Blue Flower


Ein etwas anderer Laufbericht von Birgit Mohr

Es ist schon einige Zeit her, dass ich einen Laufbericht geschrieben und mit Vorfreude auf die nächsten Läufe gewartet habe. Nun, die Freude hat sich viele Male eingestellt, manchmal auch stark übertönt von Schmerz, aber über den Zieleinlauf konnte ich mich immer freuen.

In den letzten Jahren habe ich, durchsetzt von leichten Verletzungen und Erkältungspausen, einige Läufe gemacht bis hin zum K78 in Davos in diesem Jahr. Hier und da taucht mein Name auch in anderen Laufberichten auf.

Einige der Läufe will ich kurz erwähnen.

Da ist einmal die Harzquerung, die sich langsam zu meinem Lieblingslauf entwickelt. Vier mal war ich dabei und eigentlich wird dieser Lauf immer schöner für mich. Landschaftlich ist er großartig. Jedes Jahr begegne ich alten und neuen Bekannten. Meine Zeiten sind nun nicht gerade rosig, aber ich komme gut ins Ziel und genieße dieses Erlebnis immer wieder mit Freude. Die Harzquerung wird mich sicher noch einige Male sehen.

Und den langen Rennsteig habe ich auch geschafft. In diesem Jahr habe ich dort allerdings gelitten. Irgendwie war es nicht mein Tag. Schon am Marathonpunkt war ich ziemlich kaputt und die letzten Kilometer sind mir richtig schwergefallen. Im Ziel fiel ich dann völlig erschöpft und ganz unerwartet einem ehemaligen Studienkollegen, Dietmar Dietze, in die Arme. Er war wegen eines Freundes da, konnte mich und meinen Zustand aber total verstehen. Er war früher selber Läufer. Und wie jedes Jahr am Rennsteig freuten sich meine Lauffreunde aus der Laufgruppe mit mir wie ich mich auch für sie. Der Rennsteig ist vom Profil und der Strecke nicht ganz so schön wie die Harzquerung. Aber ganz und gar großartig sind die Organisation und Stimmung dort. Ich werde meine erste Teilnahme nie vergessen. Wir gehören zu den Läufern, die nicht am Start in Eisenach übernachten, sondern uns quasi mitten in der Nacht mit dem Bus dorthin kutschieren lassen. Dann steht man auf dem Marktplatz inmitten der Starter für den Ultra, morgens um 6:00 Uhr. Eigentlich liegt der gemeine Mensch da noch friedlich in den Kissen. Aber dort stehen die Eisenacher an der Strecke, hängen aus den Fenstern und feuern uns an. Und wenn man dann so 20 km oder 30 km gelaufen ist, kommt an den Verpflegungsstellen noch immer ein fröhliches „Guten Morgen“ von den vielen Helfern. Das ist einfach großartig. Das vergesse ich nie! Auch dort werde ich nicht das letzte Mal gewesen sein.

Und hier ist gleich einmal die Gelegenheit, sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern bei all den Läufen zu bedanken. Sie stehen überall, im Wald, auf dem Berg, im Park, an der Straße und sonst wo. Ohne diese Helfer wären die vielen Läufe gar nicht möglich und ganz sicher nicht so erfolgreich. Vielen Dank!

Erwähnen möchte ich auch noch den Marathon in Omsk. Ja ich bin in Sibirien gelaufen. Ich habe eine Laufreise zum Baikalsee und dann nach Omsk mit inklusive Marathon gemacht. Das war für mich bisher der einzige Marathon, der mit der Nationalhymne des Landes begann. Insgesamt waren vier Deutsche dabei. Wir wurden sofort an unseren Startnummern erkannt, weil unsere Namen nicht kyrillisch geschrieben waren. Der Lauf führt flach durch Omsk bis auch in eine Gegend, die der Tourist sonst nicht aufsucht. Dort stehen dann kleine runde Omis mit Schürzen und rufen (auf Russisch) „Mädchen, Prachtkerl, schnell, schnell“. Verpflegung sind Wasser und jede Menge Orangen. Die schmecken mit der Länge der Strecke immer besser. Dieser Lauf in der Fremde war wie die ganze Reise überhaupt ein echtes Erlebnis. Wie heißt es so schön: Ich empfehle sie weiter.  

