niemand mehr. Ich versuchte die ersten Meter zumindest noch im Laufschritt zu erklimmen, resignierte jedoch wenig später und bewegte mich im sportlichen Wanderschritt, bis zur nächsten Möglichkeit wieder Lauftempo aufzunehmen. Der Weg bis zur Festungsmauer war bestimmt von steilen Treppen, Rampen, aber auch einigen ebenen Wegen, um neue Kräfte zu mobilisieren. Ich hatte viel Spaß dabei die Höhenmeter zu bezwingen, wenn auch es ein sehr schweißtreibendes und anstrengendes Unterfangen war. Aber bereits jetzt konnte man durch die Bäume die beeindruckenden Felsformationen in der Ferne erblicken, was bereits alles entschädigte.

 

An der Festungsmauer entlang führte dann ein Weg, bergauf, bergab bis zum Eingang der Festung. Hier ging nochmal eine sehr steile Rampe direkt auf die Festung, bei der ich ein weiteres Mal meinen Laufschritt einstellen musste, um hoch zu gehen. Anfeuernde Cheerleader motivierten mich  jedoch dazu meine Oberschenkel brennen zu lassen und die letzten Meter auf der Rampe laufend zu absolvieren.

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Jetzt begann der beste Teil. 1,8km auf der Festung mit ebenen Wegen und ich noch längst nicht am Ende meiner Kräfte. So konnte ich noch einige Plätze gutmachen und dabei das unglaubliche Panorama und die langsam untergehende Sonne genießen.

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Im Ziel angekommen fühlte ich mich gut und war nach wenigen Minuten wieder erholt. Klar, spürte ich die Beine, aber die sollten sich bis zum nächsten Tag erholt haben. Wir genossen noch ein wenig die Aussicht von der Burg und nahmen dann einen Shuttlebus zum Fuße des Berges und von dort mit dem Auto zu unserer Unterkunft.  Dort gönnten wir uns  noch ein leckeres Wildgulasch mit Knödeln und alkoholfreies Weizen.

Birgit    – 52:54 min

Katrin   – 58:04 min

Doreen – 1:00:37 h

 

 

2.     Tag – Panoramalauf von Bad Schandau nach Hinterhermsdorf

 

Die  2. Laufetappe führte 30km von Bad Schandau nach Hinterhermsdorf, wobei es 620Hm zu überwinden galt. Puh, na das konnte ja was werden. Auch wenn die die Höhenmeter auf die Streckenlänge bezogen im Vergleich zu gestern etwas geringer sind, wusste ich aus Schwerin, dass bereits ein 30km-Lauf im flachen Gelände, bei einem entsprechenden Tempo, sehr anstrengend sein kann. Vorallem im Hinblick auf die anstehende Fahrradtour galt auch heute wieder für uns: Ganz locker angehen, den Lauf und die Landschaft genießen und Fotos machen.

 

Mehr oder weniger ausgeschlafen und mit etwas schweren Beinen stärkten wir uns vor dem Start bei einem umfangreichen Frühstück in unserer Pension. Typisch Katrin und Doreen haben wir uns ordentlich die Bäuche vollgeschlagen mit Brötchen, Kuchen und anderen Leckereien. Na wenn sich das nicht (wieder einmal) rächen wird?!

 

Anschließend fuhren wir mit dem Taxi zum Startbereich ins Zentrum von Bad Schandau.

 

Kurz vor dem Start hatte es leicht angefangen zu regnen, wobei in der Ferne bereits die Schönwetterfront anrückte. Es schien optimales Laufwetter zu werden. Das Teilnehmerfeld war sehr überschaubar. Doreen und ich sahen sofort, dass uns definitiv ein Platz unter den Top Ten unserer Altersklasse sicher war. Na das klingt doch super, also kein Stress. So versammelten wir uns wieder nach dem Startschuss im Schussfeld mit den Ü50-jährigen. Kurz nach dem Start kamen wir mit einem Läufer ins Gespräch, der uns klar machte, dass es eine harte Tour werden würde. Insbesondere zum Ende hin, ab Kilometer 25, würden wir an ein steilen Rampen unseren Spaß haben. Na dann mal los! Die ersten 3 Kilometer verliefen an der Elbe entlang bis zu einem Wendepunkt, von wo es denselben Weg zurück zum Start ging. Auf der noch ebenen Strecke liefen wir einen guten 6er-Schnitt.

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Doch schnell war klar, dass wir den wohl nicht halten werden können. Die ersten zu bezwingenden Höhenmeter hatten es in sich. Über eine steile und langatmige Treppe gelangte man auf einen Waldweg, der uns wiederum weiter gen Himmel führte. Von hier aus führte die Strecke zunächst auf einer meist ebenen Straße entlang. Die Sonne war mittlerweile unser Begleiter und präsentierte so die unglaublichen Felsformationen in der Ferne in einem tollen Licht.

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Für mich war der Lauf jetzt schon ein Highlight. Nach ca. einem Kilometer führte unser Weg in den Wald. Hier sollte man die Augen offen halten, aufgrund des wurzelbewachsenen Waldbodens. Vor den emporsteigenden Felsformationen nutzten wir die Zeit für Fotos. Der weitere Weg, war geprägt durch zum Teil lange ansteigende Wege, mit steilen Passagen, die von mir und den Ü-50-Läufern um mich herum nur gegangen werden konnten. Aber das schöne bei Bergen ist ja, dass es irgendwann auch wieder heruntergeht. So konnte ich auf den steilen Abstiegen nahezu heruntersprinten, ohne sonderlich viel Kraft aufzuwenden, um zumindest ein wenig Zeit gutmachen. Mir ging es super. Ich hatte das Gefühl noch ewig so weiter machen zu können. Doch dann kurz vor Kilometer 20 machte mir mein Magen Probleme. Sollte sich jetzt das Frühstück rächen? Ich hoffte, dass sich das wieder legen wird und habe deshalb auch beschlossen kein weiteres Gel zu mir zu nehmen. Doch die Hoffnung wehrte nicht lange. Die nächsten 5 Kilometer musste ich den Weg doch das ein oder andere Mal verlassen. Glücklicherweise hat sich die ganze Geschichte irgendwann beruhigt und ich blickte erwartungsvoll gen Ziel. Doch wie war das? Ab Kilometer 25 wird es nochmal hart? Der nette Läufer hat nicht zuviel versprochen! Fast ab dem Kilometerschild, dass die letzten 5 Kilometer ankündigte, ging es tatsächlich an einer langen Rampen den Berg herauf. Da die Beine nun doch etwas schwerer wurden beschloss ich doch noch ein Gel zu nehmen. Da es mir immer noch gut ging, zwang ich mich nun auch an den Anstiegen den Laufschritt beizubehalten und konnte sogar noch ein paar Plätze gutmachen. Die letzten beiden Kilometer führten aus dem Wald heraus auf die Straße nach Hinterhermsdorf. Hier nochmal kurz bergab, bergauf und da war dann auch schon das Ziel, welches ich voller Begeisterung von dem Lauf durchlief. Auch Birgitt, die ich schon wieder völlig erholt im Ziel traf, bekundete ihre Begeisterung. Ebenso wie Doreen, die kurz nach mir im Ziel war. Gestärkt von einem Weizen und einer Bratwurst machten wir uns mit dem Linienbus auf den Weg Richtung Unterkunft.

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Birgitt   – 3:16:36 h

Katrin   – 3:33:53 h

Doreen – 3:37:59 h

 

 

3. Tag – 110km RTF – Hinterhermsdorf - Bad Schandau – Pirna – Hinterhermsdorf

 

Am nächsten Tag sollte die Tour bereits um 8.30 Uhr in Hinterhermsdorf starten. So hatten wir in unserer Pension Lunchpakete bestellt, die wir auf der Fahrt zum Start verzehrten. Ich freute mich auf die Tour, allerdings hatte ich eine Menge Respekt. Wir kannten ja nun langsam die Straßen in der Umgebung und das entsprechende Höhenprofil. So konnten wir auch ungefähr abschätzen, wie hart es werden würde. Im Training bin ich schon das ein oder andere Mal an die 100km Rad gefahren, dann allerdings im nordischen Flachland. Aber was solls, wir werden die Kiste schon schaukeln. Einfach nicht soviel darüber nachdenken, wieviel 1600Hm sind, die wir heute bewältigen sollen. Das Wetter war toll. Die Sonne schien und die Temperaturen waren noch sehr angenehm.

