Blue Flower

Fünf Frauen laufen um den Frauensee
Ein Bericht von Claudia Brose

 ... oder hab mein Wage voll gelade, voll mit fünf netten Langläuferinnen ...

Dass wir zu fünft uns auf den Weg machten, war eine Woche vorher noch nicht unbedingt klar, ein Teil von uns hatte zwar Lust, auf die lange Distanz von 30 kms zu gehen, aber irgendwie schien uns der 7,5 km-Rundkurs nicht gerade einladend. Viermal dieselbe Runde drehen ... Aber letztlich müssen die Langläufer ja auch im Kopf ausdauernd sein und sollten ihre Psyche auch auf weniger spannende Strecken einrichten.

Gabi und Birgit haben die Harzquerung vor sich, claudi z den Hannovermarathon, ich den Darßmarathon, also sollten wir uns gaanz langsam wieder seelisch und körperlich auf lange Distanzen vorbereiten.

Nachdem wir den Einsammel-Marathon problemlos geschafft hatten, 7:25 Uhr Claudia S. an der Frankfurter Allee, ein paar Minuten später Gabi und Möhrchen am U-Bahnhof Friedrichsfelde und dann Richtung Edisonstraße zu Claudi Z, dann waren alle 5 Plätze, die unser VW-Bus zu bieten hat, besetzt.

Unterwegs schien die Sonne, aber dann zog sich der Himmel wieder zu und wie zu erwarten blieb es auch bis zum Nachmittag trübe, ein bisschen schade, denn Sonne hätte schon dem Gemüt gut getan. So war es wie schon den ganzen Winter grau am Himmel, aber man guckt ja eh viel runter, wenn nicht gerade glatter Asphalt unter den Füßen liegt, was bei einem Landschaftslauf ja nie der Fall ist.

 

Das Gelände KIEZ am Frauensee war gut zu finden, liegt kurz hinter Königswusterhausen, eingebettet in schöne Brandenburger Kiefernwälder. Anmelden und noch ein bisschen ruhen bis zum Start 9:50 Uhr für die 30 km-Läufer, claudi s ging auf die 15 km-Distanz und startete erst 10:15.

 

Um es kurz zu machen: Wider erwarten hatten wir vier 30er Läuferinnen kein Problem damit, die 7,5 km Runde viermal zu durchlaufen, denn die hatte es in sich, was keiner wusste, sie war recht hügelig. Bereits nach dem ersten Kilometer kam die erste (und längste) Steigung, davon gab es noch weitere, aber nicht mehr ganz so deftig. Das Streckenprofil war absolut nicht einfach. Und die Wege waren noch recht aufgeweicht und zum Teil rutschig durch Schneereste. Aber das störte nicht wirklich. Wir hatten zwar alle unsere kleinen Problemchen, Gabi hatte noch zuwenig kms in den Beinen und machte erstmal langsam los, claudi z ging es ganz ähnlich, möhrchen wollte erstmal gucken, was nach gerade überstandener Grippe überhaupt kraftmäßig geht und evtl nur 3 Runden laufen, und ich wollte einfach nur gucken, was geht, bei mir lief es ja wintergemäß bisher gut, aber auch ich hatte mein Problemchen, denn ich testete neue Riegel, nach 15 km den ersten (und auch letzten), mein Bauch beschloss umgehend, diese Sorte definitiv nie wieder in die Ernährungskette aufzunehmen ...

Am Ende sind wir alle die 4 Runden durchgelaufen, und keiner ging an den Anstiegen, wir Flachlandtiroler haben uns mehr oder weniger langsamen Laufschrittes alle Hügel hochgewurstelt! Mit unseren Zieleinlauf-Zeiten bildeten wir den Abschluss in der Liste. War für uns kein Problem, bei den spärlich besetzten Landläufen hat man es eh meistens mit schnellen Hirschen in der Konkurrenz zu tun. Claudi s ist locker ihre 15 kms gelaufen, klar, keine Bestzeit, so etwas war aber auch nicht angepeilt.

 

Nun geht es bald nach Marienwerder auf den Dreiviertelmarathon, dafür war dieser Lauf eine gute Einstimmung, die Psyche hat sich wieder auf lange Strecken eingenordet.

 

Hoffentlich wird dort der Waldboden halbwegs belaufbar sein, jetzt, wo uns der Winter grad wieder fest im Griff hat ...

 

Es war sehr schön, zu fünft im VW-Bus durch die Gegend zu dödeln, es gab viel zu lachen, es war sehr entspannend (okeeee, das erst nach dem Lauf...), es war einfach ein wunderbarer Sonntag. Die KIEZ-Leute hatten den Lauf auch absolut gut durchorganisiert, ein schöner kleiner (mit auch kleinen Startgebühren) Landschaftslauf, Verpflegung im Start-Zielbereich und einmal bei KM 3,5, es gab Wasser und heißen Tee (war gut bei der Kälte), Äpfel und  Bananen ... und es gab im Anschluss noch Nudeln oder auch Kaffee und Kuchen, für den, der was Süßes brauchte, man konnte duschen, die waren für uns letzte Läuferinnnen sogar noch warm!!

 

Ich denke, das ist ein super Lauf für den Start in die Langlaufsaison zusammen mit dem Frostwiesenlauf, der 14 Tage vorher war. Werde ich garantiert nicht zum letzten Mal gelaufen sein. Nah bei Berlin, also auch schnell zu erreichen und eine sehr nette Atmosphäre dort.