Und schließlich und endlich mündeten die Läufe der vergangenen Jahre mit noch allerhand Training dazu im K 78 in Davos dieses Jahr, dem längsten der swiss alpine Läufe. Er ist offiziell 76,1 km und verlangt dem wild entschlossenen Läufer eine Höhendistanz von 2.560 m rauf und wieder runter ab. Er führt ein ganzes Stück in hochalpinem Gelände über die Keschhütte mit 2.632 m, dann wieder ein Stück runter und schließlich über den Sertigpass mit 2.739 m. Das ist schon eine Herausforderung. Auch dorthin habe ich eine Laufreise gemacht - mit Akklimatisationswoche. Und das habe ich nicht bereut, ganz besonders nicht die Akklimatisation bis auf 2.800 m. Teil der Vorbereitungswoche war die Besichtigung des hochalpinen Teilstückes. Wir haben zum Durchwandern einige Stunden gebraucht und mir ist richtig Angst geworden. Die Strecke hat es in sich, vor allem für eine Berliner Flachlandläuferin, die nun auch nicht mehr ganz so jung ist. Ich war zur Besichtigung mit meinen Bergstiefeln und fand das eigentlich ganz passend. Beim Abstieg habe ich dann auf meine Laufschuhe gewechselt, um ein Gefühl über Fels und Stein, lockeren Untergrund usw. zu kriegen. Aber das Ganze mit Laufschuhen, du lieber Gott.

Richtig Geschmäckle kriegt dieser Lauf, weil man einige Zwischenzeiten schaffen muss und der Lauf grundsätzlich nach 13 Stunden endet. Ich wusste, dass ich da ganz dicht herankommen würde. Aber ich war wild entschlossen, ganz nach dem Spruch von Lene Gammelgard, der ersten Dänin auf dem Mount Everest: „Wer zweifelt, will nicht. Wer will, zweifelt nicht.“ Und so habe ich mit der Zweifelei aufgehört und mir Zwischenzeiten zu recht gelegt. Nicht etwa um besonders schnell und vorn zu sein, aber um in den Zeiten zu bleiben, die Zielzeit zu schaffen und mir dieses Erlebnis zu verdienen. Und ich habe es geschafft, in 12:20 h. HURRA!!

Zum Glück stimmte das Wetter, ohne Schnee mit einiger Sonne und mit Regen nur für die „Laufschnecken“ (wie mich) in den letzten Stunden.

Der Lauf war sehr gut betreut mit gut gelaunten und sehr engagierten Betreuern auf der Strecke, bei denen man sich nicht genug bedanken kann. Das ging bis hin zu einem Arzt am Sertigpass, der uns ganz fröhlich nach unserem Zustand fragte. Zum Glück konnte ich genau so fröhlich antworten und weiterlaufen. Denn wie auch bei vielen anderen Läufern kam ich „Laufschnecke“ wieder einmal an einigen Läufern/Innen vorbei, die ich glaubte, nur am Start von hinten zu sehen und dann nie wieder.

Die großartige Stimmung lässt sich nicht wirklich beschreiben, sie war einfach da. Diesen Lauf habe ich wie so viele in meinem Kopf und in meinen  Erinnerungen gespeichert. Aber eigentlich hat er da einen Ehrenplatz.

Zwei Worte noch zur Laufreisegruppe. Es war eine tolle Mannschaft mit ganz verschiedenen Laufzielen, vom 10-km-Walking über die Marathons bis hin zum K78.

Fast alle haben ihr Ziel erreicht. Wir haben uns richtig füreinander gefreut. Bei solchen Reisen begegnet man nur „Gleichgesinnten“ und das macht sie erst richtig schön.

So, und nun warte ich wie immer auf die Läufe und Ereignisse in der Zukunft, die ihren Anfang in meiner Laufgruppe Friedrichsfelde genommen haben.

3. Cross Challenge in der Döberitzer Heide am 26.10.2014

Ein Bericht von Gabi Lipfert

Zum 3. Mal fand am Rande von Berlin, in der Döberitzer Heide, die Cross Challenge statt. Veranstalter ist der SCC Event Berlin GmbH.
Bei dieser Laufveranstaltung handelt es sich um einen Cross-Hindernislauf, der auf einem 13,5 km langen Rundkurs größtenteils auf einem Übungsplatz der Bundeswehr stattfindet. Dabei sind neben Sandhügeln und langen Sandpassagen auch viele künstlich angelegte Kletterhindernisse, Kriechpassagen, Wasserbecken und Wasserrutsche zu überwinden.