 

Die ersten 20km führten ausschließlich bergab von Hinterhermsdorf nach Bad Schandau bis zum ersten Verpflegungspunkt. Außer das man aufpassen musste, dass nicht zu viel Fahrt aufkommt, war dieser Teil doch sehr kräfteschonend. Dennoch haben wir es uns am Verpflegungspunkt mit einer Schmalzstulle, Gürkchen und Getränken gut gehen lassen. Wir kamen ins Gespräch mit den dortigen Organisatoren, die uns nochmal über die Anforderung der Strecke ins Bild setzten. Als ich meinte, dass wir notfalls vom Rad absteigen und den Berg hochschieben, gab es nur ein hämisches Grinsen. Die dachten wohl: Typisch Flachländer. Doch stellte sich heraus, dass das Grinsen wohl eher hieß: Definitiv müsst ihr das und nicht nur ihr! Doch nicht weiter drüber nachdenken, es gab kein zurück mehr.

Wir fuhren weiter Richtung Kleingießhübel. Die Straße führte serpentinenartig einen Berg hinauf. Oha, jetzt geht es also richtig los. Absteigen? Naja zumindest erstmal probieren, absteigen geht immer noch. Also den kleinsten Gang eingestellt und ab geht’s. Und es ging tatsächlich. Oben angekommen fühlten wir uns toll. Doch viel steiler dürfte es nicht mehr werden. Mittlerweile stand die Sonne über uns und damit stiegen auch die Temperaturen. Wir nahmen noch Rasch ein Gel zu uns und genossen die ebene Straße über Felder und dem eindrucksvollen Panorama.

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Doch wussten wir, dass das wohl bisher nur die Ruhe vor dem Sturm war, denn laut Karte müsste der höchste Punkt der Strecke demnächst mit uns Bekanntschaft machen. Und da war er! Ein richtig steiler Anstieg, Ende nicht in Sicht. Doch auch hier galt für mich, wenigstens probieren soweit es ging. Und es war heftig. Gefühlter Puls von 200, Lunge kurz vorm explodieren. Doch nach dem ersten besonders steilen Stücke wurde es etwas flacher und ich kämpfte weiter. Hinzukam, dass ich glaubte, ohnehin nicht absteigen zu können, da ich in den Klickpedalen gefangen bin und ich umfallen würde, wenn ich nur einmal nicht weitertrete. So zog sich der Weg wieder seperntinenmäßig nach oben. Ich sagte mir immer, wenigstens noch die nächste Kurve. Und so erreichte ich irgendwann überglücklich den ‚‘‘Gipfel‘‘ des Berges, ohne abzusteigen. Na hoffentlich war das auch wirklich der höchste Punkt! Doreen traf wenige Minuten später ebenfalls oben ein. Sie hatte Probleme mit der Schaltung ihres Rades und konnte so den Anstieg nicht durchziehen. Das würde natürlich zum Problem werden, da wir sicherlich noch einiges vor uns haben. Doch laut Karte müsste es bis zum nächsten Verpflegungspunkt hauptsächlich bergab gehen. Und das ging es auch tatsächlich und nicht gerade wenig. An der einen Stelle wurden wir sogar darauf aufmerksam gemacht, dass wir besser absteigen, da hier vor kurzem zwei Radfahrer ums Leben kamen. Da mir das zu lange dauerte, ließ ich mich aber mit angezogener Bremse entspannt nach unten rollen.

Am zweiten Verpflegungspunkt stärkten wir uns mit Kesselgulasch, Schmalzstullen, Gürkchen und Keksen.

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Doreen machte das Problem mit ihrem Rad zu schaffen und kündigte an, dass sie an den Anstiegen absteigen müsse. Wir beschlossen auf jeden Fall noch die 10km  bis nach Pirna zu fahren, ab da an würde es erstmal nur an der Elbe entlang gehen und eine Abkürzung würde uns auf nahezu ebener Strecke nach Bad Schandau bringen. Doch der Weg nach Bad Schandau gestaltete sich nochmal als konditionelles Kräftemessen. Ich blieb dabei, absteigen gibt es für mich heute nicht mehr. Und so quälte ich mich nochmal einen ordentlichen Berg hinauf, von wo man eine tolle Aussicht genießen konnte. Bis Pirna ging es dann ratzfatz, da nur bergab bzw. auf dem beschaulichen Elbe-Rad-Weg entlang. Wir hatten jetzt 60km der Strecke geschafft und mir ging es erstaunlicherweise super. Überhaupt keine Probleme mit den Beinen oder der Kondition. Was vermutlich auch damit zusammenhing, dass nach jedem Berg auch ein Tal kommt und wir auch durch das Höhenprofil keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen konnten.

Doreen war jedoch verständlicherweise aufgrund ihrer Probleme mit dem Rad ganz schön frustriert. Da nicht abzuschätzen war, ob nicht doch noch einige Anstiege bevorstanden und die Zeit auch schon ganz schön fortgeschritten war, beschlossen wir den Zug von Pirna nach Bad Schandau zu nehmen und dann weiter mit Fähre und Taxi nach Hinterhermsdorf.

Mir hat die Tour richtig gut gefallen. Mal abgesehen von der tollen Landschaft mit dem Panorama fand ich es toll mich die Anstiege hoch zu quälen und auf den meist folgenden Abstiegen wieder Kraft zu tanken. Das war ein super Gefühl. Die Tour möchte ich unbedingt irgendwann nochmal durchfahren.

Insgesamt war das Wochenende ein Traum und absolut empfehlenswert. Für mich bisher mit das beste Lauf- und Raderlebnis. Ich weiß, da habe ich nicht das letzte Mal dran teilgenommen.

 

 

 

 

Hallenhalbmarathon in der Niederlausitzhalle Senftenberg 19.01.2013

Ein Bericht von Annette Kokoschko

Es ist Mitte Januar, die Temperaturen liegen im Minusbereich und man muss sich schon ziemlich überwinden, einen längeren Lauf in der Natur zu wagen. Da bleiben einem nur zwei Möglichkeiten: Entweder ab in den Süden oder mal in einer Halle schwitzen.

Ich entscheide mich für Letzteres, die Halle steht in Senftenberg, die Niederlausitzhalle und ich höre verschiedene Meinungen rundherum. So sagen die Einen, dass es ganz spaßig wäre, mal einen Lauf in dieser Halle zu wagen. In meiner Laufgruppe erfahre ich eher Skepsis und werde auch für verrückt erklärt, auf einer 250 Meter Bahn einen Halbmarathon laufen zu wollen.

Aber wer mich kennt, weiß, dass ich alles ausprobiere und mich schwer von einem Entschluß abbringen lasse. Und einen Vorteil hat dieses Vorhaben auch. Frau braucht sich keine Gedanken wegen der passenden Kleidung zu machen und frau hat alle 250 Meter eine Toilette und auch eine Verpflegungsstelle zur Verfügung. Alle Laufdistanzen werden in Senftenberg angeboten. Vom 5 km bis 50 km kann man/frau alles laufen. In diesem Jahr auch erstmalig ein Halbmarathon.

Nach wochenlanger Laufabstinenz wegen meinem Muskelfaserriß im November 2012 war also dieses Laufevent mein Favorit, um wieder in meine alte Form zu kommen. Meine langjährige Lauffreundin Billy, auch verletzungsbedingt im November und Dezember ausgeknockt, war von dieser Idee ebenso begeistert und so meldeten wir uns an und reservierten auch gleich einen Schlafplatz in der Halle. Denn der Start unseres Halbmarathons war erst für 23 Uhr vorgesehen.

