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BerlinTriathlon XL am 17.06.2012

 in Bericht von Doreen Körber

 Nachdem ich seit meiner offiziellen Triathlon-Premiere vor 2 Wochen offiziell "Triathletin" war, sollte am 17.06.2012 mit dem BerlintriathlonXL mein großes Jahreshighlite sein. Mit dem speziellen Triathlontraining begann ich bereits im Dezember 2012. Mein Trainingsplan umfasste zwischen 10 und 14 Stunden Training pro Woche (3 bis 4,5 km Schwimmen, mindestens 100km Rad und 35km Laufen mit Intervalleinheiten, plus Kraft-Ausdauertraing bestimmten mein Wochenalltag) Ich danke meinen Freunden, Familie und auch meiner Arbeit, dass hier Verständnis gehabt habt, wenn ich anstatt des "Sociallifes" wieder einmal in der Schwimmhalle oder auf einsamen Brandenburger Landstraßen mit dem Rad unterwegs war. Triathlontraining macht aufgrund der Abwechslung sehr viel Spaß, ist aber auch sehr zeitintensiv. Im Winter begann ich, das Kraulen zu erlernen, denn ich konnte bis auf Laufen, weder Rennradfahren, noch schwimmen. Die Monate vergingen und ich begann kontinuierlich meine Form und Zeiten zu verbessern. Ich fühlte mich den Umständen gut vorbereitet, um auf die Mitteldistanz (1,9km schwimmen, 94km Radfahren, 21,1 km laufen) zu gehen.

 Am Wettkampftag selbst herrschten gute Bedingungen: 18 Grad Wassertemperatur, kaum Wellen, 24 Grad und kein Regen, nur der später aufkommende Wind war etwas problematisch.

 Kurz vor 9 Uhr ging es ins Wasser oder anderen Worten ausgedrückt: in die kniehohen Algen des Müggelsees. Meine Erwartungshaltung war, dass ich einfach nur durchhalte. Noch nie bin ich eine so lange Strecke von 1,9km am Stück im offenen Gewässer geschwommen. Nachdem meine Orientierung den Umständen entsprechend schlecht war (wie gut, dass mir dieser Teil des Wettkampf bereits bekannt war), schwamm ich neben einem männlichen Brustschwimmer (Kopf beim Schwimmen oben = gute Orientierung).

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Beim Triathlon gibt es einen Spruch: Beim Schwimmen hat noch niemand einen Wettkampf gewonnen, verloren aber schon. So schwamm ich mehr oder weniger die Ideallinie zu ersten Boje, dann zur zweiten Boje, dann zurück zum Steg. Zwischendurch war der Müggelsee etwas welliger, aber im Großen und Ganzen war das Schwimmen der perfekte Start in dem Wettkampf. An Land angekommen, wurde mir von Norbert (der Ehemann meiner Trainingspartnerin und Freundin Andrea) meine Schwimmzeit zugerufen: 40 Minuten. Ich war begeistert. Dass ich meine Bestzeit um 12 Minuten verbessere, war eine echte Freude. Auf dem Weg in die Wechselzone begrüßten mich Freunde, Katrin Lipfert (danke, dass du schon morgens vor Ort warst, trotz der Partyreste an deinem Gesicht) und mein Papa. 

 In der Wechselzone trank ich meinen mitgebrachten Milchkaffee und aß leckere Schokobrötchen. Beim Neoauziehen hatte ich ein paar kurze Krämpfe, die allerdings schnell wieder vergangen. Nun galt es, die 94km Rad gut zu überstehen. Ich wusste, dass ich aufgrund der doch kurzen Trainingsvorbereitungszeit nicht die Zeit in das Rennradtraining investiert hatte, die ich hätte absolvieren müssen. Da ich die Strecke bereits einmal abgefahren bin, wusste ich, was mich erwartete. Eine 27km lange Fahrt nach Spreenhagen, 2 Runden á 20 km Richtung Storkow und die Fahrt zurück nach Berlin. Ich trat in die Pedalen und die Kilometer vergingen. 3 kleine Pausen habe ich während der Strecke gemacht, da ich leider meine Gels doch zu fest an den Rahmen geklebt habe. Oft nahm ich auch gleich 2 Gels auf einmal zu mir. Als Mittagessen habe ich mir meine gekochten Salzkartoffeln mitgenommen. Nach der ersten wurde ich jedoch zum Kauen zu faul, so dass die restlichen in der Botanik landeten (die Wildtiere in Brandenburg essen die bestimmt). Süß war eben doch besser. An den Verpflegungspunkten nahm ich dankend eine neue Wasserflasche entgegen. Zwischendurch rasten die andren Lang- und Mitteldistanzler mit Zeitfahrhelmen und Scheibenlaufrädern an mir vorbei. Leider wurde es immer windiger, so dass man viel mehr Kraft aufwenden musste, um die Geschwindigkeit zu halten. Kurz vor dem Ende der Radstrecke konnte ich aber sogar noch einen männlichen Mitstreiter überholen.

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Ich beendete die Radstrecke mit 3:31 Stunden. Mittlerweile hatten sich meine lieben Freunde aus der Laufgruppe (ein Riesendanke an Gerhard, Annette, Gabi und Katrin, die immer noch ausgeharrt hatte) eingefunden - ich war ganz überwältigt, euch alle dort zu sehen!

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Zwischendurch sind auch Katrin und Birgit von ihrem Wettkampf eingetroffen (vielen lieben Dank, dass ihr beide noch extra zum Winken gekommen seid!). Ich hatte das Gefühl, nie allein auf der Strecke gewesen zu sein. Gabi und Annette sind sogar ein kleines Stückchen mit mir gelaufen, um mich von den mittlerweile doch schweren Beinen abzulenken. Die 3. Runde war dann wirklich hart. Hier haben mir meine Freunde von der Laufgruppe so geholfen, ohne euch wäre ich nicht so gut durchgekommen. Am Ende jeder Runde gab es von den Veranstaltern ein buntes Haarbändchen. Eine wirklich tolle Idee: Man muss keine Runden zählen und weiß Bescheid, auf der wievielten Runde man sich befindet. Ich beendete den Halbmarathon mit einer Zeit von ca. 2:18 h. Es war nicht der schnellste, aber nach dem, was ich an diesem Tag hinter mir hatte, bin ich mit der Leistung mehr als zufrieden.

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Insgesamt war dieser Triathlon eine sehr schöne Erfahrung. Das Training hat sich ausgezahlt, die Schmerzen hielten sich in Grenzen. Mit meiner Gesamtzeit (unter 7 Stunden) bin ich auch zufrieden. Ich werde dem Triathlon definitiv treu bleiben und meine Lauftrainings weiterhin mit meinen lieben Freunden aus der Laufgruppe absolvieren. Die nächste Saison kommt und vielleicht kommen ja noch ein paar von euch zum Triathlon.

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