Birgit Mohr (Möhrchen) hatte bereits im letzten Jahr daran teilgenommen. Voller Begeisterung und Euphorie über diesen „Spaß“ überredete sie mich zu Beginn des Jahres zu einer Anmeldung über die lange Distanz von 26 km, der Black Lane.

Nun verlief das Jahr wegen meiner verletzungsbedingten Laufpause nicht wie gewünscht, so dass mein Leistungsvermögen aufgrund meines Trainingszustandes und Übergewichtes gefühlt bei 50% liegt. Daher sah ich der Cross Challenge recht skeptisch und mit wenig Begeisterung entgegen.
Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich auf die halbe Distanz umgemeldet. Das geht jedoch leider beim SCC nicht.

Die Organisation, Versorgung, Rahmenprogramm und Stimmung im Start-/Zielbereich waren jedoch toll. Mein Mann Andreas war auch mit. Er sollte fotografieren und Möhrchen und mich nach dem ersten Rundendurchlauf anfeuern. Ich rechnete damit, für die Gesamtstrecke über 4h zu brauchen.

 

 

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde in mehreren „Wellen“ gestartet. Möhrchen und ich waren im ersten Startblock.

Das erste Hindernis kam nach etwa 1,5 km und war ein Strohballen. Ohne Hilfe wäre ich da nicht rüber gekommen. Hier fehlt mir die nötige Sprung- und Armkraft (Anspringen, in Armstütz und hochziehen…) Naja, es waren genug Männer da, die mich hochschoben. Dann ging es über mehrere Sandhügel hoch und runter und über Sandfelder. Es folgten Kletterhindernisse , schräge Wände, über die man mit Hilfe von Seilen gelangen konnte.

In der ersten Runde kam es oft zum Stau vor einem Hindernis. Das kam mir jedoch gelegen, denn es nahm mir den „Geschwindigkeitsstress“ und ich hatte nicht so das Gefühl, nur langsam „hinterherzulaufen“. Nach etwa der Hälfte der Runde ging es dann in´s Wasser. Es war ein mit Wasser gefüllter Container in den man rein und wieder rausklettern musste. Bei meiner Größe reichte mir das Wasser bis zur Brust. Pitschnass ging es dann kriechend durch tiefen, kalten Sand unter einem Tarnnetztunnel durch. Zum Glück waren die Außentemperaturen mild und es war nicht windig, so dass mir trotz der Nässe nicht kalt wurde. Aber ich hatte trotzdem meine Bedenken. Was würde da noch kommen? Noch mehr nass? Schließlich musste ich, im Gegensatz zu den meisten anderen Läufern nochmal auf diese Runde. Diese Gedanken an die 2. Runde gingen mir ständig durch den Kopf und nahmen mir den Spaß und den Genuss an diesem „Gaudi“. Die härtesten Hindernisse kamen dann zum Schluss der Runde auf ca. 1,5 km im Zielgebiet. Es ging einen Hang hoch um anschließend auf einer mit Planen angelegten Wasserrutschbahn herunterzurutschen Angeblich aus Sicherheitsgründen, sollte ich gemeinsam mit zwei Männern eingehakt hinunterrutschen. Das war ein Fehler! Denn wir hatten dadurch so viel Geschwindigkeit drauf, dass es mich in dem Wasserbecken völlig herumwirbelte und ich mit dem Kopf vollständig untertauchte. Erneut Klitschnass ging es unter zu Hilfenahme mit Seilen steil einen Schlammhügel hinauf, anschließend durch eine Becken mit Bällen, durch ein Schlammloch, durch Reifen und noch einigen Schikanen.

Im Zielgebiet herrschte große Stimmung. Der Sprecher begrüßte aller Läufer der kurzen 13,5 km-Distanz im Ziel und beglückwünschte auch den Sieger der langen, 26km-Strecke , der bereits nach 2:05h da war.

 

 

Ja, und ich musste nun noch auf die 2. Runde! Da es mir nicht wirklich schlecht ging, war ein vorzeitiger Ausstieg für mich kein Thema. Das wollte ich nun durchziehen. Andreas prognostizierte ich noch, dass meine Endzeit sicher bei 4 ½ Stunden liegen wird.