So richtig konnte ich mir das nicht vorstellen, dort in der Halle 85 Runden zu laufen. Aber die Neugier und die Lust haben meine Zweifel schnell verdrängt.

 

Gegen 18 Uhr sind wir bereits in der Halle, unsere Startunterlagen abzuholen und unseren Schlafplatz zu beziehen. Es ist auch immer etwas wie Ferienlagerstimmung , wenn ich irgendwo während eines Laufes übernachte und Billy und ich sind da schon ein eingespieltes Team.

 

Wir beobachten also die Läufer der Marathondistanz und sind ganz überrascht, wie dunkel es doch in der Halle ist und vor allem wie kalt.

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Als Zuschauer muss man sich schon warm anziehen. Die Läufer sausen an uns vorbei und ich mache mir über das diffuse Licht der verschieden farbigen Lichtschläuche  so meine Gedanken. Und auch vor allem darüber, woran ich sehe, wieviel Runden ich bereits gelaufen bin und wieviel Runden noch vor mir liegen.

 

Diese Frage bekommen wir beim Beobachten der Marathonläufer schnell beantwortet. Es gibt eine große Anzeigetafel, wo jede Startnummer des Läufers erscheint, der gerade die Meßmatte passiert hat (der Ship am Schuh löst die Messung aus) …. und dann kann von jdem Läufer selbst gelesen werden, so quasi beim Vorbeilaufen, wieviel Runden gelaufen wurden.

 

Ich entscheide mich für meine Brille und hoffe darauf, dass alles gut läuft.

 

Als der Startschuss fällt prescht das Feld los und schon nach wenigen Metern geht es in die erste von insgesamt 170 Kurven, die aufgrund des Radius schräg verlaufen. „Was für eine Herausforderung“….schoß es mir in den Kopf, vor allem für Hüft-,Knie- und Sprunggelenke. Und ganz ehrlich: Ich hatte nicht erwartet, dass die Kurven so steil gestellt sind.

 

Und trotz der limitierten Starterzahl von 62 Läufern ist das Feld doch dicht gedrängt. Auch die Hoffnung, dass sich dies bald irgendwie ändert, musste ich schnell begraben. Zwar zieht sich das Feld zeitlich schnell auseinander, aber durch die kurzen Runden wird dies schnell kompensiert. Man muss sich also ständig überlegen, ob man vor der Kurve noch schnell Gas gibt, um den Läufer vor einem zu überholen, oder in der Kurve hinter ihm herzutrotten und dann erst auf der kurzen Geraden zu überholen.

 

Dieser Laufstil läßt keinen kontinuierlichen Laufstil zu und ist dazu auch noch recht kräftezehrend. Auch die Lichtverhältnisse irritieren mich massiv. Ich versuche locker zu bleiben und die ersten Rundenzeiten fühlten sich auch gut an. Immer so um 01:30 min auf 250 Metern, was eine Pace von  6:00 Minuten pro Km entsprach. Doch das Licht nervte mich und ich versuchte mich nicht allzu oft vom Blitzlicht der Fotografen blenden zu lassen.

 

Die Runden flutschten hintereinander weg und das machte auch irgendwie Spaß. Ich war jedoch ständig am Überlegen, wann ich wie überhole. Es war ein stetiger Wechsel von Überholen und Überholt-Werden. Rein optisch betrachtet gibt es in dieser Halle keinen Letzten. Die Stimmung in der Halle ist super, ständig laufen die gängigsten Musiktitel und man konnte sogar vor dem Start drei Lieblingstitel auf die Wunschliste setzen lassen. Die Musik begeistert mich und motiviert zusätzlich.

 

Schon ab Runde 60 kann ich miterleben, wie nach und nach die schnellen Läufer im Ziel begrüßt wurden.

 

Ich ziehe weiter meine Runden und dann kommt pötzlich auch für mich der Zuruf vom Moderators: „…so Annette aus Berlin….hab‘ auch Du Spaß auf Deiner letzten Runde….gleich hast Du es geschafft“. Ich genieße die letzten Meter und freue mich über Billy’s Empfang im Ziel und über meine Zeit nach meiner Verletzungspause…..und auch darüber, dass ich mich für diesen Lauf entschieden hatte.

   

 

Fazit: Eine gelungene, peferkt organisierte Veranstaltung. Die Helfer sind engagiert und freundlich. Auch die Verpflegung lässt kaum Wünsche offen. Medaillen und Urkunden für jeden Finisher und Präsente für die Sieger. Und auch wenn es nicht jedermanns Sache ist, Runden in einer Halle zu laufen, ist diese Laufveranstaltung mit seiner bunten Vielfalt sehr zu empfehlen.

 

 

 

Fünf Frauen laufen um den Frauensee
Ein Bericht von Claudia Brose

 ... oder hab mein Wage voll gelade, voll mit fünf netten Langläuferinnen ...

Dass wir zu fünft uns auf den Weg machten, war eine Woche vorher noch nicht unbedingt klar, ein Teil von uns hatte zwar Lust, auf die lange Distanz von 30 kms zu gehen, aber irgendwie schien uns der 7,5 km-Rundkurs nicht gerade einladend. Viermal dieselbe Runde drehen ... Aber letztlich müssen die Langläufer ja auch im Kopf ausdauernd sein und sollten ihre Psyche auch auf weniger spannende Strecken einrichten.

Gabi und Birgit haben die Harzquerung vor sich, claudi z den Hannovermarathon, ich den Darßmarathon, also sollten wir uns gaanz langsam wieder seelisch und körperlich auf lange Distanzen vorbereiten.

Nachdem wir den Einsammel-Marathon problemlos geschafft hatten, 7:25 Uhr Claudia S. an der Frankfurter Allee, ein paar Minuten später Gabi und Möhrchen am U-Bahnhof Friedrichsfelde und dann Richtung Edisonstraße zu Claudi Z, dann waren alle 5 Plätze, die unser VW-Bus zu bieten hat, besetzt.

Unterwegs schien die Sonne, aber dann zog sich der Himmel wieder zu und wie zu erwarten blieb es auch bis zum Nachmittag trübe, ein bisschen schade, denn Sonne hätte schon dem Gemüt gut getan. So war es wie schon den ganzen Winter grau am Himmel, aber man guckt ja eh viel runter, wenn nicht gerade glatter Asphalt unter den Füßen liegt, was bei einem Landschaftslauf ja nie der Fall ist.

 

Das Gelände KIEZ am Frauensee war gut zu finden, liegt kurz hinter Königswusterhausen, eingebettet in schöne Brandenburger Kiefernwälder. Anmelden und noch ein bisschen ruhen bis zum Start 9:50 Uhr für die 30 km-Läufer, claudi s ging auf die 15 km-Distanz und startete erst 10:15.

 

Um es kurz zu machen: Wider erwarten hatten wir vier 30er Läuferinnen kein Problem damit, die 7,5 km Runde viermal zu durchlaufen, denn die hatte es in sich, was keiner wusste, sie war recht hügelig. Bereits nach dem ersten Kilometer kam die erste (und längste) Steigung, davon gab es noch weitere, aber nicht mehr ganz so deftig. Das Streckenprofil war absolut nicht einfach. Und die Wege waren noch recht aufgeweicht und zum Teil rutschig durch Schneereste. Aber das störte nicht wirklich. Wir hatten zwar alle unsere kleinen Problemchen, Gabi hatte noch zuwenig kms in den Beinen und machte erstmal langsam los, claudi z ging es ganz ähnlich, möhrchen wollte erstmal gucken, was nach gerade überstandener Grippe überhaupt kraftmäßig geht und evtl nur 3 Runden laufen, und ich wollte einfach nur gucken, was geht, bei mir lief es ja wintergemäß bisher gut, aber auch ich hatte mein Problemchen, denn ich testete neue Riegel, nach 15 km den ersten (und auch letzten), mein Bauch beschloss umgehend, diese Sorte definitiv nie wieder in die Ernährungskette aufzunehmen ...

Am Ende sind wir alle die 4 Runden durchgelaufen, und keiner ging an den Anstiegen, wir Flachlandtiroler haben uns mehr oder weniger langsamen Laufschrittes alle Hügel hochgewurstelt! Mit unseren Zieleinlauf-Zeiten bildeten wir den Abschluss in der Liste. War für uns kein Problem, bei den spärlich besetzten Landläufen hat man es eh meistens mit schnellen Hirschen in der Konkurrenz zu tun. Claudi s ist locker ihre 15 kms gelaufen, klar, keine Bestzeit, so etwas war aber auch nicht angepeilt.

 

Nun geht es bald nach Marienwerder auf den Dreiviertelmarathon, dafür war dieser Lauf eine gute Einstimmung, die Psyche hat sich wieder auf lange Strecken eingenordet.

 

Hoffentlich wird dort der Waldboden halbwegs belaufbar sein, jetzt, wo uns der Winter grad wieder fest im Griff hat ...

 

Es war sehr schön, zu fünft im VW-Bus durch die Gegend zu dödeln, es gab viel zu lachen, es war sehr entspannend (okeeee, das erst nach dem Lauf...), es war einfach ein wunderbarer Sonntag. Die KIEZ-Leute hatten den Lauf auch absolut gut durchorganisiert, ein schöner kleiner (mit auch kleinen Startgebühren) Landschaftslauf, Verpflegung im Start-Zielbereich und einmal bei KM 3,5, es gab Wasser und heißen Tee (war gut bei der Kälte), Äpfel und  Bananen ... und es gab im Anschluss noch Nudeln oder auch Kaffee und Kuchen, für den, der was Süßes brauchte, man konnte duschen, die waren für uns letzte Läuferinnnen sogar noch warm!!

 

Ich denke, das ist ein super Lauf für den Start in die Langlaufsaison zusammen mit dem Frostwiesenlauf, der 14 Tage vorher war. Werde ich garantiert nicht zum letzten Mal gelaufen sein. Nah bei Berlin, also auch schnell zu erreichen und eine sehr nette Atmosphäre dort.

 

Berliner Halbmarathon 2013 oder Borussia Friedrichsfelde
bald mit neuen "Baby-Mitglied", in der Berliner Medienlandschaft

 Ein Bericht von Doreen Körber
 

Nachdem der Winter in Berlin bis zum 6.4.2013 andauerte; Schnee, Eis, Kälte und Glätte unseren Läuferalltag in dem letzten halben Jahr bestimmten, sind wir alle dennoch gut durch das Training gekommen. Ich flüchtete mich leider viel zu oft ins warme Schwimmbad oder auf mein Rad, das ich auf eine Rolle zum Wintertraining eingespannt habe, so dass mir merklich Tempoläufe und Kilometer in den Beinen fehlten.

 Am Freitag vor dem Halbmarathon rief Claudi B. völlig aufgelöst an, dass ich bitte bei einer RBB Reportage mit machen soll. Anfangs etwas skeptisch willigte ich ein.

 Dennoch gut gelaunt trafen wir uns alle an unserem alle am altbewährten Treffpunkt vor dem Kino International.

 

Ich war aufgrund des bevorstehenden Interviews den Umständen entsprechend angespannt. Wir Borussen wurden komplett in die Sendung eingebaut, Birgit beißt herzhaft in ihren Riegel, Gabi versorgt sich mit Wasser. Annette, die nicht mitläuft, wird als Motiv für unser Wappen verwendet.

 

Nachdem der Dreh im Kasten war, gingen wir alle in unsere Startblöcke und irgendwann fiel dann auch der Startschuss für den letzten Block E.

 Ich hatte eine neue Uhr, so dass ich meine Pace nur nachträglich rückrechnen kann. Die Kilometer fliegen nur so dahin, mein Telefon klingelte ununterbrochen, da die Reporter mich nicht beim Schloss Charlottenburg verpassen wollten. Dort angekommen wollte ich dann doch lieber weiterlaufen und entschied mich spontan gegen das Interview.

 Bei Kilometer 17, gegenüber von DonkinDonuts (diesmal ohne Snackpause) warteten sie erneut. Hier war ich (mittlerweile aufgrund der Hitze nur noch im Bustier bekleidet) zu einem kurzen Interview bereit.

 Die letzten Kilometer sind erfahrungsgemäß immer etwas schwerfällig, aber auch dieser Halbmarathon wurde geschafft. Mit meiner Zeit (die ich aufgrund meiner Uhr-Probleme erst zu Hause erfahren habe) bin ich zufrieden. Meine Mädels waren super. Ihr seid tolle Zeiten gelaufen und könnt sehr stolz auf euch sein. Besonders auch Claudi S.: Du hast den Platz für die originellste Startnummer erhalten.

 

Im Ziel musste ich den Zieleinlauf mehrmals proben (es ist schon witzig, wie einen die anderen Läufer in dem Moment angucken), nach dem 4. Anlauf hat es dann endlich geklappt.

 Leider habe ich im Ziel selbst nur noch Jan und Claudi S.(plus 1/2)  getroffen. Beide haben erfolgreich gefinisht. Anselm, der seit langem wieder einen Halbmarathon gelaufen ist, ist super durchgekommen.

 

In der U-Bahn haben wir noch Bärbel und Annette F. getroffen. Annette ist spontan mitgelaufen und hat gemeinsam mit Bärbel das Ziel erreicht.

 Am Abend nach der Ausstrahlung des Berichtes im RBB, war ich froh, dass mich Claudi B. doch überzeugt hatte: Es ist eine schöne Erinnerung, gemeinsam mit euch im TV gewesen zu sein. Montagmorgen am Flughafen auf dem Weg nach Mallorca angekommen, lächelte mich dann auf einmal die "medienscheue" Claudi B auf einmal aus der Berliner Zeitung an.

 Es war ein toller Lauf mit euch, bis zum nächsten.

11. Spreewaldmarathon 2013

Ein Bericht von Annette Kokoschko

 Jedes Jahr Ende September nehme ich mir auf der Marathonmesse anläßlich des Berlin- Marathons immer ganz viel Zeit und schaue so nach neuen Läufen, die ich noch nicht kenne und beginne  bereits im September meine Planung für das nächste Laufjahr.

Es sind inzwischen so viele neue Laufevents dazu gekommen, dass man/frau schon rechtzeitig planen muss. Denn gerade im Frühjahr zum Saisonauftakt überschneiden sich viele Termine. Man muss also gut auswählen, was man wann laufen könnte. Entweder….oder. Die Auswahl wächst ständig.

„Auf die Gurke, fertig, los !“…..so der Aufruf beim Stand des Veranstalters der Lausitzer Sportevent GmbH. Und es wird vor allem hervorgehoben, dass der Spreewaldmarathon Brandenburgs größte Breitensportveranstaltung ist…..und die Läufer der flachste Marathon Deutschlands erwartet.

Der Spreewaldmarathon stand schon seit mehr als 2 Jahren auf meiner Wunschliste und sollte daher in diesem Jahr mein Frühjahrsauftakt werden und so meldete ich mich bereits auf der Messe in Berlin 2012 für den Halbmarathon in Burg/Spreewald an.

Immer wenn ich in den Wintermonaten vor allem sonntags auf meine langen Runden ging, dachte ich voller Vorfreude auf den 21. April. Wenn es denn dann endlich soweit sein wird. Mit ein paar kürzeren Wettkämpfen von Anfang März bis Mitte April stimmte ich mich auf das Frühjahr ein und die Wochen vergingen sehr schnell. Und plötzlich saß ich im Auto und rollte Richtung Spreewald, die Sonne schien und meine Spannung stieg, je näher ich dem Startpunkt Burg kam.