 

Auf der 2. Runde war ich jetzt recht einsam. Der Vorteil, man musste an den Hindernissen nicht mehr anstehen. Im Großen und Ganzen ging es mir gut. Ich machte mir keinen Stress, versuchte locker zu bleiben um die Hindernisse „abzuarbeiten“. Meine Zeit war mir egal. Ob ich nun langsam oder richtig langsam war, spielte da eh keine Rolle mehr.
Dann passierte bei den letzten Hindernissen das, was ich befürchtet hatte, Fuß, Bein und Zehen krampften bei jeder falschen Bewegung. Die Helfer erklärten mir, dass das mehreren Läufern so ging. Ich kam damit auch zurecht und konnte den Krampf auch immer schnell wieder lösen.


Ins Ziel kam ich dann wie erwartet nach 4:27h wo mich Möhrchen, die ihren Zieleinlauf schon nach tollen 3:39h hatte, euphorisch in die Arme schloss.

Möhrchens Begeisterung konnte ich nicht ganz teilen, dafür war ich für das Spektakel einfach nicht fit genug und auch nicht mental eingestellt gewesen. Ich denke jedoch, ich hätte richtig Spaß gehabt, wenn ich nur für die 13km angemeldet gewesen und gelaufen wäre. Es ist schon eine besondere Laufveranstaltung, die sicher auch als Teamlauf viel Spaß machen würde und empfehlenswert ist.

37. Harz - Gebirgslauf am 11.10.2014
Ein Bericht von Gabi Lipfert


Der Harzgebirgslauf in Wernigerode ist ebenso wie der Rennsteiglauf ein "Kultlauf" und ein fester Termin im Laufkalender der Laufgruppe. Bei dieser großartigen Laufveranstaltung fühlt man sich einfach "zu Hause" in der großen Lauffamilie. Es ist fast wie ein Familentreffen, man trifft ständig Bekannte.

Beim Harzgebirgslauf können die verschiedensten Distanzen/Wettbewerbe absolviert werden. Neben der "Königsdisziplin" dem Brockenmarathon gibt es den 23 km - Lauf, den 11 km - Lauf , den 5  km - Lauf, sowie die 25 km und 11 km Walking/Wanderung. Es ist also für jeden, auch für Nicht-Läufer, was dabei. Somit nutzten wir den Harzgbirgslauf wieder als eine kleine Vereinsfahrt unserer Laufgruppe. Einschlißlich unserer Familienangehörigen waren wir diesmal eine Truppe von 14 Leuten.

Für mich war es die 9.Teilnahme. Bisher startete ich immer über die Marathondistanz über den Brocken. Im letzten Jahr musste ich da leider wegen eines Hexenschusses nach 9 km abbrechen und dieses Jahr sollte ich auch nicht laufen. Nach einer verletzungsbedingten viermonatigen Laufpause hatte ich erst vor 8 Wochen wieder mit dem Laufen begonnen und vor 14 Tagen den Berlin-Marathon absolviert. Ich wollte es daher nicht gleich wieder übertreiben und entschloß mich schweren Herzens statt dessen, gemeinsam mit meinem Mann Andreas, die 25 km Wanderung zu absolvieren.

Der eigentliche Beginn des Harzgebirgslaufes ist für mich immer schon der Freitagabend, jedenfalls emotional. Nach der Anreise und dem Bezug des Hotels, werden aus dem historischen Rathaus in Wernigerode die Startnummern abgeholt. Hier sieht oder trifft man schon erste Bekannte. So haben auch Olympiasieger Waldemar Chirpinski mit Sohn Falk, wie jedes Jahr, ihren Verkaufsstand mit Sportartikeln aufgebaut.

Für mich und Andreas ist es schon Tradition nach Abholung der Startnummern immer im "Ringhotel Weißer Hirsch",gleich gegenüber dem Rathaus , Abendbrot zu essen. Ich hatte diesmal vorsorglich einen Tisch für 10 Personen bestellt, in der Hoffnung, dass im Laufe des Abens noch die anderen Freunde unserer Laufgruppe dazustoßen. Zunächst waren wir jedoch nur zu dritt. Neben mir und Andreas noch Gudrun. Gudrun nimmt zum ersten Mal am Harzgebirgslauf teil. Sie wird die 11 km laufen.

Die weiteren Teilnehmer unser Laufgruppe sind: Birgit Mohr und Katrin Bromber über die Marathondistanz, Udo Bauermeister und Ingo Zimmermann über die 23 km, sowie Bärbel und Bernd Fischer und Petra Zimmermann über die 25 km - Walking-Distanz.

    

Die Wanderer starteten Sonnabenfrüh um 8.15 Uhr zuerst. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, war das Wetter pünktlich zum Start recht ordentlich, zumindest von oben trocken und warm.

Bärbel, Bernd und Petra hatten sich für die 25 km- Wanderung/Walking ein anspruchsvolles Ziel gesteckt. Sie wollten unter 4 h bleiben. Deshalb stürmten sie auch gleich im Powergehschritt los und waren weg...


Andreas und ich gingen es ruhiger an. Wir wollten in Ilsenburg unsere Marathonläufer anfeuern und nachfolgend links und rechts im Wald mal nach Pilzen Ausschau halten. Im letzten Jahr gab da ganz viele Steinpilze.

Wir waren bei Kilometer 7, als uns die ersten Marathonläufer, die um 9 Uhr gestartet waren, überholten. Ich hatte eine "Klatsche" mit, feuerte alle lautstark damit an. Dabei war mir doch ein wenig wehmütig zu mute. Wie gerne wäre ich da jetzt mitgelaufen!

In Ilsenburg, bei Kilometer 9 warteten wir auf Katrin und Möhrchen. Katrin hatte ich hier eigentlich viel eher erwartet und ich befürchtete schon, sie wäre gar nicht gestartet. Es war jedoch Katrins erster Brockenmarathon und deshalb ging sie es vernüftiger Weise verhalten an, was sich dann letztendlich auch in einer Superzeit auszahlen sollte. Für Möhrchen war es der dritte Brockenmarathon und sie kam wie erwartet und fröhlich vorbei.

 

   

Bis etwa Kilometer 12 " begleiteten" wir noch die Marathonläufer bergauf, bis sich unsere Wege trennten. Zuletzt begrüßte ich noch die Marathon-Lauf-Ikone Siegrid Eichner, die zu dem Zeitpunkt als "Schlußlicht" dem Brocken entgegenstürmte und etwas verärgert war, es nicht bis 12 Uhr nach oben zu schaffen. Letztendlich sollte sie aber noch einige Läufer überholen und unter 6h ins Ziel gelangen.

Auf der Wanderstrecke waren wir recht einsam. Wahrscheinlich hatte die Schlechtwetterprognose einige Wanderer abgehalten. Mittlerweise hatte es auch wieder angefangen leicht zu nieseln. Zum Glück kamen wir gerade an einer Waldgaststätte vorbei, wo wir kurz einkehrten.

Auf den folgenden Kilometer suchten wir vergeblich nach Pilzen. Dann bekam ich einen Anruf von Gudrun. Begeistert und euphorisch teilte sie mir mit, dass sie die 11 Kilometer in 1:17 h gelaufen ist, dabei viel Spaß hatte und den 3.Platz in ihrer Alterklasse W60 belegt hatte. Ich freute mich darüber sehr.

Bei Kilometer 20 trafen wir erneut auf die Marathonstrecke. Begeistert feuerte ich die Läufer wieder an, die alle unter 4.30 Uhr bleiben würden. Kurz nachdem, wir die Strecke wieder verließen, sah ich Katrin heranstürmen und konnte ihr noch von weitem zujubeln. Sie mußte auf der 2. Hälfte tüchtig zugelegt haben und würde bei einer Zeit um die 4:30 h ankommen. Toll!

Der Zieleinmarsch erfolgte für uns Wanderer parallel zu dem Marathonläufern und war somit genauso stimmungsvoll. 5:41 h haben wir gebraucht. 

Glückwünsch dafür aber an unsere Power-Walker Bärbel, Petra und Bernd. Sie haben es wirklich geschafft und die 25 km unter 4h bewältigt.

Auch Udo, Ingo und Möhrchen sind gut und mit hervorragenden Zeiten in´s Ziel gekommen.

Im Zielgebiet verbrachten wir noch etwa ein Stündchen bei einem Bierchen und Kuchen. Leider bei wieder etwas leichtem Nieselregel.

Am Abend trafen wir uns dann zum Abschluss dieser wunderbaren Laufveranstaltung im Restaurant Casa Vita zum gemütlichen Abendessen.