Bei der Startnummernausgabe erlebte ich wieder die herzliche, fast familiäre Atmosphäre, wie zum Hallenmarathon im Januar. Da kann man sich einfach nur freuen:

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Witzig fand ich auch die Startnummer, mit vollem Namen und meinem Verein.

Es dauerte auch nicht lange, da fragte mich ein Läufer, wo denn Friedrichsfelde liegt. Ja….dann drehe ich mich immer um und zeige auf unser tolles T-Shirt. „Laufgruppe Berlin-Friedrichsfelde“….Jawoll.

Und so kommt man/frau eigentlich immer vor dem Start ins Gespräch und trifft auch bekannte Gesichter. Das lenkt etwas von der Nervosität vor dem Start ab und macht großen Spaß. Ich traf Manuela aus Berlin Marzahn wieder. Wir hatten uns den ganzen Winter nicht gesehen. Das war ein schönes Wiedersehen.

 

Meine Trainingskollegin Doreen ist mir zwar kurz vor dem Start auch noch über den Weg gelaufen, aber da hatte ich meine Kamera schon im Auto eingeschlossen. Das fand ich sehr schade. Ist es doch eigentlich eine kleine Tradition, Erinnerungsfotos für die Laufgruppenchronik zu machen.

Als der Startschuss fiel, war ich so aufgeputscht, dass ich mich selbst bremsen musste. Nach dem ersten Kilometer zeigte meine Uhr eine Pace von 5:52 min/km an. Viel zu schnell – wie immer ! Ein schneller Start rächt sich meistens nach hinten raus.

Dadurch, dass die 10 km – Läufer und die Marathonis zusammen starteten, war es anfangs schon ein ganz schönes Gewusel und recht schwer sein eigenen Rhythmus zu finden. Mir hilft in solchen Momenten immer meine Pulsuhr und meine Musik im Ohr. Zu diesem Lauf hatte ich mir extra neue Musik von Paul van Dyk zusammengestellt.

Kilometer 5 passierte ich bei 29:43 Minuten und fühlte mich richtig gut. Die 10 Kilometermarke passierte ich nach genau 1 Stunde. Es war zwar recht frisch , aber der herrliche Sonnenschein und die tolle Stimmung an der Strecke wirkten Wunder.

Ich lief wie ein Uhrwerk und freute mich wiedermal über die tolle Verpflegung an der Strecke. Ich hatte bewusst keine Eigenverpflegung dabei. Wollte mich nicht belasten und es war auch die richtige Entscheidung. Bananen, Äpfel, Kekse, Schokolade, Salzbrezeln,……tja und getränketechnisch ein ebenso breites Angebot. Jeder Verpflegungspunkt machte einfach gute Laune.

Kilometer 15 passierte ich bei 1:33 h und freute mich sehr darüber. Aber kurze Zeit später bekam ich Seitenstechen und musste zwischendurch immer mal ein paar Schritte gehen. Bei Kilometer 17 überholte mich Doreen und winkte mir nett zu. Dass sie am Vortag 110 km radgefahren war, sah man ihr nicht an. Sie lief locker und entspannt…..und ….ich konnte nicht an ihr dranbleiben. Aber ich lief konstant mein Tempo bis ins Ziel. Der allerletzte Kilometer war zwar ein Sandweg und ich musste mich nochmal richtig konzentrieren, da nicht umzuknicken, aber auch das klappte ganz gut.

Das Ziel erreichte ich nach 2:15:43 h und war überglücklich. Mein Frühjahrsauftakt 2013 hat prima geklappt.

 

Für alle Freunde von Naturläufen ist dieser Marathon bzw. Halbmarathon , oder auch der 10 km – Lauf ein absolutes Muss. Die Strecke ist fast durchgehend asphaltiert und man läuft auf tollen Radwegen durch den herrlichen Spreewald. Die leichten Anstiege an diversen Brücken sind kaum spürbar.

Glückwunsch an dieser Stelle an meine Laufgruppenkollegin Doreen zum tollen Marathonfinish.

Spreewaldtriathlon 2013
Ein Bericht von Ingo Zimmermann

 Am 15. Juni fand am Briesensee der 24. Spreewaldtriathlon statt. Ich nahm an der Olympischen Distanz über 1,5 km Schwimmen, 42km Radfahren und 10km Laufen teil.

Am Freitagabend war eine Nudelparty mit Einschwimmen und Livemusik organisiert. Eine schöne Sache zur Einstimmung auf den Wettkampf am Samstag. Zur Band gehörten übrigens auch zwei Triathleten mit eigenem Song zum Spreewaldtriathlon.

Am Samstag um 12 Uhr war der Start zur Olympischen Distanz. Genug Zeit um die Starts der anderen Distanzen zu verfolgen und sich in Ruhe auf den eigenen Wettkampf vorzubereiten. Ideale Wetterbedingungen, 24°C, ein leichter Wind und ruhiges Wasser, da sollte ein guter Wettkampf drin sein. Es sollte mein erster Start mit Neoprenanzug werden. Da das Wasser doch recht warm war, überlegte ich kurz, ob ich Ihn überhaupt benutze. Ich nahm das aufwändige Anziehen aber doch auf mich und schwamm mit Neo.

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Die Schwimmstrecke ist ein Dreieckskurs über zwei Runden mit kurzem Landgang. Nach der ersten Runde ein kurzer Blick zur Uhr, 17 min. - toll, nun auf zur zweiten. Das Schwimmen ging auch in Runde 2 gut, so dass ich nach 35min. aus dem Wasser kam. Da ich ja nur brustschwimme, war das in Ordnung. Der Wechsel zum Radfahren mit Neo. Ausziehen ging einfach super. Nach gut drei Minuten saß ich auf dem Rad und weiter ging es. Mit dem Rad war eine große Runde von 42km zu absolvieren. Ein leicht welliges Profil, was sich aber sehr gut fahren ließ. Der Rundkurs hatte nur einen Nachteil, nach etwa 12km wehte der Wind stetig von vorne. Das kostete doch mehr Kraft als ich investieren wollte. Die letzten Kilometer zur Wechselzone waren dann wieder windbegünstigt. Schön um die Beine zu lockern, vorm Laufen. Nach 1:58 h hatte ich das Radfahren beendet. Gut - ich war schon mal schneller, lag aber noch im Zeitplan. Rad abstellen und auf die Laufstrecke. Ein Rundkurs um den Briesensee, der zweimal zu absolvieren war. Ein Kilometer in 4:20 min., das war zu schnell. Ich bekam Seitenstechen  und musste deutlich das Tempo reduzieren. Die vielen Helfer mit Schwämmen und Wasser sowie mein Fanklub um Petra ließen mich den Wettkampf dennoch gut zu Ende bringen.  Am Ende wurde es noch eine 48` er Laufzeit. Nach 2:46:42 h im Ziel angekommen, freute ich mich über mein zweitbestes Ergebnis im Triathlon. Bei Bier, Musik und guter Stimmung ließen wir eine sehr zu empfehlende Veranstaltung ausklinge

 Die Ergebnisse im einzelnen:

 1,5 km schwimmen    35,14 min.               Platz 109

  42 km rad                1:23,05 h                  Platz  85

 10 km laufen               48,23 min               Platz  51

 Gesamt                    2:46,42 h                 Platz  77 von 171

                                                               Platz  17 AK 45

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Mein Halbmarathon im Lausitzer Seenland 100

Ein Bericht von Annette Kokoschko

 Anfang Juli beginne ich bekanntlich immer mit meiner Vorbereitung auf den Berlin-Marathon im September und suche mir daher immer einen schönen Halbmarathon im Juli, den ich noch nicht kenne.

In diesem Jahr zog es mich erneut nach Senftenberg, genauer gesagt zum Senftenberger See. Das ganze Areal ist aus einem ehemaligen Braunkohlabbaugebiet entstanden und wird nun nicht nur für die Touristen immer beliebter.