 

 

Ergebnisse:

Marathon:   Katrin Bromber              04:30:15 h   Platz 5 in AK W50
                   Birgit Mohr
                    04:57:52 h   Platz  5 in AK W55

23 km-Lauf:   Ingo Zimmerman       01:56:02 h    Platz 23 in AK M45
                    Udo Bauermeister         02:17:38 h    Platz 7  in AK M70

11 km-Lauf:   Gudrun Glöckner        01:17:38h     Platz 3 in AK W60

25 km- Wanderung/Walking:
                
                    Bärbel Fischer              03:54:33 h    Platz2 in AK W55
                    Bernd Fischer               03:56:41 h    Platz3 in AK M55
                    Petra Zimmermann       03:57:16 h    Platz4 in AK W50
                    Gabi Lipfert                  05:41:03 h  
                    Andreas Lipfert             05:41:25 h
   

 

 

41. Berlin - Marathon am 28.September 2014
 
Ein Bericht von Gabi Lipfert

Es war nicht mein Jahr. Aufgrund einer Verletztung musste ich ab April eine viermonatige Laufpause einlegen. Außer 4 Wochen Fitnesstudio auf dem "Walker"  im Juli und 10 Tage Radtour im August absolvierte ich nicht wirklich ein Außdauertraining. Am 20. August, 5 Wochen vor dem Berlin - Marathon, begann ich wieder mit dem Lauftrainig. Ich fühlte mich wie eingerostet und an Tempo war gar nicht zu denken. Von Woche zu Woche lief es aber besser, jedoch noch weit entfernt von Spaß. Zum ersten Mal hatte ich vor einem Marathonstart Bedenken,  ob ich das läuferich hinbekomme. Als ich nach 3 Wochen dann zum ersten mal wieder 20 km langsam aber problemlos meisterte, stand mein Entschluss fest, meinen 9. Berlin - Marathon zu laufen. Ich setzte dabei nicht zu letzt auch auf die ganz besondere, einzigartige Atmosphäre dieses Laufevents. Der gesamte Lauf ist Adrenalin pur! Die Zuschauer, die wirklich entlang der gesamten Strecke stehen, die Stimmung, die Läufergemeinschaft, das puscht ungemein.

Neben mir, nahmen von unser Laufgruppe Borussia - Friedrichsfelde noch Hartmut Böhm, Annette Kokoschko, Achim Schemel, Gerhard Trebbin und Ingo Zimmermann teil.
Traditionell fuhren wir gemeinsam mit der S-Bahn zum Start, machten das obligatorische Foto vor dem Brandenburger Tor und gingen noch mal stilvoll "pullern" ins Hotel Adlon.

 

Das Wetter war toll. Blauer Himmel, Sonne und angenehm warm. Annette, Hartmut, Achim und ich starteten mit der 2.Welle gegen 9.00 Uhr. Wir hatten uns am Ende des Blockes G eingereiht, als dieser startete und konnten so ganz entspannt und ungehindert loslaufen.

Ich hatte  diesmal keine Rennstrategie. Wollte nur so locker wie möglich laufen bei einem gehofften Schnitt von 7min/km und das möglichst so lange es geht.

Es begann auch so, wie ich es erwartet und erhofft hatte. Die Stimmug puschte. Ich lief locker und problemlos in einem Schnitt um die 06:30 min/km und hatte bis Kilometer 23 nur Spass. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung, hier gestartet zu sein bestätigt.

Im Vorfeld wollte ich eigentlich gar nicht, dass Familie und Freunde zum Anfeuern an die Strecke kommen. Jetzt freute ich mich aber darüber und es motivierte mich. Am Kilometer 11 begrüßte mich mein Vater, am Straußberger Platz bei Kilometer 12 standen Annette und Gudrun und etwas weiter Doreen. Möhrchen verpasste mich zwar am Moritzplatz, wir vereinbarten uns dann aber schnell  per Handy bei Kilometer 23, wo sie mich mit Cola versorgte. Bei Kilometer 22 stand zuvor mein Mann Andreas.

Mit Vorfreude steuerte ich Kilometer 26 in Steglitz an, wo mich meine Tochter Katrin mit Freund Felix erwarten wollte. Ich genoss wärend dessen die Atmosphäre. Die zahlreichen Sambagruppen und Trommler am Straßenrand, der Leierkastenmann oder die Bewohner eines Hauses, die mit einer großen Verstärkeranlage auf dem Balkon mit Rockmusik für Stimmung sorgten, machten den Lauf zu einem Genuss.