Auch zunehmend Fahrradfahrer, Skater und Läufer entdecken diese Region für sich und die Lausitz hat so einiges zu bieten. Im Flyer, der mir schon zu Jahresbeginn beim Hallenmarathon in die Hände fiel, las ich, dass die komplette Strecke rund um den Senftenberger See asphaltiert ist und somit bestens geeignet ist zum Laufen und Skaten.

Ich suchte mir eine Pension in der Nähe des Stadthafens, dem Start und Zielgebiet des Marathons. Für die Halbmarathonis gab es einen Bus-Shuttle, der die Läufer zum Wendepunkt des Marathons fuhr.

Somit war also klar, dass es auf der Strecke neben der herrlichen Natur nie langweilig werden würde.

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Und so begab ich mich voller Vorfreude zum Busshuttle, der uns zum Start bringen sollte. Es klappte alles reibungslos, bis auf den Start selbst. Der verzögerte sich etwas. Es war leider auch nur ein sogenannter Hand-Start, vom Start/Ziel-Bereich per Telefon gesteuert. Aber egal.

 Für mich sollte es ein schöner Trainingslauf werden und noch dazu in einen herrlichen Sonnenuntergang. Denn wir starteten ja erst 19 Uhr.

Die 5 km Marke passierte ich bereits nach 29 Minuten und war doch sehr erstaunt. Es lief sich wirklich locker und entspannt. Irgendwie kam ich ins Plaudern mit verschiedenen Läufern und merkte dann bei km 10, dass dies mehr durstig macht, als wenn frau einsam und allein läuft und dabei die „Klappe hält“. Ich hatte zwar meine Trinkflasche dabei, aber die war längst ausgetrunken. Schließlich hatten wir zum Start um 19 Uhr noch immer 25 Grad. Aber der Veranstalter hatte dies bei seinen Verpflegungsständen leider zu wenig bedacht. Es waren zu wenig  Getränkepunkte an der Strecke.

Was tun….?  Ich sprach einfach einen Radfahrer an und bekam prombt sofort  Wasser und auch meine Trinkflasche aufgefüllt. Und so lief ich dann weiter wie ein Schweitzer Uhrwerk und freute mich über den herrlichen Sonnenuntergang, den ich kurz vor meinem Zieleinlauf erleben konnte.

Das sind dann so Momente, wo ich vor Freude losheulen könnte und unendlich dankbar bin, dass ich dies erleben kann. Ich bin eben eine absolute Genussläuferin ! Na klar…..auch ich freue mich immer wieder, wenn ich eine gute Zeit gelaufen bin. Aber im Grunde genommen ist doch alles relativ zu betrachten. Wir sind Freizeitsportler und keine Profis.

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Und ich bin Fünfte in meiner Altersklasse W 50 geworden. Das hat mich sehr gefreut.

Alles in Allem kann ich diese Region rund um den Senftenberger See zum wandern, walken, radeln und laufen nur empfehlen. Dieses Lausitzer Seenland 100 wird möglicherweise der Mecklenburger Seenplatte bald den Rang ablaufen.

Ich schaue hier garantiert bald wieder vorbei  !!

OstseeMan –Triathlon , Glücksburg 04.08.2013
3,8 km Schwimmen – 180 km Rad – 42,195 km Laufen

ein Bericht von Doreen Körber

Nachdem ich letztes Jahr meine Freundin Andrea beim OstseeMan supportet hatte, stand für mich fest, dass ich hier meinen 1. Ironman finishen möchte. Katrin hatte von Anfang an zugesagt, mich bei dem Projekt Ironman zu unterstützen. Ich war ihr von Beginn an extrem dankbar, für Ihre Unterstützung.

Es begannen 364 Tage der akribischen Vorbereitung. Zwischendurch habe ich noch einen Ultra und 2 Marathons als Test gemacht. 2 mal war ich auf Mallorca, um meine bis dahin größte Schwäche, das Radfahren in den Griff zu bekommen. Trainingsumfänge von zum Teil weit über 20 Wochenstunden aufgeteilt in 8-9 km schwimmen 300-400 Radkilometern und 40-60 Laufkilometern wurden zur Normalität. Es war eine tolle Zeit und eine besondere Erfahrung, die eigenen Grenzen kennen zu lernen und diese immer weiter von sich weg zu schieben. Mein Ehrgeiz zahlte sich aus, meine Formkurve stieg nach oben und Belastungen über 7 Stunden am Stück waren einfach nur noch ganz normales Training. Meine Lieblingsradtour war Berlin - Polen und wieder zurück. Ein tolles Gefühl der Freiheit, mit den eigenen Kräften so weit zu kommen, egal wie weit und ob zu Wasser oder zu Land. Es ist unbeschreiblich, morgens bei aufgehender Sonne oder im Regen allein im See 3 km zu schwimme, zu erleben, wie sich die Radstrecke mit der Jahreszeit an die Natur anpasste. Nach wirklich harten Trainingswochen und Monaten, begann die lockere Taperinphase von 2 Wochen. 11 Training Stunden fühlten sich plötzlich wie nichts an. Ein gutes Zeichen.

Gemeinsam mit Norbert und Andrea reiste ich am 1. August nach Glücksburg. Die Wetter- prognosen für den 4. August waren super, 24 Grad, Sonne und wenig Wind. In Glücksburg war bereits am Freitag, 2 Tage vorher, Ausnahmezustand. Überall Triathleten, die genau wie wir, die Radstrecke ein- oder mehrmals abfahren wollten, Zeitfahrräder vorm Supermarkt und Radgepäckträger auf jedem 2. Auto.

 

Der 4. August:

Ich wurde nach 4 Stunden Schlaf um 3 Uhr morgens wach und fühlte mich gut. Die Räder wurden schon am Vortag eingecheckt. Wir, also Katrin, Norbert, Andrea und ich fuhren um 4:30 Uhr zur Wechselzone. Dort gab es erstmal einen Kaffee aus der mitgebrachten Thermoskanne. Wie oft hatte ich diesen Tag schon in Gedanken durchgespielt. Das Rad wurde mit Essen bestückt, die Kleiderbeutel für die Wechsel noch einmal kontrolliert. Mein erstes persönliches Highlight war die Beschriftung des Oberarms - das erste Zeichen, dass heute mein großer Tag ist. Um 6:30 begann das Einschwimmen... und ich sah sie schon meine “Freunde” .... die Feuerquallen. Ein Traum! Na ja, auch die sollten mich nicht abhalten, eine OstseeWoman zu werden.

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Um 7:00 Uhr erfolgte der Startschuss zum 3,8 km Schwimmen. Ich fand schnell in meinen Rhythmus. Auch das Orientieren war kein Problem. Leider bekam ich durch das viele Salzwasserschlucken Magenprobleme, so dass ich das Schwimmen nicht so genießen konnte, wie erhofft. Umringt von Quallen, ging ich auf die 2. Schwimmrunde. Zwischendurch merkte ich auch eine Tentakel im Gesicht. Die Feuerquallen machten ihren Namen also alle Ehre. Ein Teil des Abschnitts war jedoch so klar, dass man bis zum Grund gucken und Seesterne sehen konnte. Am Wendepunkt bei km 3 meinte einer der Athleten: Los Jungs und du Mädel, auf nach Hause. Das motivierte mich nochmal und ich konnte trotz der Magenprobleme gut zum Ufer schwimmen.

Ich landete mit 1:29 h fast eine Punktladung zu meiner erwarteten Ankunftszeit von 1:30 h. Leider habe ich meinen Bike-Wechselbeutel beim Weg zum Rad vergessen, so dass ich nochmal am Wechselzelt angekommen, umdrehen musste. (Natürlich hatte ich den Beutel um 6:20 Uhr morgens dort noch hingelegt...)

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Nun ging es auf die 180 km Radstrecke mit 1700 Höhenmeter. Es galt 6 Runden a 30 km zu fahren. Vom Training her wusste ich, dass ich des Öfteren kurze Pausen von 1 Minute machen musste, um am Ende nicht völlig fertig vom Rad zu steigen. Die Bedingungen waren traumhaft. Ich konnte sogar den einen oder anderen überholen. Die Runde war landschaftlich ein Traum: vorbei an Dünen, Feldern und direkt an der Ostsee mit Blick auf Dänemark vorbei. Runde für Runde strampelte ich so gut es ging in die Pedalen... Die Anstiege wurden langsam “die Alpen” und der letzte war gefühlt der “Mount Everest”. Mit 6:55 h stieg ich vom Rad. Ich war extrem zufrieden. Die Beine fühlten sich noch gut an und mental gibt es einen Spruch für Andrea und mich: “Beim Laufen sind wir zu Hause”.

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Also ging ich gemütlich (6:13 min /km !, d.R.) auf die erste von fünf Marathonrunden, vorbei an der Glücksburger Strandpromenade, der Innenstadt, Parks und dem Schloss, wo die Herzogin selbst Wasser reichte. Die Verpflegung war super, alle 2 km Wasser, Iso und alles, was das Thriath-
letenerz bzw. der Magen noch so begehrt bzw. verträgt. Leider wurden meine Magenprobleme nicht besser, so dass ich mich ausschließlich von einem Wasser-Kohlenhydratgemisch ernährte. Pro gelaufener Runde hab es ein blau-weißes Kettchen um den Hals. Es war interessant zu beobachten, je mehr Kettchen ein Athlet um den Hals trug, um so leerer wurde sein Blick. Bei Runde 4 angekommen, hat es mich auch endlich erwischt. Es konnte doch nicht sein, dass ich mich monatelang auf Qualen und Schmerzen eingestellt habe und dann nichts von dem zu merken. Kreislaufprobleme und Erschöpfung machten sich langsam bemerkbar. Katrin schnappte sich ihren Rucksack und wir trabten gemütlich die letzten beiden Runden. Katrin konnte so auch mal einen Eindruck der Laufstrecke gewinnen und wir plauderten über das Geschehen in den restlichen 11 Stunden. Ich habe mich an jeder Wasserstation erfrischt und meine beiden Schwämme. Langsam konnte ich wieder geradeaus blicken, ohne durch einen Schleier zu sehen.

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Auf den letzten 500 Metern war ich wieder allein. Ich begriff ein wenig, meinen Traum gelebt zu haben. Da ich doch in meiner eigenen Welt aufgrund der körperlichen Belastung war oder mir zur wirklichen Freude die Kraft fehlte, konnte ich in den Moment nicht voll erfassen. In meinen Gedanken hatte ich mir sehr häufig den Zieleinlauf vorgestellt, allerdings dunkler. Ich war 1h früher als erwartet dort. Nach 13:48 h durchquerte ich den Zieltorbogen und es kamen die langersehnten Worte: “Doreen, du bist ein OstseeMan!”. Ich habe es geschafft: 3,8 km schwimmen, 180 km Radfahren und anschließend noch einen Marathon über 42 km. Ein paar Minuten später habe ich es wirklich verstanden, endlich eine “Eisenfrau” geworden zu sein.

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Es war ein grandioser Tag, der mich für alles entschädigt hat. Ein riesiges Danke an alle, die mich unterstützt haben, diesen Traum Realität werden zu lassen.

Jungfraumarathon Interlaken/ Schweiz 14.9.2013

Ein Bericht von Gabi Lipfert

Der Jungfrau-Marathon ist einer der Läufe, der seit ein paar Jahren auf meiner Wunschliste steht. Er wird als schönster Bergmarathon beworben. Dieses Jahr sollte es nun soweit sein. Gemeinsam mit „Möhrchen“ hatte ich ein Jahr vorher einen der limitierten Startplätze ergattert. Frühzeitig wurden dann Unterkunft und Flug gebucht.

Ja, trainiert habe ich natürlich auch. Ab dem Frühjahr 1x wöchentlich Bergtraining auf der Oderbruchkippe, zusätzlich zum normalen Training. Dann noch die Vorbereitungswettkämpfe Harzquerung, Rennsteiglauf und die Panoramatour in der Sächsischen Schweiz. Ein Wanderurlaub in den Dolomiten vier Wochen vorher sollte dann noch mal den letzten Schliff geben.
Eine Woche vorher dann der Schreck – Ischiasprobleme mit unangenehmen Schmerzen in rechter Pobacke und rechter Wade.Mein Arzt schaffte es jedoch, dass ich mir zutraute in die Schweiz zu fahren um zumindest erstmal an den Start zu gehen.

 So flogen Möhrchen und ich am Freitag früh nach Zürich. Von da ging es weiter mit der Bahn und dem ermäßigten „Jungfrau - Marathon - Ticket“ nach Interlaken, wo wir bereits um 12 Uhr eintrafen. Nach Belegung unseres Hotelzimmers, der Abholung der Startunterlagen machten wir noch einen Ausflug mit der Zahnradbahn auf eine Anhöhe mit herrlichen Blick auf Interlaken und die Berge Jungfrau, Mönch und Eiger.

 

Am Sonnabend standen wir dann pünktlich um 9 Uhr am Start, unweit hinter den Eliteläufern. Nicht, dass wir Größenwahnsinnig geworden wären, aber das war notwendig aufgrund der Zielschlusszeiten an den Kilometern 30 und 38, die Bruttozeiten sind. Ich fühlte mich gut, war aber angespannt ob es auch beim Laufen so bleiben würde oder doch die Schmerzen wiederkommen würden. Diese Sorge wurde mir jedoch nach den ersten Kilometern genommen. Keine Schmerzen, alles gut!

 

Wie bereits gesagt, gibt es bei diesem Marathon unterwegs Zielschlusszeiten die man unbedingt erreichen muss um nicht gnadenlos vorfristig aus dem Rennen genommen zu werden. Die erste Marke ist bei Kilometer 30 nach 4:10h und die nächste bei Kilometer 38 nach 5:35h. Das würde sich bei einem Flachmarathon nicht schwer anhören aber hier geht es ab Kilometer 25 eine Wand hoch und wenn man bedenkt, dass meine Bestzeit bei einem 30 km-Lauf knapp unter 3h liegt und das auch schon etwas länger her  ist... Meine Taktik war deshalb, auf den ersten 25 flachen Kilometern ein Zeitpolster im 6:30ér Schnitt herauszulaufen. Jetzt zeigte sich, dass ich gut trainiert war. Ich lief mühelos schneller. Bei 10 Kilometer war ich nach 01:01h und in Lauterbrunnen bei Halbmarathon nach 2:19. Die Stimmung in den großen Ortschaften war einfach nur toll, mit Musik, Kapellen, jubelnde Zuschauer. Auch das Wetter spielte mit. Strahlende Sonne, ab und zu ein leichter Wind und nicht heiß. Nach Kilometer 23 konnte ich nach einer Kurve „Möhrchen“ auf der anderen Talseite erkennen, die ca. 400m vor mir lief.

 

Bei Kilometer 25,6 war sie dann da die Wand, wie sie von allen genannt wird. Man sah sie schon von weiten. Jetzt ging’s los, im wahrsten Sinne des Wortes. Nun war für die nächsten 5 Kilometer nur noch Gehen angesagt. Ich hatte zwar ein Zeitpolster auf die Zielschlusszeit von 10min aber der psychische Druck nicht zu bummeln blieb trotzdem, zumal man sich jetzt auch richtig langsam fühlte. Es waren noch 17 Kilometer bis ins Ziel und dabei 1800 Höhenmeter zu überwinden. Wie lang kann doch 1 Kilometer sein! Ich denke mal gefühlte 4, denn die Kilometerangaben erfolgten von nun an alle 250m, also: 26,250m, 26.5m, 26,750m ... In Serpentinen stiefelte ich mit den anderen Läufern die Wand hoch. Laufen tat hier keiner von uns mehr. Bei etwa Kilometer 28 ereilte mich ein bereits seit einigen Marathons bekanntes Problemchen- mir wurde schlecht und ich musste mich übergeben. Sofort stürzte ein Sanitäter auf mich zu. Ich winkte aber gleich ab, denn mir ging es sofort wieder gut, so als wäre nichts geschehen. Ursache für alles, ist wohl Speichel der sich im Hals bildet und diesen Reiz auslöst.