Am Kilometer 26 standen wie verabredet Katrin und Felix. Ich nahm mir kurz Zeit für einen kurzen Plausch. Obwohl ich langsam müde wurde, wußte ich nun, dass ich das "Ding" heute zu Ende bringen würde. Bei etwa Kilometer 27 überholte ich Achim Schemel, der entsprechend seines Vorhabens, ab Kilometer 21 dem Marathon walkte. Ich war jedoch fest entschlossen, bis zum Ende durchzulaufen auch wenn es nur noch Joggingtempo sein sollte.

Die folgenen 6 km bis zum Kilometer 33 sind für mich immer die schlimmsten. Ich hasse den Hohenzollerndamm! Das wußte ich aber schon vorher, ist an diesem Streckenpunkt nichts neues. Ich bin müde und etwas lustlos. Hoffte nun, dass Möhrchen, wie versprochen am Kilometer 33 mit Coca Cola steht, denn darauf hatte ich jetzt richtig Lust.

Ja, Möhrchen war an Ort und Stelle und versorgte mich. Ich schüttete jede Menge Cola in mich hinein und nahm auch noch ein Gel, sowie ein ein Salzstick. Für den Erhalt meiner Energie war das sicher gut und richtig, allerdings gefiel das meinem Magen gar nicht. So mußte ich mich bei Kilometer 35 kurz übergeben. Das ist allerdings gar nicht schlimm, pasiert mir immer mal wieder beim Marathon und hat keine Folgen. Einmal kurz durschatmen und weiter!

Dann passierte es plötzlich bei Kilometer 36. Ein Krampf im rechten Fuß und Schienbein. Ich mußte stehen bleiben, Gewicht verlagern ... Als ich weiter laufen wollte... Krampf!  Ich fluchte und ging ein paar Meter. Dann erneuter Laufversuch ... "aua"... Krampf! Vorsichtig ging ich weiter, passte auf keine falsche Bewegung zu machen. Möhrchen hatte mich vor dem Lauf mit Salzsticks versorgt, die bei Krämpfen helfen sollten. Ich bat einen Zuschauer um einen Schluck aus seiner Wasserflasche und schluckte damit eine Salzkapsel runter, nach einem Kilometer wiederhlte ich das nochmal. Ich wollte so gerne wieder laufen um endlich anzukommen bzw. erstmal Kilometer 38 zu erreichen, wo Andreas erneut auf mich wartete. Auch war es mir  etwas peinlich zu gehen, denn das passte nicht zu mir und ich war auch nicht so erschöpft um nicht Laufen zu können. Es ging jedoch nicht anders. Bis zu Andreas am Potsdamer Platz bei Kilometer 38 konnte ich nur gehen.

 

Ab Kilometer 38 ging es plötzlich wieder.Vielleicht haben die Salzsticks wirklich was bewirkt? Langsam und bedacht, bloß nicht fehlzutreten ,setzte ich mich wieder in Bewegung und steigerte mein Tempo  allmählich. Nun überholte ich auch wieder einige Läufer. Die Vorfreude auf den Zieleinlauf stellte sich ein. Nach 5:13:56 h überquerte ich dann glücklich die Ziellinie.

Schade, ohne die Krämpfe und der notgedrungenen 2 km Geheinlage wäre ich sogar unter 5h geblieben. Ich bin aber trotzdem, in Anbetracht meines Trainingszustandes, mit dem Ergebnis zufrieden. Vorallem bin ich darüber glücklich, dass ich beim Lauf und auch danach keinerlei Schmerzen im Sinne einer Verletzung verspürte. So dass auch hier, wieder alles bei mir in Ordnung zu sein scheint.

Alle Lauffreunde unserer Laufgruppe sind gut ins Ziel gekommen. Besonders gratulieren wir der Annette Kokoschko und dem Gerhard Trebbin, die ihren 10. Berlin-Marathon absolviert hatten und nun in dem Marathon-Jubilee-Club aufgenommen wurden.

Ergebnisse der Laufgruppe:

Ingo Zimmermann          M45    03:33:43 h

Achim Schemel              M65    05:10:41 h

Gabi Lipfert                  W50    05:13:56 h

Hartmut Böhm              M70    05:33:37 h

Annette Kokoschko       W50    05:41:34 h

Gerhard Trebbin           M70    06:44:34 h