 

Kilometer 30,2 Wengen ist erreicht und die erste Zielzeit. Die Stimmung im Ort ist einfach Klasse. Es scheint ein Volksfest zu sein. Wieder Musikkapellen, jubelnde Menschen und Begrüßung über Lautsprecher. Mit einer Zeit von 3:49:19h habe ich hier nun ein Zeitpolster von 20 Minuten auf den „Besenmann“. Damit habe ich 1:45h Zeit für die 8 Kilometer bis zur nächsten Zielzeit. Das sollte hoffentlich reichen!

 

Es geht weiter bergauf. Mehr gehen als laufen. Plötzlich, oh Schreck mein Fuß fängt an zu krampfen…schnell Gewichtsverlagerung und weiter. Immer häufiger deuteten sich Krämpfe an. Mal im linken oder rechten Fuß, mal in den Waden. Durch entsprechende Gegenbewegungen oder Auftritte konnte ich das jedoch so steuern, dass ich nicht stehen bleiben musste und nicht alles völlig verkrampfte. Diese Situation war für mich neu, hatte da hingehend noch nie Probleme. Das veranlasste mich dann auch dazu, an den wenigen kurzen Abschnitten, wo ich vielleicht auch hätte laufen können, doch lieber zu gehen.

 Dann auf einmal ein ganz lautes Krachen. Vom Berg auf der anderen Talseite ging eine Lawine runter. Ein Schneebrett stürzte zu Tal gefolgt von viel Wasser. Hier nahm ich mir mal die Zeit, das auf einem Foto festzuhalten.

 

Nach 5:18:40 h passierte ich dann „Wixi“ bei Kilometer 37,9. Das war die letzte Zielschlusszeit und noch 16 Minuten Zeitpolster! Nun konnte ich „entspannt“ die letzten 4 Kilometer zum Gipfel angehen. Also, gemeint ist hier der psychische Druck der nun weg war, ansonsten war es „hammerhart“. Der Weg war jetzt ein Pfad, der nur im Gänsemarsch absolviert werden konnte und nur noch steil nach oben ging und das 3 km lang. Gut, beim Brockenmarathon hat man das auch, jedoch da bereits nach 16km und nicht wie hier nach 38. So gönnte ich mir immer mal wieder ein paar Miniverschnaufpausen, indem ich 1- 3 Läufer vorbeiließ, um kurz durchzuschnaufen oder ein Foto von der herrlichen Bergwelt und Aussicht zu machen. Ansonsten musste ich jeden Schritt mit Bedacht setzen um die Intensität und Stärke der Krämpfe klein zu halten, die jetzt fast bei jedem Schritt auftraten. An der letzten Verpflegungsstelle vor dem Aufstieg auf die Moräne gaben Alphornbläser ihr Ständchen und später am höchsten Punkt, begrüßte uns traditionell der Dudelsackspieler.

 

Dann war endlich der höchste Punkt erreicht. Helfer stützen uns beim Hinunterklettern von einer Felsstufe und schickten uns auf den letzten Kilometer hinunter zum Ziel auf der Kleinen Scheidegg. Ein paar vorsichtige, lockere Laufschritte … es ging, keine Krämpfe! Ich lief, tat das gut …ich lief immer schneller, ging ja bergab. Die ganze Anspannung und Anstrengung viel ab und mir liefen die Tränen…. Nach 06:22:18 h überquerte ich die Ziellinie und fiel „Möhrchen“, die dort bereits schon 28 Minuten eher eingetroffen war, glücklich in die Arme.

 

Der Jungfrau - Marathon ist eine wirklich schöne Laufveranstaltung. Tolle Organisation, beste Stimmung, wunderschöne, interessante Strecke mit herrlichster Aussicht, jedoch hammerhart! Ich würde den Lauf, wenn ich ihn noch nicht gemacht hätte immer wieder machen... aber nur einmal.

 

 

9. Outrigger Regatta Neubrandenburg am 21.9.13

 Ein Bericht von Ingo Zimmermann

Nach vier Jahren Paddeln im Sitzcanadier sollte es im diesem Jahr eine neue Herausforderung für mich geben. Im Januar wurde ich Mitglied des 1.OCC ( Outrigger Canoe Club ). Somit ergab sich auf Initiative meines Paddelpartners die Möglichkeit, ein Vereinsboot bei uns im Bootshaus zu lagern. Im August war es dann soweit. Der Tsunami Duo, ein 2er Outrigger war da und wir machten die erste Ausfahrt. Schnell reifte bei meinem Partner die Idee, an einer Regatta in Neubrandenburg teilzunehmen. Es verblieb nicht viel Zeit, um sich an das neue Boot zu gewöhnen. Sieben Trainingsfahrten sollten aber genügen, um ein ordentlichen Wettkampf zu fahren. Einen kurzen Film gibt es unter www.youtube.com/watch?v=hnAkcuW04Rc .

Neubrandenburg, der Ort, wo einst mein Partner Olaf Sonnenberg seine aktive Zeit als Leistungssportler verbrachte ist heute noch Bundesleistungszentrum für Kanu. Dann der Tollensesee, wegen seiner Größe berüchtigt für Wind und Wellen. Da kann man auch schon einmal unfreiwillig baden gehen.

Am Samstag, den 21.9., war es dann soweit. Am Morgen ging es mit Boot auf nach Neubrandenburg. Dort angekommen, wurde erst einmal das Boot hergerichtet und die Anmeldeformalien erledigt. Nach und nach wurden es  mehr Kanuten und mir wurde klar, oje Ingo, hier bist du ein Zwerg unter den vielen Riesen. Nicht nur körperlich, auch die Erfolge einiger wie

                              Olaf Heukrodt       Olympiasieger 1988

                              Andreas Dittmer    3 facher Olympiasieger 1996- 2004

                              Martin Hollstein    Olympiasieger 2008 und Bronze in London

                              Paul Mittelstedt      Weltmeister 2011

waren schon beeindruckend.

Um 14 Uhr warteten dann rund 120 Teilnehmer auf den Start. Es ging über drei Runden a 6km. Das alles bei guten äußeren Bedingungen. Hoffnungsvolle Freude stellte sich bei mir ein. Mit dem Startschuss begann ein wildes Gepaddel. Im Nu war das Wasser extrem aufgewühlt und es spritzte nur so. Alle begannen mit einem enorm hohen Tempo, um einen guten Platz im Feld zu finden. Auch hierfür haben wir einen kleinen Film unter www.youtube.com/watch?v=3Jezk6Q3q4M eingestellt.

Nach ein bis zwei Kilometern galt es, seinen Streckenschlag zu finden, den man auch 18km gut durchhalten kann. Das gelang uns recht gut. Unser Boot lief  gleichmäßig durchs Wasser und das Tempo entsprach unseren Vorstellungen. Am Anfang der letzten Runde konnten wir sogar noch etwas zulegen, so dass die kleine Gruppe vor uns immer näher kam. Der Ehrgeiz packte uns nun. Stück für Stück kamen wir näher und konnten schließlich auch vorbeifahren. Mit diesem kleinen Erfolg zum Ende der Regatta fuhren wir schlussendlich zufrieden durchs Ziel. Mit einer Zeit von 1:38,49 und einem 11. Platz erreichten wir für uns ein achtbares Ergebnis.

Abends stand ich dann wieder inmitten all der Großen beim gemütlichen Beisammensein mit viel Gesprächsstoff. Ich werde es bestimmt wieder tun.